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Heute kann man seinen Garten oder Balkon auch am Computer gestalten. Spezielle Internetseiten und Programme erlauben erstaunlich realitätsnahe Ansichten. Haus & Garten zeigt, welche Vorteile und Nachteile sie haben.
Wer seine Fantasien über Balkon- und Gartengestaltung ausleben will, kann das auch am Computer tun. Haus & Garten hat entsprechende Internetseiten und Programme näher angeschaut.
Virtueller Gartengang
Ein guter Einstieg ist die Internetseite «Virtual Garden» von BBC. Das Programm ist so einfach, dass man trotz englischer Anleitung schnell zurechtkommt. Als Erstes gilt es, die Umrisse seines Gartens oder Balkons mit der Maus mit einer Art Faden aufzuziehen. Dann gestaltet man den Boden mit Gras, Holzplatten oder Steinen. Nun platziert man mit der Maus hier ein Blumenbeet, dort einen Busch oder ein paar Sträucher.
Im virtuellen Garten kann man aus Hunderten von Bäumen, Blumen und anderen Pflanzen wählen und diese auf den Plan ziehen. Hat man ein schönes Plätzchen für den Liegestuhl unter dem Apfelbaum und eine gemütliche Ecke für den Gartentisch gefunden, kann zur Krönung ein kleiner Springbrunnen platziert werden. Fertig ist das Mini-Paradies.
Drückt man nun auf den 3D-Knopf, erzeugt der Computer aus dem Papierplan eine dreidimensionale Gartenansicht. Mittels Cursortasten kann man sich darin umschauen und sogar durch seinen Garten wandern. Über den Knopf «Save my garden» kann man sein Werk abspeichern.
Vorteil: Wer ohne Internetverbindung gärtnern will, kann das Programm auch kostenlos für Mac und Windows von der BBC-Site auf die eigene Festplatte herunterladen. Nachteile: Die 3D-Ansicht ist nicht bildschirmfüllend und die Pflanzendarstellung grobkörnig. Ferner kann man Objekte weder in der Grösse verändern noch mit anderen Farben versehen.
Einfacher Gartenplaner
Wer Gartenbeete, Möbel und Bäume mit genauen Massen in seine Planung einbeziehen will, findet bei smallblueprinter.com einen einfachen interaktiven Gartenplaner. Vorteil: Es können unterschiedlichste Pflanzen auf ein Karopapier gezogen und dort beliebig platziert und in der Grösse verändert werden. Nachteile: Auf 3D-Funktionen muss man verzichten. Die Pläne lassen sich in der Browserversion lediglich drucken und nicht speichern. Wer das will, kann beim Hersteller den Gartenplaner als Windows-Programm herunterladen. Nach einer Testphase kostet er gut 20 Franken.
Will man seine Grün-Oase am Computer präziser und dreidimensional gestalten, hilft nur der Griff zu einem Kaufprogramm. Haus & Garten hat das Gartenpaket von Rondomedia, den 3D-Gartenplaner von Data Becker und den 3D-Garten 9.0 von BHV einem Kurztest unterzogen. Für alle drei Lösungen gilt: Wer sich an diese Programme wagt, muss bereit sein, einige Stunden vor dem Computer zu verbringen.
Mehr für Architekten
Der Kurztest zeigte: Das Haus- und Gartenpaket von Rondomedia wendet sich in erster Linie an Architekten und nicht an Gartenfreunde. Als Programm für Computer Aided Design (CAD) ist es eher für die Hausplanung gedacht. Es gibt kaum vorgefertigte Pflanzen, dafür unzählige Fenster und Türen zur Auswahl.
Realistische Abbildungen
Beim 3D-Gartenplaner von Data Becker kann man das Gartengelände dreidimensional definieren. Hanglage, Mulden und Wiesenborde lassen sich realistisch abbilden. Im Programm hat es rund 2300 fixfertige Pflanzen in verschiedenen Wachstumsstadien sowie 1000 zusätzliche Gartenobjekte wie Liegestuhl, Grill und Sonnenschirm. Diese lassen sich einfach auf einen Papierplan ziehen und auch in dreidimensionaler Ansicht umplatzieren.
Vorteile: Der fertige Garten von Data Becker lässt sich beliebig begehen. Man kann sein Werk auf Augenhöhe oder aus der Baby-Perspektive betrachten und sogar über seinen Garten schweben. Ausgefeilt sind auch die Lichtfunktionen. Wer sich die Mühe macht, geografische Position und Ausrichtung seines Gartens zu definieren, kann den Sonnenlauf und die dabei erzeugten Schatten für einen beliebigen Tag als Animation abspielen.
Nachteile: Bis man die Bedienung des 3D-Gartenplaners begriffen hat, klickt man sich ziemlich lange durch Funktionen und Hilfetexte. Hinderlich ist vor allem, dass Data Becker kein gedrucktes Handbuch mitliefert und der auf der CD vorhandene Leitfaden eher rudimentär ist. Es fehlt auch ein echtes Pflanzenverzeichnis. Man pflanzt also einen Laubbaum im Sommer- oder Herbstgewand, ohne zu wissen, ob es sich dabei um eine Buche oder eine Eiche handelt.
Mit dem Lexikon gärtnern
Beim Programm 3D-Garten von BHV stellt man sich die Bepflanzung aus einem Lexikon zusammen. Dabei hat man die Wahl aus über 17’500 Pflanzen. Diese lassen sich nach Lebensraum, Farbe, Wuchshöhe oder sogar Duft selektieren. Die Datenbank hält für die meisten Pflanzen auch Krankheiten, Schädlinge und einen Pflegezeitplan bereit. So kann man seinen Garten also auch nach biologischen Kriterien gestalten.
Vorteile: Raffiniert ist, dass man seinen Garten im Jahreswandel betrachten kann – im Frühling in Vollblüte und im Spätsommer mit früchtetragenden Bäumen. Nachteil: Die 3D-Funktionalität der BHV-Lösung ist nicht so ausgefeilt wie bei Data Becker.
26. Mai 2009 | Kurt Haupt