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Viele Liegenschaftsbesitzer reduzieren bei der Pensionierung ihre Hypothek. K-Geld zeigt die Vor- und Nachteile einer Rückzahlung auf.
Viele Eigenheimbesitzer möchten auf den Ruhestand hin ihre Ausgaben reduzieren, da nach der Pensionierung meist weniger Einnahmen anfallen. Sie erwägen deshalb, ihre Hypothekarschuld bei der Pensionierung ganz oder teilweise zurückzuzahlen – zum Beispiel mit frei gewordenen Vorsorgeguthaben aus der zweiten und dritten Säule. Die Vor- und Nachteile einer Amortisation einer Hypothek sind nach der Pensionierung im Einzelfall genau zu prüfen – je nach Einkommens-, Börsen-, Steuer- und Lebenssituation muss anders entschieden werden. Das sind die wichtigsten Punkte zur Entscheidfindung:
1. Persönlichen Grenzsteuersatz berechnen
Eine Reduktion der Hypothek senkt die Wohnkosten. Im Gegenzug steigen jedoch die Einkommenssteuern, weil weniger Schuldzinsen vom steuerbaren Einkommen abgezogen werden können. Hypothekarschulden sind umso attraktiver, je höher das steuerbare Einkommen und damit der persönliche Grenzsteuersatz ist. Mit ihm kann man berechnen, um wie viel die Steuerrechnung mit jedem zusätzlichen Franken Einkommen steigt. Je höher das steuerbare Einkommen, desto höher ist in der Regel der Grenzsteuersatz; das ist eine Folge der progressiven Steuersätze. Wie hoch der Grenzsteuersatz in Ihrem Wohnort ist, können Sie auf www.kgeld.ch berechnen.
2. Hypothek gegen Anlage abwägen
Unabhängig von der Steuersituation gilt es zu prüfen, ob es finanziell nicht besser ist, das Kapital anzulegen, statt die Hypothek abzuzahlen. Dies lohnt sich, wenn vom Anlageertrag nach Abzug der Steuern mehr übrig bleibt, als die Hypothek nach Abzug der Steuern kostet. Ein Beispiel: Eine Hypothek zu 3,5 Prozent kostet nach Abzug der Steuerersparnis bei einem Grenzsteuersatz von 25 Prozent netto 2,625 Prozent. Eine Geldanlage muss nach Berücksichtigung aller Steuern und Gebühren somit mehr als 2,625 Prozent Rendite abwerfen. Nur dann bringt sie netto mehr ein als die Amortisation der Hypothek.
Wer beispielsweise eine Kassenobligation mit acht Jahren Laufzeit hat, erhält aktuell einen steuerpflichtigen Zins von rund 2,625 Prozent pro Jahr. Bei einem Grenzsteuersatz von 25 Prozent beträgt die Nettorendite knapp 2 Prozent. Eine Kassenobligation ist somit keine sinnvolle Alternative zur Rückzahlung.
3. Die finanzielle Flexibilität im Alter bewahren
Wichtig ist auch, im Alter finanziell flexibel zu bleiben. «Viele Pensionierte verzichten auf die Amortisation ihrer Hypothek, weil sie ihren finanziellen Handlungsspielraum nicht einschränken wollen», sagt Thomas Metzger vom VZ Vermögenszentrum. Zu beachten ist auch, dass Pensionierte von ihrer Bank oft einen abschlägigen Bescheid erhalten, wenn sie wieder eine Hypothek aufnehmen oder eine bestehende aufstocken möchten.
Viele Banken begrenzen die Belehnung für ältere Hausbesitzer auf 65 Prozent des Liegenschaftswertes, auch wenn eine höhere Zinsbelastung finanziell tragbar wäre. K-Geld empfiehlt daher, nicht das gesamte verfügbare Kapital zur Amortisation der Hypothek zu verwenden, sondern einen Betrag als jederzeit verfügbare Kapitalreserve zurückzubehalten.
23. August 2009 | Bernhard Bircher-Suits
