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Artikel | K-Tipp 15/2009

Genau hinsehen

Der Auto-Occasionshandel boomt. Aber aufgepasst: Der schön polierte Lack verdeckt oft unschöne Mängel.

Johannes Brunnhofer entschied sich für den 35’000 Franken teuren Audi RS 4. Allerdings verlangte er vom Volketswiler Autohaus Schiess, die bei der Probefahrt festgestellten Mängel zu beheben, was auch  schriftlich bestätigt wurde. Schon nach den ersten Fahrten stellte Brunnhofer aber fest: Keine der verlangten Reparaturen war ausgeführt worden.

8000 Franken musste er seither in das neu erworbene Auto investieren: für die Reparatur der Servopumpe und des lecken Ölkühlers sowie den Austausch der Bremsbeläge und Felgen. Ein Reifendefekt offenbarte zudem: Die Pneus waren acht Jahre alt, weshalb Brunnhofer auch sie auswechseln musste.

Das Autohaus Schiess räumt ein: «Der Fall weist zugegebenermassen einige Ungereimtheiten auf.» Nach Intervention des Kassensturz erhält Brunnhofer die 8000 Franken zurück. Dass viele Käufer wenig bis gar nichts von Autos verstehen, nützen Händler oft schamlos aus. Doch grobe Mängel können auch Laien bei genauerem Hinsehen und Hinhören entdecken (siehe unten).

Beim Kauf eines Occasionsautos sollte man folgende Regeln beachten:

  • Kaufen Sie kein Auto, bei dem die Motorfahrzeugkontrolle länger als acht Monate zurückliegt.
  • Überprüfen Sie den Verkaufspreis anhand der Eurotax-Liste (über TCS-Hotline 0900 900 047, Fr. 4.23 pro Min.).
  • Bestehen Sie darauf, dass alle Abmachungen (Kontrollen, Reparaturen, Zubehör) im Kaufvertrag schriftlich festgehalten werden.
  • Kontrollieren Sie das Abgasdokument und das Serviceheft. Sind sie lückenlos ausgefüllt?
  • Sie können den Wagen von einer Markengarage oder einem technischen Zentrum des TCS überprüfen lassen (Fr. 135.– für Mitglieder, Fr. 220.– für Nichtmitglieder).
  • Gilt der Wagen als unfallfrei, dann lassen Sie dies im Kaufvertrag festhalten. Weigert sich der Verkäufer: Finger weg!
  • Falls Ihnen der Verkäufer beim Preis nicht entgegenkommt: Prüfen Sie Angebote der Konkurrenz.
  • Lassen Sie sich mit Hinweisen wie «Morgen ist der Wagen vielleicht verkauft» vom Autohändler nicht unter Druck setzen.
  • Bestehen Sie auf einer Probefahrt.
  • Verlangen Sie vom Händler eine Garantie für Mängel am Fahrzeug von mindestens einem Jahr.
  • Zahlen Sie wenn möglich erst nach Erhalt des Autos.


Diese Punkte muss man prüfen

  • Lack: Kratzer, Farbunterschiede, unsorgfältig ausgebesserte Stellen.
  • Innenraum: Zustand der Sitzpolster, Innenverkleidung, Dachhimmel, Armaturen.
  • Gummidichtungen und Schläuche: Sind sie dicht, spröde oder schimmlig?
  • Rost: Zeigen sich an Kotflügeln, Radkästen, Türschwellen und Blechfalzen Blasen im Lack oder gar Roststellen?
  • Bereifung: Ist noch genügend Reifenprofil vorhanden? Sind die Pneus gleichmässig abgefahren (K-Tipp 7/09)?
  • Dichtigkeit: Verliert der Wagen irgendwo Öl?
  • Lenkrad: Hat es Spiel?
  • Probefahrt: Hören Sie genau auf ungewohnte Geräusche. Startet der Motor sofort? Lässt sich das Auto einwandfrei schalten, ziehen die Bremsen gleichmässig?


Mehr zum Thema im K-Tipp-Ratgeber «Das eigene Auto». Preis: 25 Franken. Zu bestellen hier.

13. September 2009 | Adrian Zehnder, Daniel Jaggi


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Coop-Kunden sollen nicht mehr erfahren, aus welchem Land Importprodukte kommen. «Hergestellt in der EU» genüge. Was halten Sie davon?
Das Herkunftsland muss weiterhin deklariert werden.
Nur das Herkunftsland reicht nicht. Es sollte noch viel detaillierter deklariert werden.
Kein Problem. Ich achte sowieso nicht drauf.
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