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Artikel | Gesundheits-Tipp 03/2009

Das sind die gesündesten Rotweine

Resveratrol ist ein natürlicher Stoff, der das Herz schützt. Wie viel davon Rotweine enthalten, hängt von der Anbaumethode und vom Klima ab. Das zeigt eine Stichprobe des Gesundheitstipp.

Rotwein enthält zahlreiche gesunde Stoffe. Der wichtigste ist Resveratrol. Er stammt aus den Schalen und Kernen der Trauben und ist gut fürs Herz. Forscher vermuten, dass Resveratrol sogar das Altern verlangsamen und vor Krebs schützen kann. Mediziner empfehlen mindestens 0,5 Milligramm Resveratrol pro Tag. Doch nicht jeder Wein enthält gleich viel von dem gesunden Stoff: Es gibt grosse Unterschiede, wie jetzt eine Stichprobe des Gesundheitstipp zeigt. Er liess 30 Rotweine aus verschiedenen Ländern auf den Gehalt an Resveratrol testen. Das Resultat: Die Bio-Weine enthielten im Schnitt doppelt so viel Resveratrol wie entsprechende Weine aus konventionellem Anbau (siehe Grafik im pdf-Artikel). Zudem schnitten Weine aus eher kühlen und feuchten Regionen wie aus den Schweizer Bergen oder dem Norden der USA besser ab als solche aus warmen, trockenen Anbaugebieten wie Kalifornien, Südafrika oder Spanien.

Das hat einen Grund: Resveratrol ist ein Abwehrstoff der Traube gegen Mehltau und den Botrytis-Pilz. Und in kühlen, feuchten Regionen sind Pilzkrankheiten häufig. Frank Hesford von der Forschungsanstalt Agroscope: «Trauben bilden dort deshalb mehr Resveratrol.» Ähnliches gilt für Bio-Reben, so Dominique Lévite vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau (Fibl) in Frick AG: «Sie werden nicht gegen Pilzkrankheiten gespritzt. Bio-Reben müssen sich aus eigener Kraft wehren.»


0,5 dl Solum Dôle genügen für die empfohlene Tagesdosis

So enthielt der biologisch hergestellte Solum Dôle du Valais von Coop 8,7 Milligramm Resveratrol pro Liter. Die empfohlene tägliche Mindestdosis steckt bereits in etwas mehr als einen halben Deziliter. Der konventionell angebaute Dôle du Valais von Eurospar hatte nur 2,7 Milligramm Resveratrol. Man müsste bereits 2 Deziliter trinken, um auf die gleiche Menge zu kommen. Noch extremer war der Unterschied bei den Primitivos aus dem italienischen Apulien. Dort enthielt der Bio-Wein von Perrini sogar fünfmal so viel Resveratrol wie der konventionell produzierte Epicuro Primitivo di Manduria (siehe Tabelle rechte Seite). Am besten schnitt der Duck Pond Pinot noir mit 9,2 Milligramm pro Liter ab. Der Wein stammt aus Oregon im Nordwesten der USA, einer kühlen und feuchten Weinregion.

Am wenigsten Resveratrol – nur gerade 0,3 Milligramm – hatte es in den beiden Weinen aus dem sehr warmen, trockenen Klima Kaliforniens: der Shiraz Woodbridge von Robert Mondavi und der Cabernet Sauvignon von Fetzer. Von ihnen müsste man mehr als eineinhalb Liter trinken, um auf die empfohlene Tagesdosis zu kommen. Neben Herkunft und Anbau spielen weitere Faktoren für den Resveratrol-Gehalt eine Rolle. Weinexperte Frank Hesford: «Es kommt auch auf den Jahrgang an beziehungsweise wie das Wetter im entsprechenden Jahr war.» Auch die Traubensorte kann entscheidend sein: Pinot noir, auch Blau- oder Spätburgunder genannt, enthält eher viel Resveratrol, wie frühere Untersuchungen zeigten. Ebenso beeinflusst die Weinherstellung den Anteil etwa dadurch, wie lange der Wein auf der Maische gärt.

Grossverteiler und Weinhändler wissen meist nicht, wie viel Resveratrol in ihren Weinen steckt. Eigene Messungen haben die wenigsten gemacht. Eine Ausnahme sind die Schuler St. Jakobskellerei und deren Tochter Rio-Getränkemarkt. «In unseren eigenen Weingütern versuchen wir, Trauben mit viel Resveratrol zu produzieren», begründet Chefönologe Andreas Florin. Eurospar-Sprecherin Silvia Manser sagt, dass die Firma beim Einkauf des Weinsortiments dem Resveratrol-Gehalt keine Beachtung schenke. Geschmack und naturnahe Produktion würden den Ausschlag geben. Und bei Denner heisst es: «Der Gehalt lässt sich wenig beeinflussen.»


Tipps: Wein fürs Herz – Das können Sie tun

Darauf müssen Sie achten:

  • Kaufen Sie Bio-Wein. Er enthält viele gesunde Stoffe und keine Pestizide.
  • Besonders viel gesundes Resveratrol ist in Weinen aus kühlen, feuchten Regionen. Zum Beispiel aus Graubünden, der Ostschweiz, dem Wallis, aus Kanada und in den USA aus Oregon und Washington State.
  • Rebsorten wie Blauburgunder (Pinot Noir), Gamay und Merlot enthalten meist viel Resveratrol.
  • Kaum Resveratrol hat es in Weisswein und Traubensaft.

15. März 2009 | Sonja Marti, Redaktion Gesundheitstipp


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Kommentare (1)

 
  • le_saint_m | 27.03.2009, 07:48

    Thema gut, Artikel und Vorgehensweise nicht gut

    Natürlich ist dieses Thema sehr interessant, aber bei
    näherem ansehen ist die Wahl der Weine schon sehr komisch! Es
    sind nur Grossverteiler angefragt worden. Und die andern 10'000 Winzer
    der Schweiz, die die Beste Qualität produziert, so dass sie auf
    Grossverteiler nicht angewiesen sind?

    Dann noch die Auslese der Rebsorten. Wo sind die PIWI-Weine? PIWI =
    Pilz widerstands fähige Rebsorten, also solche die nicht wie Bio
    14 Mal mit Schwermetall (4g pro Quadratmeter pro Jahr) behandelt
    werden, sondern überhaupt nicht chemisch gespritzt werden
    müssen.

    Zudem würde mich interessieren, wer (welches Labor) die Analyse
    gemacht hat. Wieviel die Analyse kostet. Warum haben sie nicht die
    Winzer der Schweiz eingeladen, an diesem Thema mitzuwirken. Ich
    hätte sofort eingewilligt, meine Weine testen zu lassen. Für
    weitere Informationen können sie sich unter www.vin-du-jura.ch
    einsehen.
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