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Absolute Return Funds werden ihrem Namen nicht gerecht: Statt Sicherheit und einer stetigen Rendite resultierten in der aktuellen Finanzkrise hohe Verluste.
Fonds wie «Absolute Return», «Total Return» oder «Target Return» tönen nach Sicherheit und satten Erträgen. Absolute Return Funds wurden 2003 nach dem Platzen der Internetblase als neue Anlageprodukte lanciert. Das Ziel: Fonds, die in jedem Marktumfeld einen Gewinn abwerfen. Die Renditen sollen auf einer Kombination unterschiedlicher Strategien beruhen, beispielsweise in einem breiten Spektrum von Anlageklassen, die von Obligationen bis zu Derivaten reichen.
Absolute Return Funds weisen keinen Kapitalschutz auf, die Banken empfehlen sie trotzdem konservativen Investoren: «Die Fonds sind interessant für alle Anleger, die spekulative Strategien vermeiden wollen», heisst es etwa bei der Credit Suisse. Ihre erste Bewährungsprobe haben die Funds nicht bestanden. Sie haben in der Finanzkrise nicht wie versprochen Gewinne eingefahren, sondern happige Verluste. Laut «Tages-Anzeiger» hat diese Produktkategorie in der Krise im Schnitt 20 Prozent an Wert verloren.
Ganz schlimm erwischt hat es den Absolute Return Bond Fund der UBS. Deshalb hat die Grossbank die Notbremse gezogen und den Fonds im November in den weniger risikoreichen Money Market Fund überführt – eine geordnete Liquidation. Seit seiner Eröffnung im 2006 hatte der Fonds 41,2 Prozent an Wert eingebüsst. Die CS hat ebenfalls einen Fonds (Target Return Fund) wegen grosser Verluste liquidieren müssen.
UBS-Produkte mit hoher Negativrendite
Auf dem Markt gibt es weiterhin Absolute Return Funds, die den Anlegern grosse Verluste bereiten. Der Clariden Leu Total Return Fund H zum Beispiel, auch von Postfinance angeboten, hat 2008 über 24 Prozent an Wert verloren. Und die UBS hat trotz ihrer bisherigen Erfahrungen noch Produkte im Sortiment, die durch hohe Negativrenditen auffallen: Die drei Absolute Return Funds mit der Bezeichnung UBS Key Selection Sicav erreichten letztes Jahr ein Minus zwischen 23 und 27 Prozent.
«Phasen, in denen die Performance unter dem Zielwert oder sogar im negativen Bereich liegt, sind nicht auszuschliessen», sagt UBS-Sprecherin Tatiana Togni. Die Riesenverluste rechtfertigt sie mit den «Verwerfungen an den Kreditmärkten, die nicht vorhersehbar waren». Es gibt auch Absolute Return Funds, welche die Finanzkrise dank einer defensiven Anlagestrategie fast unbeschadet überstanden haben. Die Absolute Return Bond Funds der Bank Vontobel beispielsweise haben 2008 lediglich 0,1 Prozent verloren. Der Absolute Return Bond Fund der Bank Julius Baer hat in den letzten zwölf Monaten sogar einen bescheidenen Gewinn von 0,12 Prozent erzielt.
Viele Fonds können sich nicht mehr halten
Nach Meinung von Rolf Biland, Anlageexperte beim VZ Vermögenszentrum, werden sich Absolute Return Funds mit hohen Kursverlusten nicht mehr lange halten können: «Das ist gelaufen. Die Banken werden diese Fonds früher oder später schliessen.» Biland erwartet eine neue Generation von Absolute Return Funds, für die sich die Marketingabteilungen noch einen neuen Namen ausdenken müssen. Zudem brauche es für diese Produkte klarere Kundeninformationen hinsichtlich Strategie, Zielen und Anlageschutz.
In der Vergangenheit sei den Anlegern suggeriert worden, dass mit Absolute Return Funds fast kein Verlust möglich sei. «Diese Nachlässigkeit können sich die Banken nicht mehr leisten», betont Biland. Aber auch für die zukünftigen Absolute Return Funds gilt: «Privatanleger, die in Anlagefragen nicht sattelfest sind, sollten keine solchen Produkte kaufen.»
14. April 2009 | Thomas Lattmann, Redaktion saldo