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Auf vielen Smoothies sind schöne exotische Früchte abgebildet. Wer genau hinschaut, merkt aber: Davon ist nur wenig enthalten.
«Knorr vie» ist ein Smoothie, der angeblich 50 Prozent des täglichen Bedarfs an Früchten und Gemüse decken soll (siehe K-Tipp 5/09). Denn er enthält nicht nur Fruchtsaft, sondern auch Fruchtfleisch. «Knorr vie» gibt es zum Beispiel in der Geschmacksrichtung «Ananas, Passionsfrucht, Mais». Doch wer meint, das seien die wichtigsten Zutaten, täuscht sich. Der Saft besteht hauptsächlich aus wenig exotischen Zutaten wie Äpfeln (42 Prozent) und Karotten (26 Prozent). Zusammen machen sie fast drei Viertel des Inhalts aus. Der Anteil an Ananas, Passionsfrucht und Mais beträgt nur 26,5 Prozent.
Das ist kein Einzelfall: Beim Smoothie «Innocent» in der Geschmacksrichtung «Cranberry & Himbeere» machen die Heidel- und Himbeeren ebenfalls nur einen Viertel aus. Drei Viertel sind Äpfel, Bananen und Orangen. Von Hero wiederum gibt es den Drink «Fruit2day» in der Geschmacksrichtung «Mango Passion». Diese beiden Früchte machen zusammen immerhin 41 Prozent aus. Aber im Wesentlichen handelt es sich um einen Traubensaft.
Die drei erwähnten Produkte sind alle bei Coop erhältlich. Doch Coop weist jegliche Verantwortung von sich. Da es sich um Markenartikel handle, habe Coop «keinen Einfluss auf die Gestaltung der Etiketten», sagt Sprecherin Denise Stadler. Und: «Bei den Coop-Eigenmarken entspricht der Anteil der abgebildeten Früchte stets dem Anteil der Zutatenzusammensetzung.»
Hero, Innocent und Knorr argumentieren alle gleich: Abgebildet beziehungsweise auf der Etiketten-Vorderseite aufgeführt seien jene Zutaten, die geschmacklich dominant seien. Auch die Migros hat Getränke mit irreführender Bezeichnung. Zum Beispiel den Multifruchtsaft «Anna’s Best Jungle» in der Geschmacksrichtung «Yumberry & Granatapfel». Diese beiden Zutaten gäben dem Getränk «den speziellen Charakter», sagt Migros-Sprecher Urs Peter Naef. Und die Hauptzutaten – Traube und Blutorange – seien auf der Etikettenvorderseite, wenn auch in kleiner Schrift, ebenfalls erwähnt.
Migros verweist auf «Betriebsgeheimnis»
Der Migros-Kunde kann der Etikette allerdings nicht mal die Anteile der verschiedenen Zutaten entnehmen. Und auf Nachfrage heisst es nur: «Betriebsgeheimnis.»
19. Mai 2009 | Marco Diener, Redaktion K-Tipp
