Artikel | saldo 14/2009
Komfortabel und schnell surfen: Das bieten die aktuellen Browser
Um das Internet richtig zu nutzen, braucht es einen guten Browser. saldo zeigt die Stärken und Schwächen der fünf wichtigsten Programme.
Wer im Internet surfen will, braucht die entsprechende Software dazu. In der Fachsprache nennt man sie Browser. Der Internet Explorer des US-Software-Riesen Microsoft ist der populärste Browser. Grund: Der Explorer ist auf dem Betriebssystem Windows bereits vorinstalliert.
Unter anderem aus diesem Grund genoss Microsoft in den Neunzigerjahren eine Monopolstellung auf dem Markt der Browser-Programme – bis die Wettbewerbsbehörden in den USA und der EU die US-Firma wegen ihrer Praktiken einklagten. Mit Erfolg: Microsoft will bei der Lancierung des neuen Betriebssystems Windows 7 im Oktober den europäischen Anwendern eine Auswahlliste mit alternativen Browsern anbieten. Damit wird wohl vielen Computernutzern erst bewusst, dass es andere Programme für das Aufrufen von Webseiten gibt als den Explorer.
Doch bereits heute surfen viele Nutzer mit andern Browsern. Beliebt ist vor allem das Programm von Firefox. Fast ein Viertel aller Surfer weltweit nutzen das von der Firma Mozilla Foundation entwickelte Open-Source-Programm. Open Source heisst: Das Programm darf beliebig oft kopiert, verbreitet und genutzt werden, ohne dass man dafür zahlen müsste. Die Software darf auch verändert und in der veränderten Form weitergegeben werden. In Europa ist Firefox besonders beliebt. Laut der Internet-Marktforschungsfirma StatCounter setzen heute bereits 40 Prozent der Schweizer Nutzer auf den feurigen Fuchs.
Es gibt gute Gründe, den Browser zu wechseln:
- Browser sind kostenlose Programme, die sich leicht installieren lassen.
- Viele Anwender surfen mit veralteten Browser-Versionen, die weniger bieten und gegen Hackerangriffe oft schlecht gewappnet sind. Alte Browser unterstützen auch nicht mehr alle Internetanwendungen. So ist etwa der Internet Explorer 6 ein Auslaufmodell. Das Videoportal Youtube zum Beispiel hat angekündigt, diesen Browser bald nicht mehr zu unterstützen, weil er Web-Standards nicht ausreichend einhält. Folge: Wer mit Internet Explorer 6 surft, wird bei Youtube bald keine Filmchen mehr anschauen können.
- Auf einem Computer lassen sich mehrere Browser installieren und gleichzeitig starten (siehe unten). Je nach Bedürfnis beim Surfen kann man dann den am besten geeigneten Browser dafür wählen.
Die Stärken und Schwächen der fünf führenden Browser:
- Internet Explorer 8.0:
Download: www.microsoft.com
Läuft auf: Windows
Microsofts neuster Browser ist im Vergleich zum Vorgänger benutzerfreundlicher, etwa im Umgang mit Favoriten, besuchten Seiten und Registern (Tabs). Verdächtige Webseiten kann man per Klick von Microsoft prüfen lassen. Mit einer InPrivate-Filtering genannten Funktion kann der Anwender definieren, welche Webseiten persönliche Informationen speichern dürfen.
Praktisch ist die Funktion Schnellinfo: Markiert man eine Textstelle, lässt sich der Inhalt ohne Umweg an eine Suchmaschine übergeben, per Mail versenden oder bei einer Ortschaft auf der Karte anzeigen. Der IE 8 ist nur für Windows verfügbar und arbeitet langsamer als die Konkurrenz.
- Firefox 3.5:
Download: www.mozilla-europe.org
Läuft auf: Windows, Mac und Linux
Firefox wartet mit über 6000 Erweiterungen von Drittherstellern auf, die den Browser um viele Funktionen bereichern. Die neuste Version überprüft die Herkunft einer Webseite, gibt Informationen über deren Betreiber und informiert bei kritischen Anwendungen, ob die Daten verschlüsselt übers Netz kommen. Dank verbessertem Malware-Schutz warnt der Browser vor unsicheren Internetseiten. Wenn man viele Erweiterungen geladen hat, wird der Firefox vor allem beim Starten langsam.
- Safari 4.0:
Download: www.apple.com
Läuft auf: Windows und Mac
Safari, der Internet-Browser von Apple, hat eine schlichte Benutzeroberfläche, ist schnell und bietet eine innovative Navigation durch die Lesezeichen und die Liste der besuchten Seiten: Sie werden als Mini-Vorschau angezeigt, durch die man blättert wie durch die Musiksammlung in iTunes.
Die meistbesuchten Seiten werden als Vorschau angezeigt. Seiten, deren Inhalt sich seit dem letzten Besuch geändert hat, sind markiert. Es gibt keine Erweiterungen von Drittanbietern, über die man den Browser an eigene Bedürfnisse anpassen kann.
- Opera 9.6:
Download: http://de.opera.com
Läuft auf: Windows, Mac und Linux
Der Opera der gleichnamigen norwegischen Firma ist seit Jahren innovativ, hat gegen die US-Konkurrenz aber einen schweren Stand. Im benutzerfreundlichen Browser sind ein Adressbuch und ein Mail-Programm integriert. Markierte Stellen einer Webseite lassen sich in einem Notiz-Programm ablegen.
Um die Übersicht bei vielen offenen Seiten zu behalten, zeigt Opera kleine Mini-Vorschauen an. Das Programm erlaubt die Installation von Erweiterungen (Widgets). Das Angebot reicht dabei von News-Schlagzeilen bis zu Spielen. Der Umgang mit Favoriten und der Chronik der besuchten Seiten ist nicht optimal, die demnächst erscheinende Version 10 ist aber besser.
- Chrome 2.0:
Download: www.google.com
Läuft auf: Windows
Der jüngste Browser des Quintetts ist Googles Chrome, der schlicht daher kommt und nur ein Eingabefeld hat, das zugleich für Webadressen und Suchanfragen dient. Das Programm arbeitet sehr schnell und soll in der neuen Version 3.0 noch schneller sein. Gute Darstellung der besuchten Seiten mit gewohnt effizienter Suchfunktion.
Zurzeit nur für Windows erhältlich, der Funktionsumfang ist vergleichsweise beschränkt. Tipps: So richtet man einen Standard-Browser ein Das Betriebssystem eines Computers definiert stets einen Browser als Standardprogramm, mit dem Webseiten geöffnet werden. Das bedeutet, dass das entsprechende Programm gestartet wird, wenn man zum Beispiel in einem E-Mail einen Link anklickt. Diese Einstellung lässt sich aber jederzeit ändern.
Um einen Browser als neuen Standard einzurichten, wählen Sie im entsprechenden Browser folgende Menüpunkte an:
- Internet Explorer: › Extras › Internetoptionen › Programme
- Firefox auf Windows: › Extras › Einstellungen › Erweitert › Allgemein
- Firefox auf Mac: › Firefox › Einstellungen › Erweitert › Allgemein
- Safari auf Windows: › Werkzeugsymbol › Einstellungen › Allgemein
- Safari auf Mac: › Einstellungen › Allgemein
- Chrome: › Werkzeugsymbol › Optionen › Grundeinstellungen
- Opera: keine Option
Hat man zwei oder mehrere Browser installiert, muss man Folgendes beachten: Setzt man ein Lesezeichen, wird dieses nur im gerade offenen Browser gespeichert. Jeder Browser kann aber Lesezeichen exportieren und auch importieren, jedoch nicht synchronisieren. Hierzu gibt es Hilfsprogramme wie zum Beispiel Xmarks, das für den Internet Explorer, Firefox und Safari kostenlos erhältlich ist. Viele Browser weisen automatisch auf neuere Versionen hin. Meistens bringt das vorgeschlagene Update keine neuen Funktionen, stopft jedoch kritische Sicherheitslücken.
07. September 2009 | Claude Settele
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