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Die Nährwerte der Lebensmittel sind häufig in unrealistisch kleinen Portionen angegeben. Damit schummeln Hersteller die Produkte gesund.
Auf der Halbliter-Flasche Coca-Cola sind die Kilokalorien prominent und gut lesbar angeschrieben. Erst beim genaueren Hinschauen wird klar: Es sind die Angaben für die Hälfte des Inhalts. Dasselbe bei einer Pizza von Dr. Oetker: Die gut lesbare Kalorienzahl gilt für die halbe Pizza. Der Trick dahinter: Die Nährwerte werden «pro Portion» angegeben. Und was eine Portion ist, wird vom Hersteller definiert. Eine Portion Alesto-Erdnüsse von Lidl (25 g) entspricht gerade mal einer halben Handvoll. Und wer ein Stück Bündner Nusstorte von Coop isst (siehe Bild im pdf-Artikel), ist im Begriff, zwei Portionen zu verschlingen.
Vorschriften eingehalten, aber...
Der Verdacht liegt nahe: Die Angaben für kleinere Mengen sollen den wahren Kalorien-, Zucker- und Fettgehalt verschleiern. Die Hersteller halten zwar die Vorschriften ein, indem sie auch die Werte für 100 Gramm bzw. 100 Milliliter deklarieren – die Angaben gehen auf den fast rundum beschrifteten Verpackungen aber leicht unter.
Laut Migros-Sprecherin Monika Weibel wird jene Menge angegeben, die von einer durchschnittlichen erwachsenen Person konsumiert werde. Doch: Wer isst denn bloss eine halbe Pizza? Gemäss Coop «richten sich die Portionengrössen nach denjenigen des europäischen Lebensmittelverbandes». Der K-Tipp hat nachgesehen: Die Berechnung des Verbandes zum Nährwertbedarf und die Angaben zu Portionengrössen sind teils völlig unrealistisch. Dies haben Ernährungserxperten auch schon mehrfach kritisiert.
Ein weiteres Problem: Portion ist nicht immer gleich Portion. Einige Markenartikelhersteller sowie Coop und Migros haben sich auf einheitliche Grössen geeinigt. Bei Lidl hingegen ist eine Portion Pommes Chips 25 Gramm schwer, bei Coop & Co. aber 30 Gramm. Nationalrätin Edith Graf-Litscher (SP Thurgau) hat letztes Jahr in einer Motion die irreführenden Deklarationen und unrealistischen Portionenangaben kritisiert und eine klare Deklaration verlangt. Sie ist damit aber beim Bundesrat abgeblitzt.
15. Juni 2009 | Isabelle Meier, Redaktion K-Tipp
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