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Artikel | K-Tipp 06/2009

Das praktisch gleiche Velo 1400 Franken günstiger

Markenvelos sind teuer. Praktisch identische Modelle aus dem Vorjahr werden aber häufig deutlich günstiger verkauft. Der K-Tipp zeigt, worauf man beim Kauf eines neuen Velos achten sollte.

Die schlechte Nachricht: Der Markt bei Neuvelos spielt in der Schweiz nicht. Weil sich die Veloverkäufer ans Preisdiktat von Herstellern und Importeuren halten, sind neue Markenvelos fast überall gleich teuer – dies belegt eine K-Tipp-Stichprobe. So kostet Canyons aktuelles Damen-Citybike Globe D Urban bei allen angefragten Händlern exakt 1549 Franken. Die gute Nachricht: Vorjahresmodelle der gleichen Markenvelos sind leicht für mehrere hundert Franken günstiger zu finden. Sie unterscheiden sich meist nur in kleinen Details, die für den Käufer nur bei genauem Hinschauen erkennbar sind.

Dies bestätigt Urs Rosenbaum, Chefredaktor von «Ride Business», dem Fachmagazin für die Schweizer Fahrrad-Branche: «Oft unterscheiden sich Vorjahresmodelle in erster Linie nur in der Farbe. Die Technologie aber bleibt mehr oder weniger gleich.» Tatsächlich: Das aktuelle Globe, das neu grau statt blau gespritzt ist (siehe Bilder im pdf-Artikel), unterscheidet sich nur beim Tretlager und beim Schalthebel vom Vorjahresmodell – der Rest ist identisch. Trotzdem fällt der Unterschied beim Preis gewaltig aus: rund 500 Franken!

Ein weiteres Beispiel: Das aktuelle Mountainbike Vader FS 30 von Canyon ist in der Schweiz überall für 3999 Franken zu haben. Bei Risch Velos-Motos in Ilanz (GR) kostet das Vorjahresmodell hingegen satte Fr. 1201.– weniger. Neben der Farbe änderten sich beim Modell 2009 lediglich die Felgen und der Sattel (siehe Bilder im pdf-Artikel). Der K-Tipp hat die neuen und die alten Felgen und Sättel separat bei Veloplus in Wetzikon bestellt. Und siehe da: Die 2009er-Ausstattung ist nur Fr. 67.– teurer. «Es ist eigentlich das gleiche Velo», sagt Thomas Risch, Inhaber von Risch Velos-Motos.

Tipps: Fragen Sie beim Händler nach, ob er noch Vorjahresmodelle im Angebot hat. Nachfolgemodelle mit nahezu identischer Ausstattung behalten in der Regel ihre genaue Typenbezeichnung (z. B. GT Force 1.0). Lassen Sie sich die Unterschiede im Detail erklären! Wer sich nicht auf die Angaben der Verkäufer verlassen will, kann im Internet unter www.bikepedia.com die meisten Vorjahresmodelle bis zurück zu 1993 einsehen.

Ebenfalls gut zu wissen: Es gibt zahlreiche Händler, die auf den Verkauf von Vorjahresmodellen spezialisiert sind.


Tipps: Auf diese Punkte sollten Sie beim Kauf eines neuen Velos achten

  • Zweck: Wer heute ein Velo kaufen will, muss sich zuerst für einen Velotyp entscheiden. Ein Citybike eignet sich für komfortable Fahrten in der Stadt. Rennvelos und Mountainbikes sind leicht, wendig und vor allem fürs sportliche Fahren auf den Strassen (Rennvelos) und im Gelände (Mountainbikes) gedacht. Trekkingvelos sind Allroundvelos, leichter als Citybikes und bequemer als Mountainbikes. Sie sind allerdings nicht fürs Fahren in extremem Gelände einsetzbar.
  • Grösse: Achten Sie – unabhängig vom Velotyp – unbedingt darauf, dass das Fahrrad Ihrer Wahl die richtige Grösse besitzt. Es gilt die Faustregel: Schrittlänge in Zentimetern geteilt durch 4 ergibt Rahmengrösse in Zoll. Bei den Rädern gilt: Diejenigen von Strassenvelos sind in der Regel 28 Zoll gross, jene von Mountainbikes 26 Zoll. An alle Velos kann man kleinere Räder montieren (bringt mehr Stabilität).
  • Licht: Bei der Beleuchtung zählt vor allem die Helligkeit. Achten Sie darauf, dass die Velolampe einen genügend starken Lichtkegel auf die Strasse wirft. Das Rücklicht muss gut sichtbar sein und sollte mit Vorteil aus Leuchtdioden (LEDs) bestehen (siehe auch K-Tipp 19/08).
  • Bremsen: Die sogenannten V-Bremsen (mit Kabelzug) haben eine sehr gute Bremswirkung und sind mittlerweile weit verbreitet. Die beste Bremswirkung haben Scheibenbremsen. Sie sind aber vergleichsweise teuer und brauchen viel Wartung.
  • Schaltung: Wer mit einem Citybike in der Stadt unterwegs ist, braucht nicht unbedingt 27 Gänge. Viel wichtiger ist, dass der kleinste und der grösste Gang den persönlichen Ansprüchen genügen. Sportliche Fahrer dagegen sollten mehr Wert auf eine feine Abstufung legen, also auf viele Gänge. Deshalb: Vor dem Kauf unbedingt eine Testfahrt unternehmen!
  • Federung: Ein voll gefedertes Velo bringt Komfort, ist für die Fahrt zum Einkauf aber nicht nötig. Heute haben auch viele Citybikes eine Federgabel, hinten genügt den meisten eine gefederte Sattelstütze. Mit der Federung steigen auch Preis und Wartungsaufwand.
  • Räder/Felgen/Pneus: Es gibt für jeden Zweck und jedes Velo unterschiedliche Räder, Felgen und Pneus (grob, fein, breit, schmal). Lassen Sie sich beraten!

22. März 2009 | Darko Cetojevic, Redaktion K-Tipp


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