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Artikel | saldo 09/2009

Via Bank versichert: Kaum Prämienvorteile

Immer mehr Banken bieten zu Hypotheken auch Versicherungen an. Das ist selten günstiger als bei einer Versicherungsgesellschaft, wie ein saldo-Vergleich zeigt.

Mit unseren Versicherungslösungen sind Sie und Ihre Angehörigen auch bei unvorhergesehenen Ereignissen finanziell abgesichert», wirbt die Raiffeisenbank für ihre Eigenheimversicherungen. Immer öfter offerieren Banken nicht nur Hypotheken, sondern bieten zugleich eine Risikoversicherung an. Mit einer Erwerbsunfähigkeitsversicherung soll sichergestellt werden, dass der Hausbesitzer bei Unfall oder Krankheit sein Heim weiter finanzieren kann. Die Banken werben damit, für den Kunden sei es von Vorteil, wenn die Hypothek und die Versicherung aus einer Hand kämen.


Nicht alle Banken offerieren ein entsprechendes Produkt

Hat der Kunde einen Preisvorteil, wenn er eine Erwerbsausfallversicherung über seine Bank statt eine Versicherungsgesellschaft abschliesst? saldo hat zusammen mit dem VZ Vermögenszentrum bei fünf Banken und elf Versicherern Offerten für eine solche Versicherung eingeholt. Bemerkenswert: Bei den Banken ist der Abschluss einer Erwerbsunfähigkeits-Versicherung in der Regel nicht an den Abschluss einer Hypothek gebunden.

Für den Vergleich wurde folgendes Beispiel verwendet: Ein 35-jähriger Mann sichert sich gegen Erwerbsausfall ab. Wird er wegen Unfall oder Krankheit invalid, zahlt ihm die Versicherung bis 65 eine monatliche Rente von 2000 Franken. Beim Prämienvergleich fehlen die Migros Bank, die Bank Coop und Postfinance. Sie bieten keine Erwerbsausfallversicherung an. Bei der Credit Suisse (CS) kann sich gegen Erwerbsausfall nur versichern, wer gleichzeitig eine Todesfallversicherung und eine Hypothek abschliesst. Darum wurden auch die CS-Institute in der Tabelle nicht berücksichtigt.


Versicherungen meist günstiger als Banken

Am günstigsten ist der Erwerbsausfall bei der Basler Versicherung gedeckt (siehe Tabelle im pdf-Artikel). Seit Anfang Mai kostet eine Police mit 28 Jahren Laufzeit – ohne Berücksichtigung allfälliger Überschüsse – voraussichtlich 16’039 Franken. Insgesamt schlagen sich die Versicherungslösungen der Banken im Vergleich recht gut. Nur in einem Fall ist die Offerte der Bank günstiger als jene der Versicherungsgesellschaft, die hinter der Bank steht. Raiffeisen bietet die Erwerbsunfähigkeits-Versicherung 1012 Franken günstiger an als die Partnerin Helvetia. Die Helvetia Versicherung erklärt dies damit, dass das Raiffeisen-Produkt stark standardisiert sei, was den Preis reduziere.

Die ZKB bietet das drittgünstigste Produkt an. Sie ist preislich praktisch identisch mit der Axa Winterthur, die als Versicherungsträgerin fungiert. Die Valiant Bank unterbreitet dieselbe Offerte wie ihre Partnerin Mobiliar. Die UBS arbeitet ebenfalls mit der Mobiliar zusammen, ist aber 6634 Franken teurer. Die Bank begründet dies damit, dass sie die Gesundheitsrisiken summarischer abkläre als andere. Auch die BEKB hat die Mobiliar als Partnerin, bietet aber ein eigenes Produkt an: Die Prämie wird jährlich dem sich verändernden Erwerbsunfähigkeits-Risiko angepasst. Das hat zur Folge, dass jüngere Versicherungsnehmer tiefere Prämien zahlen als ältere. Deshalb sind die Anfangsprämien vergleichsweise tief.


Überschussbeteiligung: Keine Garantie für tiefere Prämien

Der Vergleich zeigt, dass bei der grundsätzlich gleichen Versicherung – einer Rente von 2000 Franken – grosse Prämienunterschiede bestehen. Die Differenz zwischen der günstigen Basler und der teuersten Vaudoise beträgt 12278 Franken. Wer sich gegen Erwerbsunfähigkeit absichern will, sollte deshalb auf jeden Fall verschiedene Offerten einholen. Manche Versicherer locken mit Überschussbeteiligungen, die zur Reduktion der Prämie verwendet werden. Sie sind aber nicht garantiert. Stefan Thurnherr, Versicherungsspezialist beim VZ Vermögenszentrum, rät deshalb, auf den Bruttoprämien-Barwert statt den Netto-Barwert abzustellen.

Für Thurnherr sind Banken, die auch Versicherungen anbieten, «reine Produkteverkäufer». Für den Kunden sei es sicher bequemer, wenn er nur einen Ansprechpartner habe. Andererseits sei es von Vorteil, eine Zweitberatung einzuholen.


Erwerbsunfähigkeitsrente: Darauf sollten Sie achten

Bei Unfall oder Krankheit ist der Lohn von Angestellten maximal zwei Jahre lang gesichert. Die Krankentaggeld- und Unfallversicherungen zahlen in der Regel 80 Prozent des Salärs. Nach Ablauf der zwei Jahre drohen Einkommenseinbussen von 30 bis 40 Prozent. Gegen dieses Risiko kann man sich mit einer Erwerbsunfähigkeits-Rente absichern.

Bevor man eine solche Versicherung abschliesst, sollte man abklären, wie viel Geld IV und Pensionskasse im Invaliditätsfall zahlen. Wer eine gut ausgebaute Pensionskasse hat, braucht unter Umständen keine Zusatzversicherung. Gegen Invalidität durch Unfall sind Angestellte meist ausreichend versichert, weshalb sie auf diese Deckung verzichten können. Prämienersparnis: 10 bis 15 Prozent.

Selbständigerwerbende können auf die Unfalldeckung nur verzichten, wenn sie sich freiwillig im Rahmen des UVG versichert haben.

10. Mai 2009 | Thomas Lattmann, Redaktion saldo


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