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Die Firma Life Forestry lockt umweltbewusste Anleger mit einer Traumrendite von «12 Prozent pro Jahr und mehr». Doch die Investition in Teakholz ist für Privatpersonen sehr unsicher.
Evelyne Düzel aus Winterthur ist überzeugte Umweltschützerin. Darum freute sie sich über das Angebot von Life Forestry, in Teakbäume im mittelamerikanischen Staat Costa Rica zu investieren. Solche Edelholzplantagen sind eine Alternative zum Kahlschlag in den Urwäldern des Amazonas und versprechen erst noch hohe Renditen. «Endlich hatte ich eine sinnvolle Investitionsmöglichkeit gefunden, um Umweltschutz und Geldanlage lukrativ zu kombinieren», freut sich Düzel.
Sie überwies deshalb im Sommer 2008 4800 Euro (rund 7200 Franken) an Life Forestry Switzerland in Stans NW. Dafür hat sie jetzt eine «Baumeigentums-Urkunde» über 100 Teakbäume. Gemäss Eigenwerbung wachsen bei Life Forestry nicht nur die Bäume, sondern auch die Erträge in den Himmel. Da ist von «hohen Renditen bei erstklassigen Zukunftsaussichten» die Rede. Investoren «erzielen eine jährliche Rendite von rund 12 Prozent und mehr und geniessen gleichzeitig ein Höchstmass an Sicherheit». Die «hervorragenden Renditen» seien auch «künftig sicher».
Ein Hinweis auf die Risiken fehlt im Kaufvertrag
Die Risikohinweise hingegen sind eher versteckt und verharmlosend. Im «Kauf- und Dienstleistungsvertrag», den die Anleger unterzeichnen müssen, sind nur die «erwarteten Investitionserträge» ausführlich dargestellt – ein Risikohinweis fehlt völlig. Ein solcher findet sich nur in den allgemeinen Geschäftsbedingungen – in absolut unverbindlicher Form: «Der Kunde ist sich bewusst, dass jedes Geschäft mit Risiken verbunden ist.»
In einer Broschüre von Life Forestry steht, das Risiko sei kleiner als bei internationalen Aktien. Trotzdem ist Skepsis angebracht:
Rückkauf nur mit einem hohen Verlust möglich
«Was ist, wenn ich das Geld früher wieder benötigen sollte?», fragt sich Evelyne Düzel. Dann siehts schlecht aus. Einen Handelsmarkt für Baumbestände gebe es nicht, sagt Geschäftsführer Peter Latzel: «Die Marktparameter sind so komplex, dass sich kaum ein realer Preis ermitteln lässt. Selbst unsere Bemühungen, einen regelmässigen weltweiten Marktpreis für Teakholz zu ermitteln, scheitern.»
Als sich Kundin Düzel nach einem Rückkauf ihrer 4800 Euro erkundigte, sagte man ihr am Telefon, es lägen höchstens 3500 Euro drin – 27 Prozent weniger, als sie acht Monate zuvor bezahlt hatte. Wer bei Life Forestry investiert, wird zwar Baumbesitzer. Die Bäume werden angeblich auch nummeriert. Die Käufer sind aber nicht grundbuchamtlich eingetragene Besitzer des Grundstücks. Nummernschildchen auf Bäumen sind eine wenig sichere Form der Eigentumsgarantie. Latzel schreibt dazu, es gebe «eigene Landeigentumsgesellschaften», und die Trennung von Landeigentum, Geldverwaltung und Vertrieb sei das «sicherste System» für die Kundschaft.
Lang gebundenes Kapital und unsicherer Ertrag
Life Forestry hat noch eine andere Hypothek zu tragen: Ihr Name erinnert stark an die Firma Prime Forestry, die 2006 von der Bankenaufsicht geschlossen wurde, weil sie ohne Erlaubnis Publikumsgelder entgegengenommen hatte. Die Prime Forestry hatte ihre «Baumpartner» mit Jahresrenditen von 14 Prozent angelockt. Das Bundesgericht hat festgestellt, dass die Investoren keinen ausreichenden Eigentumsnachweis über ihre Bäume hatten.
Peter Latzel betont dazu, Life Forestry und Prime Forestry hätten zu keinem Zeitpunkt etwas miteinander zu tun gehabt. Die Namensähnlichkeit sei «rein zufällig». Fazit von Daniel Kohler vom VZ Vermögenszentrum: «Das Kapital ist lange gebunden, und der künftige Ertrag unsicher. Deshalb eignet sich diese Investition nur selten für Privatpersonen.»
29. März 2009 | Fredy Hämmerli
