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Eine neue Studie zeigt: Es spielt keine Rolle, welche Diät man wählt, um abzuspecken. Alle nützen gleich wenig. Viel besser ist es, die Essgewohnheiten zu ändern.
Diätpäpste geben alle möglichen Ratschläge: Der US-Ernährungswissenschafter Robert C. Atkins empfahl zum Beipiel, wenig Kohlenhydrate zu essen. Andere Diäten sparen beim Fett oder beim Eiweiss. Jetzt beweist eine Studie aus den USA: Es kommt nicht darauf an, welche Diät man wählt. Nur die Anzahl der eingenommenen Kalorien zählt fürs Abspecken.
Verhalten wichtiger als Zusammensetzung der Mahlzeiten
Die Wissenschafter hatten über 800 Amerikanerinnen und Amerikanern Diäten mit unterschiedlichen Fett-, Kohlenhydrat- und Eiweissanteilen verordnet. Alle Teilnehmer der Studie assen täglich rund 800 Kalorien weniger als üblich. Daneben luden sie Diätexperten regelmässig zu Beratungsgesprächen ein.
Die meisten Teilnehmer waren nicht erfolgreich: Nach einigen Monaten hatten sie zwar durchschnittlich 6 Kilogramm abgenommen. Doch zwei Jahre nach dem Start der Diät waren sie lediglich 3 bis 4 Kilogramm leichter als zuvor – unabhängig von der Diät.
Der Zürcher Präventivmediziner David Fäh sagt: «Die Studie zeigt, dass das Verhalten der Abspeckwilligen wichtiger ist als die Zusammensetzung der Mahlzeiten.» Denn einzelne Teilnehmer der Studie waren viel erfolgreicher als der Durchschnitt: Sie konnten bis zu 9 Kilogramm abnehmen und ihr Gewicht danach halten. Auch bei diesen Teilnehmern fanden die Wissenschafter keinen Zusammenhang zwischen der verordneten Diät und der Gewichtsabnahme.
Erfolg verspricht die schrittweise Änderung des Lebensstils
Doch Präventivmediziner David Fäh rät grundsätzlich von Diäten ab: «Wenn man eine Diät macht, ist die Wahrscheinlichkeit gross, dass man in fünf Jahren wieder das gleiche Gewicht hat oder sogar noch schwerer ist.» Denn die meisten Menschen haben laut Fäh grosse Mühe, das mit einer Diät erreichte tiefere Körpergewicht langfristig zu halten.
Für die dauerhafte Gewichtsreduktion bringe es mehr, seinen Lebensstil in kleinen Schritten zu verändern – zum Beispiel, indem man den Arbeitsweg mit dem Velo oder zu Fuss zurücklegt oder sich tägliches Frühstücken angewöhnt. «Die Chance ist grösser, das man solche Veränderungen des Lebensstils ein Leben lang umsetzt.»
Präventivmediziner David Fäh ist überzeugt, dass selbst ein geringer Gewichtsverlust gut für die Gesundheit ist: «Dabei verkleinert sich das Risiko für Herzkrankheiten und Diabetes deutlich.»
14. März 2009 | Andreas Gossweiler
