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Artikel | saldo 04/2009

Für die Inkassofirma Billag wird es eng

Der Unmut über die SRG-Inkassofirma Billag nimmt zu. Jetzt plant ein Komitee eine Volksinitiative gegen überhöhte TV-Gebühren.

Die Billag kassiert im Auftrag des Bundes die Radio- und Fernsehgebühren ein. Und verdient gut dabei: 2008 steckte die Inkassofirma 53 Millionen Franken in die eigenen Taschen (saldo 19/2008). Wofür die Tochtergesellschaft der Swisscom so viel Geld braucht, bleibt ein Geheimnis. In die Unternehmenszahlen lässt sich die Billag nicht blicken: Obwohl sie einen öffentlichrechtlichen Auftrag erfüllt, publiziert sie weder Umsatz noch Gewinn. Gegen diese Geheimniskrämerei formiert sich seit Monaten Widerstand. Zudem werden die Billag-Kontrolleure schlecht entlöhnt (saldo 18/08).


Komitee plant eine Volksinitiative für tiefere Billag-Gebühren

Auf der Internetseite www.byebyebillag.ch läuft eine Umfrage, bei der bisher 10’000 Personen ihre Meinung zur Billag, zum Inkassosystem und zur SRG kundgetan haben. Initiantin Francisca Brechbühler: «Niemand ist mit dem aktuellen System zufrieden.» Die Umfrageresultate werden ausgewertet, die Lösungsmodelle mit Experten geprüft. Das Initiativkomitee um Brechbühler will spätestens im Sommer eine Volksinitiative lancieren. Gemäss der von Brechbühler gegründeten Internetseite bei Facebook wollen schon über 40 000 Leute eine «Volksinitiative gegen überhöhte Billag-Gebühren» unterstützen. Ihr Ziel: Radiohören und fernsehen soll maximal 100 Franken pro Jahr und Steuerpflichtigen kosten. Die Behörden sollen die Gebühren gleichzeitig mit der Bundessteuer erheben.


Der Preisüberwacher fordert die Abschaffung der Billag

Diese privaten Initianten haben Mitte Februar vom Preisüberwacher Stefan Meierhans Unterstützung erhalten: Er forderte die Abschaffung der Billag und verlangte Gebührensenkungen. Und die Nationalratskommission fürs Fernmeldewesen fordert den Bundesrat in einem Postulat auf, Alternativen zum Inkassosystem der Billag vorzulegen. Zu prüfen sei auch, ob für Internet und Handys wirklich Gebühren zu verlangen sind, so wie es die Billag auf Anweisung des Bundes ab September tun will.

01. März 2009 | Petra Stöhr, Redaktion saldo


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Kommentare (4)

 
  • Kichi | 05.02.2010, 08:33

    Aufwand senken

    Die Idee, grundsätzlich TV/Radiogebühren zu zahlen finde ich
    OK. Dabei sollten sich von der Gebühr befreite oder angeblich
    nicht Radiohörer aktiv abmelden können. Das Inkasso muss
    vereinfacht werden (z.B. Steuerrechnung). Man rechne nur die Versand-
    und Inkassokosten der Billag-Rechnungen aus. Schwer zu glauben ist,
    das es in der Schweiz Haushalte ohne Radio, TV oder Internet gibt.
    Jedes Auto hat ein Radio eingebaut, sogar in jedem Kuhstall läuft
    Musik. Dabei zahlen wir in der Schweiz Empfangsgebühren pro
    Haushalt, nicht für jedes Gerät!
  • Fischbrot | 02.02.2010, 11:23

    ..ich verstehs noch immer nicht...


    ..ich verstehs noch immer nicht... die ganze schweiz zahlt brav
    kirchensteuer, obwohl kaum noch einer hingeht.

    es steht einem jedoch jederzeit frei, aus der kirche auszutreten und
    so die steuer zu sparen. wieso also nicht auch ein solches modell
    für die fernsehgebüren?

    unser leben ist voll von versteckten abgaben und
    quersubventionierungen, über die sich kein mensch aufregt. wir
    alle zahlen ständig für sachen, in deren genuss nur die
    anderen kommen.

    kaum jedoch erlangt ein thema medienaufmerksamkeit, ist das
    wehgeschrei gross... wir sind schon ein lustiges völkchen ;-)

  • Sokratesse | 28.01.2010, 08:06

    Wieso nicht die einfache Variante wählen?

    Wie hier schon jemand gesagt hat, warum nicht bei allen Haushalten
    Gebühren einziehen. Sollte jemand keinen TV oder Radio besitzen
    kann er das melden, auch EL-Bezüger können sich melden. Das
    macht jedenfalls nur einen kleinen Teil der Bevölkerung aus, der
    administrative Aufwand wäre viel kleiner. Und die Kontrollen
    könnten bei den Gebührenbefreiten einfacher und schneller
    erfolgen.

  • marioca | 27.01.2010, 16:47

    abzocke

    Ich sehe nicht ein, weshalb ich eine Zwangssteuer zahlen soll für
    etwas das ich nicht will. Wenn schon diese Steuer, dann soll der
    "Luxus" gestrichen werden oder privatisiert. Nur ein
    TV/Radio-Sender pro Sprachregion damit könnten die Kosten tief
    gehalten werden (100 Franken pro Jahr).
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