SternSternSternStern (0)Kommentare lesen  Tags  Drucken  Beitrag weiterempfehlen

Artikel | Haus & Garten 03/2009

Eine Hecke – zum Fressen gern

Hecken müssen nicht öde sein: Mit etwas Fantasie kann jeder einen Sicht- und Lärmschutz anlegen, der attraktiv ist – auch für einheimische Tiere und den eigenen Gaumen.

Eine immergrüne Hecke aus Thuja schützt zwar vor neugierigen Blicken. Doch ein solcher Sichtschutz ist eintönig und riecht vielen zu aufdringlich. Zudem hat er kaum einen ökologischen Wert: Wild lebende Tiere wie Vögel, Igel und Insekten können mit Thuja nur wenig anfangen.

  • Immergrüne Sträucher: Es gibt jedoch Alternativen – Sträucher, die ebenfalls immergrün sind, von den Tieren aber als Nahrungsquelle und Unterschlupf geschätzt werden: etwa Eibe und Buchs, auch von Liguster und Berberitze gibt es Sorten, die im Winter grün bleiben. «Alle sind pflegeleicht», betont Gärtnermeister Andreas Schedler von der Baumschule Hauenstein in Rafz ZH. «Auch was den Standort betrifft: Sie gedeihen an sonnigen Standorten wie im Halbschatten.» Der Schnitt ist ebenfalls unproblematisch: Ein Schnitt pro Jahr genügt. Eine Ausnahme ist der schnell wachsende Liguster. Achung: Beim Liguster sind die Früchte giftig, bei der Eibe die ganze Pflanze und der Samen.
  • Wildobst-Arten: Auch verschiedene Wildobst-Arten taugen als Hecken (siehe unten). Mit ihrem bunten Herbstlaub, ihren Blüten und Beeren sind sie nicht nur eine Augenweide, sie bereichern auch den Speisezettel von Tier und Mensch. Die Früchte einiger Arten kann man roh essen, andere ergeben schmackhafte Konfitüren und Getränke. Unter den Wildobst-Arten gibt es Sonnenhungrige, die auch bei Trockenheit nicht schlappmachen, zum Beispiel Felsenbirne, Felsenkirsche, Kornelkirsche, Weissdorn, Wildrosen, die Berberitze gehört ebenfalls dazu. Anderes Wildobst gedeiht auch im Halbschatten, benötigt dafür etwas feuchteren Boden: Holunder, Schwarzdorn oder auch Eberesche und Traubenkirsche. «Letztere brauchen allerdings ziemlich Platz», sagt Pavel Beco von der Bio-Baumschule Albisboden in Dicken SG.

    Dazu kommen Exoten, die nicht zu den einheimischen Pflanzenarten zählen, aber seit langem angepasst und durchaus ökologisch wertvoll sind wie Mispel, Scheinquitte und Aronia. Auf jeden Fall gilt:«Je grösser die Vielfalt, umso grösser die Anzahl Tiere, denen eine Hecke Unterschlupf und Nahrung bietet», so Pavel Beco. Sträucher mit denselben Ansprüchen an Standort und Boden kann man problemlos kombinieren. Wobei man darauf achten muss, dass der schnellwüchsige nicht den langsam wachsenden und der grosse nicht den kleinen Strauch erdrückt.
  • Auch für den Balkon: Ob immergrüner Strauch oder eine Wildobst-Art: Viele eignen sich auch für Balkon und Terrasse, sprich: für Töpfe. Als Faustregel gilt: Sträucher wählen, die anspruchslos sind und nicht zu gross werden. Ausserdem sollte man ihnen ein möglichst grosses Gefäss gönnen. Das Giessen nicht vergessen und allenfalls düngen.



Wildobstarten

Das Angebot an einheimischen Wildobst-Arten, die sich für Hecken eignen, ist gross – eine Auslese.

  • Aronia/Schwarze Apfelbeere/Indianerbeere: Bis 2,5 Meter hoher Strauch mit weissen Blüten im Mai und dunkelvioletten Früchten im September, die sich gut verarbeiten lassen. Die Aronia gedeiht auch im Halbschatten.
  • Berberitze/Sauerdorn: Ein dorniger Kleinstrauch, wird bis 1,5 Meter hoch. Anspruchslos und trockenresistent. Der einheimische Sauerdorn verliert im Herbst die Blätter, es gibt jedoch immergrüne Zuchtformen. Die kleinen, roten Früchte enthalten viel Vitamin C und ergeben eine gute Konfitüre.
  • Felsenbirne: Ein schlanker Strauch, der bis 2,5 Meter hoch wird. Sonnenhungrig und resistent gegen Trockenheit. Zierliche weisse Blüten, dann rot-schwarze Früchte, die sich roh essen oder verarbeiten lassen. Im Herbst verfärbt sich das Laub rot.
  • Kornelkirsche/Tierlibaum: Ein Strauch, der bis 4 Meter hoch wird. Mit gelben Blüten im Frühjahr, dunkelroten Früchten im Spätsommer und buntem Laub im Herbst. Anspruchslos und schnittverträglich. Die Pflanze liebt Sonne und gedeiht auch an trockenen Standorten. Beliebt bei Vögeln und Bienen und vom Menschen verkannt: Die säuerlichen Früchte ergeben hervorragende Konfi.



Immergrüne Hecken

Für Liebhaber immergrüner Sträucher gibt es Alternativen zu Thuja. Für Ungeduldige sogar fixfertige Hecken am Laufmeter. Eine Auswahl:

  • Buchs: Eignet sich für Sonne und Schatten, nur unscheinbare Blüten, wächst langsam. Lässt sich in die verschiedensten Formen schneiden. Dient Tieren vor allem als Versteck und Nistplatz.
  • Eibe: Gedeiht in Sonne und Schatten, mittelstarke Wuchskraft. Unscheinbare Blüten und rote Beeren. Pflanze und Fruchtkern sind giftig, das Fruchtfleisch ist dagegen süss und aromatisch.
  • Liguster: Anspruchslos und schnellwüchsig. Der einheimische Liguster wirft sein Laub ab, es gibt aber auch wintergrüne Sorten. Weisse Blümchen mit unangenehmem Geruch im Juni, Beeren sind für Menschen giftig.
  • Fixfertige Efeuhecke: Mehrere Pflanzen am Gestell in einem Trog, die sich in grosse Gefässe oder in den Garten setzen lassen. Für Schatten und Halbschatten. Bietet sofort einen pflegeleichten, immergrünen Sichtschutz, ist aber relativ teuer: Eine Fertig-Hecke mit Efeu, etwas über einen Meter breit und und knapp zwei Meter hoch, kostet im Fachhandel über Fr. 300.–, einen ein Meter hohen, schnellwüchsigen Liguster, der in einem Jahr einen Meter an Höhe zulegen kann, gibts schon für Fr. 20.–. Mehr über immergrüne Hecken auf www.hauenstein-rafz.ch, in Suchmaske «Hecken» eingeben, Tel. 044 879 11 22.
  • Eberesche/Vogelbeere: Bis 6 Meter hoch, anspruchslos. Viele halten deren orange Früchte  nur für Vögel geniessbar. Doch nach dem ersten Frost sind die herben Beeren durchaus verwendbar für Konfi, Säfte, Kompott oder zum Dörren.


Mehr Infos zu Wildobst-Arten unter www.albisboden.ch oder Tel. 071 377 19 24.

15. August 2009 | Bennie Koprio, Redaktion K-Tipp


Beitrag als PDF
Eine Hecke – zum Fressen gern
Download PDF 36 KB
SternSternSternStern Artikel bewerten Stichwort hinzufügen
Artikel weiterempfehlen Artikel drucken

Kommentare (0)

 
Urheberrechte
Smartphones und Tablet-Computer sollen teurer werden. Grund ist eine neue Gebühr für Urheberrechte. Was halten Sie davon?
...zum Artikel
Das ist Unsinn. Beim Kauf von leeren CDs und DVDs ist die Gebühr schon enthalten.
Richtig so. Damit werden Künstler unterstützt.
Alle Umfragen

Verwandtes Buch
Jetzt unterzeichnen: Volksinitiative
Jetzt unterzeichnen: Volksinitiative
Die Bundesbetriebe sollen nicht Gewinn erwirtschaften, sondern den Bürgern einen guten und bezahlbaren Service bieten.
Verwandte Artikel
Die Planung - das A und O des Wunschgartens Säen, giessen, ernten Jumbo knapp vorn
Testsieger für Android-Handys
Testsieger für Android-Handys
Hunderte von Tests in der Hosen­tasche: Die neue App «Testsieger» machts möglich. (beide Apps haben den gleichen Inhalt)
Aktueller Ratgeber
Aktueller Ratgeber
Die Steuerabzüge für Angestellte und Selbstständige (16. Auflage 2012)
Aktuelle Beratungstexte
Erhalte ich die Unterlagen? Hat mein Bruder einen Pflichtteil zugut? Muss ich den Vermieter für die Umtriebe entschädigen? Alle Beratungs-Artikel
Aktuelle Tests
Elektro-Rasenmäher IPL-Enthaarungsgerät Pommes frites Alle Test-Artikel
Aktuelle Diskussionen
24.05.2012, 13:37 | 4 AntwortenWoher kommen die Albträume? 24.05.2012, 13:28 | 7 AntwortenWas hilft gegen Cluster-Kopfweh? 24.05.2012, 13:27 | 3 AntwortenMyom: Welche Operation ist empfehlenswert? 24.05.2012, 13:26 | 4 AntwortenWie bringe ich den Zungenbelag weg?
Benutzer-Favoriten