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Acht Monate lang war Lukas Benz bei der Online-Agentur Seitensprung21 registriert. Sein Fazit: Ausser Spesen nichts gewesen.
Partnerbörsen gibt es im Internet wie Sand am Meer – auch solche, die sich vorab fürs Vermitteln von Sex-Abenteuern anpreisen. Lukas Benz (Name geändert) hatte somit quasi die Qual der Wahl. Auf der Suche nach einem erotischen Kontakt registrierte er sich schliesslich unter www.seitensprung21.ch. Die acht Monate dauernde Mitgliedschaft kostete ihn knapp 150 Franken.
Über einen Mangel an Kontaktvorschlägen konnte sich Benz nicht beklagen: Insgesamt 242 Profile von Frauen inkl. E-Mail-Adresse sandte ihm Seitensprung21 zu. Das sind rund dreieinhalbmal so viel wie bei der Anmeldung zugesichert. Allerdings: Schon mit den ersten Vorschlägen erhielt Benz ein Begleitschreiben. Darin wurde ihm eröffnet, dass die Liste neben aktuellen Gesuchen «ggf. Kontaktgesuche aus dem Archiv» enthalte. Zudem könne Seitensprung21 nicht gewährleisten, «dass sämtliche Kontaktprofile ständig aktiv» seien.
Benz hats gemerkt: 29 der ihm unterbreiteten E-Mail-Adressen erwiesen sich als ungültig – 24 davon stellte Seitensprung21 ihm noch ein zweites Mal zu. Und 75 weitere Adressen waren insofern ein Flop, als die Angeschriebenen nie reagierten. Auch von diesen Adressen bekam Benz einen Grossteil mindestens zweimal zugeschickt – zuweilen mit anderen Decknamen.
Während acht Monaten nur 15 Antworten
Unter dem Strich trafen bei Benz während der acht Monate gerade mal 15 Antworten ein: 13-mal gabs eine Absage – man habe bereits einen Partner gefunden –, und zweimal meldeten sich die Angeschriebenen auf Rückfrage nicht mehr. Lukas Benz ist ernüchtert und über das von Seitensprung21 Gebotene ziemlich verärgert. «Bedenklich» findet er zum Beispiel, «dass Partnervorschläge mit E-Mail-Adressen verschickt werden, die ungültig sind.»
Joachim Dunkel, Geschäftsführer von Seitensprung21, reagiert auf die Darstellung von Benz gereizt. Die grosse Mehrheit der Mitglieder mache «mit Sicherheit positive Erfahrungen». Und zu den ungültigen E-Mail-Adressen behauptet er, man bemühe sich, deren Quote so gering wie möglich zu halten. Im Übrigen hält Dunkel fest, dass die Zahl der Reaktionen in hohem Masse davon abhänge, wie man mit potenziellen Partnerinnen in Kontakt trete. Hätte sich Benz gemeldet, hätte man ihm Tipps für eine bessere Erfolgsquote geben können.
Doch Benz ist von der Qualität seiner Botschaften überzeugt: «Ich bin ein geübter Briefeschreiber.» An die Kontaktadressen habe er keine Standardtexte gesandt, sondern sorgfältig formulierte, persönlich geprägte Zeilen. Das war definitiv vergebliche Liebesmüh.
19. April 2009 | Gery Schwager, Redaktion K-Tipp
