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Im Zürcher Unterland foutieren sich Migros und Coop um Umweltschutzauflagen.
Einkaufszentrum an Einkaufszentrum reiht sich im Industriegebiet von Bachenbülach und Bülach. Coop betreibt dort einen Megastore (4500 m2), die Migros ein Zentrum (17’500 m2). Die total 710 Parkplätze sind kostenpflichtig. Grundlage dafür ist ein Vertrag zwischen den Bauherren und dem Verkehrsclub der Schweiz.
Obwohl die Einkaufszentren nur mit dieser Baubewilligungsauflage realisiert werden durften, foutieren sich die Zentrumsleiter von Migros und Coop teilweise um die Vorschrift. Samstags und vor Feiertagen sind die Parkplatzschranken regelmässig oben. Und im Coop-Megastore hängt an den Zahlautomaten stets das gleiche Schild: «Defekt, Barriere offen».
Migros-Sprecherin Eve Pfeiffer rechtfertigt die samstags geöffneten Schranken: «Dies dient der Verkehrssicherheit und ist eine Abmachung mit der Stadtpolizei Bülach.» Polizei-Chef Hanspeter Handle weiss allerdings nichts von einer Abmachung: «Das Öffnen der Schranke war ursprünglich als Notmassnahme während der Eröffnung im 2005 gedacht, weil es zu Rückstaus auf die Hauptstrasse kam.»
Das kümmert die Migros nicht – Beispiel Auffahrtswoche: Obwohl keine Staus drohten, öffnete der Zentrumsabwart die Schranken schon am Freitag. Coop-Sprecher Christopher Hug argumentiert ähnlich. Er spricht zudem von «Ausnahmen» und schiebt die Schuld dem neuen Zentrumsleiter zu. Regelmässige Besucher wissen aber: Coop hat die Schranken seit Monaten samstags geöffnet.
Der Stadt Bülach waren die Missstände bis anhin nicht bekannt, sagt Stadtrat Hanspeter Lienhard. Seiner Ansicht nach ist die Bewirtschaftungspflicht «grundsätzlich durchzusetzen». Auch die Besitzerin des Migros-Zentrums sieht das so: «Wir erwarten, dass die Vereinbarung eingehalten wird», erklärt Verwaltungsrat Michael Glaus.
Aus den Parkplatzgebühren wird unter anderem der Ortsbus finanziert. Eigentlich ganz im Sinn von Coop und Migros, die gerne Umweltschutz predigen.
01. Juni 2009 | Daniel Jaggi, Redaktor K-Tipp
