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Artikel | saldo 13/2009

Dritte Säule: Für Fonds braucht es Geduld

Die Fonds der dritten Säule haben in der Krise massiv an Wert eingebüsst. Jetzt geht der Trend wieder nach oben. Für Vorsorgesparer mit langem Anlagehorizont möglicherweise ein günstiger Zeitpunkt, um einzusteigen.

Wer seine 3a-Gelder in ein Wertschriftenkonto investiert, braucht einen langen Schnauf. Aber nicht einmal das garantiert anständige Gewinne. Im Zeitraum zwischen Januar 1999 und Juni 2009 haben Wertschriftenkonten nur sehr magere Renditen abgeworfen.

Das zeigt ein saldo-Vegleich: Der Swisscanto BVG-Diversifikation 3 etwa rentierte mit 1,39 Prozent jährlich, der UBS Vitainvest 25 gar nur mit 0,51 Prozent (siehe Tabelle im pdf-Artikel). Wer nicht auf Wertschriften, sondern auf einen festen Zins setzte, kam in derselben Periode auf einen Ertrag von 2 Prozent (Zuger Kantonalbank) bis 2,46 Prozent (Bank Brienz Oberhasli). Auch dies keine berauschende Rendite – aber immerhin besser als die Wertschriftenkonten mit Aktienanteilen von 25 und mehr Prozent.


1996 bis 2005 rentierten Wertschriftenkonten besser als 3a-Zinskonten

Auf den ersten Blick scheinen Zinskonten für Gelder der dritten Säule also die bessere Wahl zu sein. Entscheidend ist allerdings der Vergleichszeitraum: In der Zeitspanne von Januar 1996 bis Dezember 2005 zeigt sich nämlich ein anderes Bild: Die festverzinslichen Säule-3a-Konten erzielten einen durchschnittlichen jährlichen Ertrag von 2,48 (UBS) bis 3 Prozent (Bank Brienz Oberhasli). Besitzer von Wertschriftenkonten konnten im gleichen Zeitraum aber viel mehr Gewinn verbuchen: Der UBS Vitainvest 25 erzielte einen Ertrag von 4,43 Prozent pro Jahr, der Swisscanto BVG-Diversifikation 3 sogar 7,55 Prozent.


Seit 1999 drückten zwei grosse Börsenkrisen auf die Rendite

In den letzten zehn Jahren sind die Börsenkurse zwei Mal massiv eingebrochen: zuerst Anfang des Jahrtausends und seit 2007 als Folge der Immobilienkrise in den USA. Dies hat die Rendite der Wertschriftenkonten in der letzten 10-Jah-res-Periode entsprechend gedrückt: Nicht einmal die Teuerungsrate wurde erreicht. Unter dem Strich haben die 3a-Wertschriftensparer also Geld  verloren.

Immerhin: In den letzten Monaten zeigt das Börsenbarometer wieder leicht aufwärts. Die Wertschriftenkonten legten nach dem Absturz im letzten Jahr leicht zu. Insgesamt sind die Verluste des Jahres 2008 jedoch noch längst nicht kompensiert. Ein idealer Zeitpunkt, um einzusteigen?

Thomas Metzger, Leiter der Vermögensberatung beim VZ Vermögenszentrum, bejaht diese Frage. «Nach einer solchen Jahrhundertkrise ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass die Kurse weiter nach oben gehen.» Allerdings empfiehlt er einen Wechsel zu 3a-Wertschriftenkonten nur Sparern mit hoher Risikotoleranz gegenüber Wertschwankungen. Vor allem wichtig ist aber ein langer Anlagehorizont. Früher gingen Anlageberater bei Wertschriftenkonten der dritten Säule von einem Zeithorizont von mindestens zehn Jahren aus. Als Lehre aus den jüngsten Finanzkrisen wird heute eher zu 15 bis 20 Jahren geraten. So steigt die Wahrscheinlichkeit, eine deutlich positive Rendite zu erreichen.


Kurz vor der Pension keine Risiken mehr eingehen

Entscheidend ist bei Wertschriftenanlagen neben dem Einstieg der Zeitpunkt des Ausstiegs. Metzger rät deshalb Inhabern von 3a-Wertschriftenkonten, die wenige Jahre vor der Pensionierung stehen, die Wertentwicklung genau zu beobachten. Ist das Vorsorgekapital hoch bewertet, ist es sinnvoll, die Gewinne zu realisieren. Sonst riskiert man, dass das angesparte Guthaben allenfalls während einer Aktienbaisse bezogen werden muss. Das Gesetz verlangt den Bezug von Dritte-Säule-Geldern bis spätestens im 70. Lebensjahr. Für Sparer, die relativ kurz vor dem Rentenalter stehen, gilt: Keine Risiken mehr eingehen und Vorsorgegelder in ein Zinskonto oder ein 3a-Wertschriftenkonto mit tiefem Aktienanteil investieren.

23. August 2009 | Thomas Lattmann, Redaktion saldo


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