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Artikel | K-Tipp 10/2009

Praktische Tastencodes für das Handy

Konferenzgespräche führen, die Kosten im Auge behalten, den Anrufbeantworter bändigen oder seine Telefonate umleiten – mit Codes ist das alles kein Problem.

Ein Handy bietet unzählige Zusatzfunktionen. Meist muss man sie aber mühsam in verschachtelten Menüs zusammensuchen. Einfacher geht es, wenn man einen bestimmten Befehlscode eintippt. Solche Codes sind standardisiert und funktionieren mit allen Handymodellen und Telefonanbietern.

Und so funktionierts: Statt eine Telefonnummer einzutippen und anzurufen, tippt man eine bestimmte Zeichenfolge ein (Beispiele siehe unten). Abschliessend drückt man jeweils wie gewohnt die Anruftaste. Auf einigen Geräten ist die Taste mit «Send» oder «Senden» bezeichnet. Nach dem Abschicken eines Codes erhält man jeweils eine Antwort auf dem Handybildschirm. Sämtliche Codes unterscheiden sich durch die Sonderzeichen * (Stern) oder # (Raute) von regulären Telefonnummern .


Seriennummer anzeigen

Code *#06# zeigt die Seriennummer des Handys (IMEI-Nummer) an. Am besten schreibt man sie auf. Wer sie weiss, kann das Handy sperren lassen, falls es gestohlen wird.


Beantworter ausschalten

Mit Befehlscodes lassen sich auch Telefonfunktionen ein- und ausschalten. Einer der wichtigsten Codes bei Auslandsreisen ist #004# (plus Anruftaste). Schickt man ihn ab, erhält man die Meldung «Umleitung deaktiviert». Der Code deaktiviert alle Gesprächsumleitungen und verhindert, dass Anrufer auf dem Telefonbeantworter landen. Das spart Kosten: Denn im Ausland zahlt man für eine hinterlassene Mitteilung bis zu Fr. 7.75. Um den Beantworter wieder einzuschalten: Nach der Rückkehr den Code *004# senden. Als Antwort kommt die Bestätigung «Umleitung aktiviert».


Anrufe umleiten

Normalerweise landet ein Anrufer auf dem Telefonbeantworter, falls man das Handy nach fünfmaligem Klingeln nicht abnimmt. Mit dem Code **61*Zielnummer# lässt sich der Anruf auf eine beliebige Nummer umleiten, etwa auf die Festnetznummer. Beispielsweise auf  044 123 12 12. Dazu tippt man die Zeichenfolge **61*0441231212# ein und betätigt ebenfalls die Anruf- oder Sendetaste. Die Umleitung erfolgt dann nach fünfmaligem Klingeln. Der Code #004# deaktiviert auch diese Umleitung. Vorsicht: Für so umgeleitete Gespräche zahlt der Angerufene dann im Inland bis zu 70 Rappen pro Minute.


Zu dritt plaudern

Mit Befehlscodes kann man auch eine kleine Telefonsitzung organisieren und zu dritt plaudern. Dabei muss lediglich der «Initiator» der Sitzung über ein Handy verfügen, die anderen dürfen auch am Festnetz sein. Der «Initiator» zahlt allerdings alle Gespräche. Der Ablauf ist einfach. Beispiel: Der Initiator ruft Eva auf der Nummer 079 111 11 11 an. Er begrüsst sie, tippt dann an seinem Handy die Ziffer 2 ein und drückt danach die Anruftaste. Nun landet Eva in der Wartschlaufe und hört Musik. Der Initiator wählt daraufhin ganz normal die Telefonnummer von Adam, also 044 777 77 77. Ist der Freund am Apparat, holt der Initiator mit der Ziffer 3 und Anruftaste Eva wieder aus der Warteschlaufe. Nun können alle drei gemeinsam plaudern. Die Konferenz lässt sich – je nach Anbieter – auf bis zu fünf Gesprächsteilnehmer ausbauen.


Anonym anrufen

Befehlscodes erhöhen auch die Privatsphäre. Wer seine Handy-Nummer geheimhalten will, kann diese beim Anrufen unterdrücken. Dazu muss er  den Code #31# eingeben und anschliessend die Nummer des Gesprächspartners. Man kann Nummern auch in diesem Format im Telefonbuch ab- speichern. Bei den meisten Handys kann man die Nummernanzeige aber auch permanent durch eine Einstellung im Systemmenü unterdrücken.


Gespräche sperren

Mit Kurzcodes lässt sich ein Handy auch für ankommende oder ausgehende Telefonate sperren:

  • In- und Ausland: Der Code *33*0000# blockiert sämtliche abgehenden Rufe im In- und Ausland. Das heisst, man kann auf dem Handy nur noch angerufen werden. Der Code #33*0000# hebt die Sperre auf. Genau das Gegenteil bewirkt *35*0000#: Man ist nicht mehr zu erreichen, kann aber selber jeman-den anrufen. Erst nach #35*0000# ist man wieder auf Empfang.
  • Anrufe ins Ausland: Solche Telefongespräche verbietet *331*0000#. Die Zeichenfolge #331*0000# hebt die Sperre auf. Leider unterstützen nicht alle Anbieter auf allen Abos sämtliche Arten, Anrufe zu sperren. Im Zweifelsfall helfen die Hotlines der einzelnen Anbieter weiter.



Kosten kontrollieren

Wer die Telefonkosten laufend kontrollieren will, kann sich nach jedem Anruf den «Verbrauch» auf dem Handy anzeigen lassen. Und so klappts:

  • Swisscom:
    - Prepaid-Abo: Mit dem Befehl *106*11# erhält man nach jedem Anruf ein SMS mit den Kosten der letzten Gesprächsverbindung und dem restlichen Guthaben. Der Code *130# ruft bei Swisscom jederzeit das verbleibende Guthaben ab. Wer ab und zu eine Internetverbindung benötigt oder MMS verschickt, erhält mit der Zeichen- und Ziffernfolge *106*21# jeweils eine Meldung mit den Gebühren der letzten Verbindung und dem aktuellen Guthaben.
    - Monats-Abos: Bei Abos mit Monatsrechnung muss der Handy-Besitzer einen umständlicheren Weg gehen und jedes Mal ein SMS mit dem Text Rechnung an die Nummer 444 senden. Danach erhält er eine Mitteilung mit dem aufgelaufenen Rechnungsbetrag. Dieser Dienst steht nur Privatkunden zur Verfügung. Wer das Wort Status an die Nummer 444 schickt, erfährt, wie viele Kilobyte von seinem Surfguthaben schon verbraucht sind.
  • Sunrise:
    - Prepaid: Hier fragt man sein Guthaben mit *121# ab.
    - Monats-Abo: Den aufgelaufenen Rechnungsbetrag und die verbleibenden Inklusiv-Leistungen ruft man über den Code *133# ab.
  • Orange:
    - Prepaid: Das Guthaben erfährt man zurzeit über die Eingabe folgender Zeichen und Ziffern: #121#.
    - Monats-Abos: Für diese Kunden gibts laut Orange erst ab Juni einen vergleichbaren Dienst zur Kostenkontrolle. Mit der Eingabe von #123# sollen dann unter anderem die laufenden Kosten und das verbleibende Surfguthaben abgerufen werden können.



Codes für das Festnetztelefon

Auch für das Festnetztelefon gibt es spezielle Tastencodes.

  • Mit der Tastenkombination *61Zielnummer# erreicht man, dass der Anrufer nach fünf Klingeltönen an die Zielnummer umgeleitet wird. #61# schaltet die Umleitung aus.
  • Praktisch ist auch *99#. Danach werden Anrufer mit unterdrückter Nummer automatisch abgewiesen. #99# schaltet diesen Dienst wieder aus.
  • Will man jemanden anrufen und seine Nummer geheimhalten, muss man vor der zu wählenden Telefonnummer die Sequenz *31 eintippen.


Eine Broschüre mit allen Codes für das Swisscom-Fixnetz findet sich im Internet unter www.swisscom.ch. geben Sie im Suchfeld «PDF Zusatzdienste» ein).

19. Mai 2009 | Kurt Haupt


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