Artikel | saldo 16/2009
Nie mehr ein verstopftes Mail-Postfach!
Computernutzer ärgern sich oft über riesige Dateien, die ihr Mailprogramm lahmlegen. saldo zeigt, wie sich grosse Datenmengen am einfachsten versenden lassen.
Grosse Mails sind ärgerlich: Sie können das elektronische Postfach verstopfen oder kommen beim Empfänger gar nicht erst an. Wer grosse Dateien verschicken will, sollte beim Empfänger zuerst nachfragen, ob er über genügend Speicherkapazität verfügt. Als Faustregel gilt: Dateien über 10 MB sollte man nicht per Mail übermitteln.
Zum Vergleich: Ein einseitiges Word-Dokument umfasst rund 30 Kilobyte (KB), eine Fotografie etwa 2 Megabyte (MB, entspricht 1024 KB), ein Lied 4 bis 5 MB. Filme brauchen deutlich mehr Platz, ein Spielfilm entspricht rund 700 MB. Kommt hinzu: Mails mit Anhängen werden aus technischen Gründen um rund einen Drittel aufgeblasen. Ein Mail von 6,5 MB kann deshalb die Grenze von 10 MB bereits überschreiten. Bei manchen Free-Mail-Anbietern gelten noch tiefere Maximalwerte. Ersichtlich sind sie in der Regel auf deren Homepage.
Grosse Anhänge auf einen Server hochladen
Einzelne Anbieter stellen deshalb spezielle Server für den Versand grosser Dateien bereit. Die Dienste sind in der Grundversion alle kostenlos. Meist ist eine Premium-Version mit Zusatzfunktionen gegen Bezahlung erhältlich.
- Der einfache Dienst www.yousendit.com erlaubt es, Dateien bis 100 MB hochzuladen. Will ein Unternehmer zum Beispiel eine Powerpoint-Präsentation mit seinem Geschäftspartner teilen, kann er diese auf den Yousendit-Server laden. Der Partner erhält dann ein Mail, das ihm den Speicherort mitteilt. Dank des Links kann er die Präsentation bequem auf seinen PC laden. Eine Registrierung ist nicht nötig. Die Datei bleibt sieben Tage abrufbar und wird danach gelöscht.
- Ebenfalls einfach zu bedienen ist die Plattform www.senduit.com. Hier können Dateien bis 100 MB hochgeladen werden. Zusätzlich kann man selbst festlegen, wie lange sie verfügbar sein sollen (von 30 Minuten bis maximal eine Woche). Im Unterschied zu Yousendit.com geht der Download-Link nicht automatisch an ausgewählte Empfänger. Der Versender gibt den Link in einem eigenen Mail weiter. Das hat den Vorteil, dass der Empfänger keine Post eines fremdsprachigen Dienstes erhält wie bei Yousendit.com. Unerfahrene Nutzer könnten solche Mails nämlich als Spam taxieren.
- Der Dienst www.dropsend.com funktioniert ähnlich. Der Nutzer muss sich aber registrieren und kann dafür Dateien bis 2 Gigabyte (GB) hochladen – das ist zum Beispiel für Videos praktisch. Allerdings sind pro Monat nur fünf Uploads zugelassen und die Datei lässt sich innert 14 Tagen nur 10 Mal herunterladen.
- Beim deutschsprachigen Dienst www.megaupload.com können registrierte Nutzer ebenfalls Dateien bis 2 GB hochladen, die 90 Tage per Link abrufbar sind. Kleiner Nachteil: Der Empfänger muss 25 Sekunden warten, bis er die Datei herunterladen kann.
Die Unterschiede zwischen diesen vier Diensten liegen im Detail: grössere Datenmengen, andere Sprache, andere Möglichkeit, den Empfänger zu informieren. In der Funktionsweise sind sie gleich.
Spezielle Angebote für Fotos
Möchte man Fotos an andere Personen weitergeben, empfiehlt sich ein kostenloses Online-Album.
- Unkompliziert ist das Angebot von www.fotoalbum.eu. Der Nutzer kann 200 Alben à bis zu 100 Fotos erstellen und beliebig viele Personen per Mail einladen, die Alben zu betrachten und einzelne Fotos zu kommentieren. Allerdings dauert das Hochladen recht lange. Die Alben lassen sich durch ein Passwort schützen.
- Etwas ausgeklügelter ist der Dienst www.sendphotos.com/Deutschland. Sind die Fotos einmal hochgeladen, kann man mit einer Gästeliste festlegen, wer welches Album betrachten darf. Gäste können auch eigene Fotos hochladen. Die Einladungen erfolgen per Mail. Wer die Bilder anschauen will, muss sich ebenfalls registrieren und kann die Fotos direkt auf seinen Computer herunterladen. Der Speicherplatz beträgt 1 GB.
Ausgesuchte Portale für Videos
Auf dem Internet lassen sich auch Videos mit anderen Nutzern teilen:
- Am besten bekannt ist das Portal www.youtube.com, das darauf angelegt ist, dass alle Welt die gleichen Kurzfilme ansieht. Man kann den Kreis der Nutzer aber einschränken, wenn man bei hochgeladenen Videos auf «Bearbeiten» klickt und die «Broadcasting- und Freigabeoptionen» anwählt. Eine der Optionen erlaubt, das Video als «privat» zu markieren. Das bedeutet, dass maximal 25 weitere Nutzer das Video anklicken können. Unter der Option «Privat» erscheint ein Link, über den man das Video sehen kann. In den Suchergebnissen oder Playlists erscheint es dann nicht. Allerdings dürfen die Filme nur maximal 2 GB gross und 10 Minuten lang sein.
- Eine andere Möglichkeit, Filme oder Musik anderen zugänglich zu machen, bietet www.magix-online.com. Ist das Konto eröffnet, lassen sich Videos oder andere Dateien ins Online-Album laden. Auch hier kann man den Kreis der Betrachter einschränken. Der Speicherplatz von 512 MB reicht nur für kürzere Videos von etwa 30 Minuten.
Tipp: So kann man grosse Dateien weiterreichen
Grosse Dateien lassen sich auch auf eine CD brennen oder auf dem USB-Stick speichern und direkt an den Empfänger weitergeben. Eine CD fasst in der Regel 700 MB. Ist die Datei grösser, kann der Versender sie mit kleinen Programmen splitten. Solche Software kann man sich im Internet kostenlos herunterladen. Einfach funktioniert das zum Beispiel unter http://splitting.soft-ware.net/download.asp: Der Nutzer kann wählen, auf welchen Datenträger er die Datei speichert, und das Programm splittet sie in so viele Teile wie nötig. Umgekehrt ist das Programm auch in der Lage, gesplittete Dateien wieder zusammenzusetzen.
04. Oktober 2009 | Mirjam Fonti, Redaktion saldo
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