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Artikel | Gesundheits-Tipp 07+08/2009

Teure Fahrt mit dem Blaulicht

Die kleine Lisa musste mit der Ambulanz ins Spital. Das kostete die Eltern 600 Franken. Sie hatten keine Zusatzversicherung für Rettung und Transport. Doch diese kann sich lohnen – auch für Ferien in der Schweiz.

Es passierte an Ostern. Um acht Uhr abends brachten Martin und Simone Sutter (Namen geändert) die 12 Monate alte Lisa ins Bett. Plötzlich begann die Kleine zu zittern und zu keuchen. Sie bekam kaum noch Luft und lief blau an. Die Eltern alarmierten die Ambulanz. Kurz darauf trafen zwei Notfallärzte ein, dann der Rettungswagen mit einem Kinderarzt. Sie versorgten Lisa, steckten eine Infusion und fuhren sie ins Kinderspital Zürich. Das Mädchen hatte eine akute Nierenentzündung.

Die Fahrt ins Spital hatte nur wenige Minuten gedauert. Der Rettungsdienst Schutz und Rettung Zürich verrechnete dafür 1246 Franken. Was die Eltern nicht wussten: Die Grundversicherung der Krankenkasse zahlt nur die Hälfte der Rettungskosten und höchstens 5000 Franken im Jahr. Jetzt muss Familie Sutter gut 600 Franken aus dem eigenen Sack bezahlen.

Angesichts solcher Ausgaben könnte sich theoretisch eine Versicherung lohnen. Das hängt aber davon ab, wie häufig solche Transportkosten anfallen und wie hoch die Versicherungsprämie dafür wäre. Tatsache ist: «Bei einer aufwendigen Rettungsaktion und einem langen Weg ins Spital reicht die Limite der Grundversicherung oft nicht», so Versicherungsexpertin Tatjana Merz-Kursawe. Die Zusatzversicherungen für Transporte kosten zwischen 70 und 600 Franken pro Jahr (siehe Tabelle im pdf-Artikel). Da Krankentransporte höchstens selten benötigt werden, lohnt sich eine Zusatzversicherung nicht immer.

Rettungen und Transporte gehören meist zum allgemeinen Krankenpflegezusatz, der auch Kosten für Brillen, nichtkassenpflichtige Medikamente oder Kuren übernimmt. Die Leistungen für eine Rettung sind nicht bei allen Kassen gleich. Das VZ Vermögenszentrum hat die Produkte der grossen Kassen verglichen: Am besten schnitten Wincare, Groupe Mutuel, die CSS- und die Helsana-Gruppe ab. Merz-Kursawe: «Wichtig ist eine hohe Deckung der Kosten.» Wincare z. B. zahlt unbegrenzt, die Classic von Sanitas maximal 2000 Franken pro Jahr, gehört deshalb nicht zu den besten vier Kassen im Vergleich.

Wichtig sei auch, dass die Versicherung Rettung und Transport zahle, betont Merz-Kursawe. Transportkosten entstehen, wenn der Patient aus medizinischen Gründen weder zu Fuss noch mit dem öffentlichen Verkehr reisen kann, also ein Taxi braucht. Die Grundversicherung zahlt auch hier nur die Hälfte und höchstens 500 Franken pro Jahr. Unter Rettung versteht man das Befreien aus einer Notlage und den notfallmässigen Transport ins Spital. Etwa bei einem Herzinfarkt. Eine Gönnerschaft bei der Rega ist kein Ersatz für die Versicherung: «Sie bietet nicht so umfassende Leistungen», sagt Merz-Kursawe. Zudem ist die Rega nicht verpflichtet zu zahlen.

29. Juni 2009 | Sonja Marti, Redaktion Gesundheitstipp


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