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Experten verkosteten für Kassensturz zehn oft verkaufte milde Senfe. Nur zwei Produkte überzeugten sie.
Grobkörnig oder glatt, süss oder feurig: Senf ist in zahlreichen Variationen erhältlich. Die Unterschiede entstehen durch die Verarbeitung und durch das Vermischen diverser Zutaten. 3500 Tonnen werden jährlich in der Schweiz gegessen. In der reichen Auswahl ist der milde Senf am beliebtesten.
Kassensturz wollte wissen, welche dieser milden Senfe am besten schmecken, und lud dazu fünf Experten zur Verkostung ein: Roger Flury von J. Carl Fridlin Gewürze AG in Hünenberg ZG, Tanja Grandits, Restaurant Stucki Bruderholz in Basel, Daniela Manser, Nachwuchs-Kochtalent, Mario Nanni, Restaurant Pinguin in Basel, und Beat Urech von Chratte Chuchi, Manufaktur für gesunde Delikatessen, in Bellikon AG. Die Jury beurteilte Aussehen, Geruch, Geschmack und Konsistenz mit Noten von 1 bis 6.
Das Ergebnis: Nur zwei der zehn Produkte haben alle Experten überzeugt. Am besten schnitt der Senf der Eigenmarke von Volg ab – mit 75 Rappen pro 200 Gramm einer der günstigsten im Test. «Dieser Senf ist nicht mehlig, sondern angenehm – beinahe wie eine Mousse», schwärmt Jungköchin Daniela Manser. Den Volg-Senf und das Produkt von Manor auf Rang drei stellt die Firma Beyeler in Dornach SO her.
Ebenfalls als «gut» bewertet wurde der Klassiker von Thomy: «Sehr ausgewogen. Für mich eines der besten Industrieprodukte, die wir in der Schweiz haben», findet Beat Urech. Allerdings kostet dieser Senf mehr als doppelt so viel wie der Testsieger – und gar das Dreifache des Drittplatzierten.
Ähnlich gut gefielen die Produkte der Eigenmarke von Manor, der Migros-Billiglinie M-Budget und von Aldi. Alle drei kosten 60 bzw. 65 Rappen. Nicht begeistern konnten dagegen der Prix-Garantie-Senf von Coop sowie die Migros-Marke «Le Bouquet» – Letzterer insbesondere wegen des Nachgeschmacks nach Plastik. Migros hält dagegen: Eigene Degustationen hätten andere Resultate ergeben. Trotzdem will Migros die beanstandeten Punkte überprüfen.
Das teuerste Produkt in der Degustation – der Bio-Senf von Manor (Fr. 3.10 pro 200 Gramm) – schnitt mit Abstand am schlechtesten ab. Roger Flurys Kritik: «Der intensive Essiggeschmack macht den Senf kaputt. Die Gewürznoten kann man kaum mehr wahrnehmen.» Manor schreibt zum schlechten Abschneiden: Das Produkt sei seit Jahren im Angebot. Bei der internen Degustation habe man keine Mängel festgestellt.
15. Juni 2009 | Peter Basler, Susanne Rufer
