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In feuchten Keller- und Hobbyräumen können gefährliche Schimmelpilze gedeihen. Dagegen hilft richtiges Lüften – oder ein baulicher Eingriff.
Es riecht modrig, die Wände sind feucht oder überzogen von Schimmelflecken, manchmal bröckelt sogar der Verputz. Die Ursache solcher Schäden in Kellerräumen ist bekannt: Es ist die Feuchtigkeit, die etwa von aussen ans Haus drückt oder aus dem feuchten Erdreich in Fundamente und Bodenplatte gelangt und im Mauerwerk nach oben steigt. Bauliche Massnahmen können helfen, das Problem in den Griff zu bekommen (siehe unten). Häufig ist aber nicht eindringende Feuchtigkeit für den Schimmelpilzbefall verantwortlich, sondern falsches Lüften (siehe auch Haus&Garten 4/07).
Lüften im Sommer schadet meist
Der Trugschluss beruht darauf, dass ein feuchter Keller besonders in der warmen Jahreszeit ordentlich gelüftet werden sollte. Doch wer dies in den Sommermonaten häufig tut, erreicht genau das Gegenteil dessen, was er bezweckt. Denn je wärmer die Luft ist, umso mehr Wasser kann sie aufnehmen. Gelangt nun zum Beispiel nach einem Gewitter feuchtwarme Luft in den Keller, streift sie an den Kelleraussenwänden vorbei und kühlt sich ab. Dabei kondensiert die Luftfeuchtigkeit an den kalten Oberflächen der Kellerwände. Die Folge: An den Mauern schlägt sich noch mehr Wasser nieder. Eine Belüftung macht also im Sommer nur dann Sinn, wenn die zugeführte Aussenluft kühler oder trockener ist als die Raumluft im Keller. Aus diesem Grund sollte man während Hitzeperioden die Kellerfenster nur in den Morgenstunden oder während der Nacht öffnen. Dies gilt auch dann, wenn viel Feuchtigkeit in den Keller gelangt ist – etwa nach einem Sommergewitter. Auch automatische Kellerlüftungsanlagen sollten an Hitzetagen geschlossen oder ausgeschaltet werden.
Kühle Winterluft entzieht dem Keller Feuchtigkeit
Die umgekehrte Wirkung ergibt sich, wenn man die kalte Jahreszeit zur Belüftung von Kellerräumen nutzt. Sie ist in kalten und kühleren Zeiten nämlich deutlich effizienter: Der Keller wird durch das Lüften immer trockener. Dies liegt daran, dass insbesondere im Winter die Aussenluft meistens sehr kühl ist und daher wenig Wasserdampf aufnehmen kann. Gelangt diese Luft in den Keller, erwärmt sie sich. Dies hilft, dem Keller Feuchtigkeit zu entziehen. Im Winter kann man Kellerräume auch tagsüber lüften (im Idealfall je 5 bis 10 Minuten pro Stunde).
Die Stiftung Warentest hat diesen Effekt nachgemessen: Wird beim Lüften im Winter
0 Grad Celsius kalte Luft bei 40 Prozent Luftfeuchtigkeit in den Keller gelassen, so enthält sie 2 Gramm Wasser pro Kubikmeter. Wird diese Luft dort auf 18 Grad Celsius erwärmt, kann sie viel Wasser aufnehmen (auch aus feuchten Wänden). Wird die Luft beim nächsten Lüften bei angenommenen 60 Prozent Luftfeuchtigkeit aus dem Haus befördert, enthält sie 9 Gramm Wasser. Jeder Kubikmeter Luft hat also 7 Gramm Wasser aufgenommen, die sich auf diese Weise aus dem Keller lüften lassen.
Der Keller als Hobbyraum
Nicht selten werden heute Keller als Hobbyräume genutzt. Wer seinen Keller etwas «wohnlicher» machen will, sollte allerdings vorsichtig ans Werk gehen. So ist es zum Beispiel nicht ohne Risiko, Kellerwände mit Holzlatten oder Kartonplatten zu verkleiden, da sich hinter der Verkleidung feuchte Stellen bilden können. Daher sollte man zunächst sorgfältig kontrollieren, wie feucht die Oberfläche ist – zum Beispiel mit einem Hygrometer (Gerät zum Messen der relativen Luftfeuchtigkeit).
Grundsätzlich gilt: Wandverkleidungen nie vor bereits feuchte Wände setzen, da sich Schimmelprobleme dadurch noch verstärken können. Wenn im Keller Material und Geräte benutzt werden, die auf Feuchtigkeit empfindlich reagieren, sollte die Temperatur 15 bis 16 Grad Celsius nicht unterschreiten. Auf der anderen Seite gilt aber auch: Wer im Keller keine feuchte- und schimmelempfindlichen Materialien lagert, kann mit einem gewissen Mass an Feuchtigkeit durchaus leben.
Bauliche Massnahmen
Feuchtigkeit, die von aussen ins Haus eindringt, kann eine Ursache von Schimmelbildung im Keller sein. Das Problem verschärft sich dort, wo Regenwasser in der Nähe des Hauses im Boden versickert oder wo sich aussen an der Hauswand ein Wasserhahn befindet. Daher sollten Regenrinnen, Fallrohre und Bodenabflüsse regelmässig gesäubert werden. Für grössere Eingriffe sollte man in jedem Fall Fachleute beiziehen (Bauphysiker, Mauersanierungs-Firma).
Kellerräume trocknen: Geräte und Methoden
07. März 2009 | Stefan Christen
