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Artikel | K-Tipp 03/2009

Kleine Hilfsmittel, grosse Wirkung

Wer viel am Computer sitzt, riskiert körperliche Beschwerden. Mit einer handgerechten Maus und flexibler Tastatur arbeitet man bequemer und gesünder – das gilt vor allem für Nutzer on Notebooks.

Rücken-, Kopfschmerzen, Maus-Arm, Verspannungen: Rund ein Drittel der Schweizerinnen und Schweizer haben Schmerzen während der Arbeit. Dies das Ergebnis mehrerer Gesundheitsbefragungen. Die grössten «Gesundheitskiller» am Arbeitsplatz sind Notebooks, die immer häufiger «richtige» Arbeitsplätze mit Tastatur und Bildschirm ersetzen. Die mobilen Rechner werden immer kleiner und sind somit wenig körperschonend (ergonomisch). Ihre Tastaturen sind schmal und zwingen zu einer unnatürlichen Armhaltung. Der Bildschirm ist zu tief angebracht und lässt seinen Besitzer regelrecht einknicken. Doch Abhilfe ist möglich. Der K-Tipp sagt, was Sie tun können.

  • So gibt es in der Schweiz beispielsweise von Dreamcom (http://dreamcom.ch) Notebooks mit höhenverstellbarem Bildschirm. Wer kein neues Notebook kaufen will, sollte es zumindest im Büro auf einen speziellen Halter stellen:
  • Von Logitech gibt es in der Alto-Reihe verschiedene Notebook-Ständer, teils sogar inklusive Tastatur.

Empfehlenswert ist ausserdem, die Notebook-Tastatur durch eine ergonomische Volltastatur zu ersetzen. Modelle mit Bluetooth-Funk lassen sich in der Praxis am einfachsten nutzen. Die Verbindung zwischen Tastatur und Notebook erfolgt drahtlos. Die Bluetooth-Funktechnik ist in den meisten Notebooks bereits eingebaut und geht sehr sparsam mit Akkus und Batterien um. Auch eine handfreundliche Maus ist als Bluetooth-Modell schonender als die integrierten Mausersatz-Lösungen bei Notebooks. Komplette Tastatur/Maus-Sets für Note- books gibt es in jedem Computershop.


«Vertikale Mäuse» und Trackballs

Wer täglich hundertfach auf seine Maus klickt und sie permanent über die Pultplatte schubst, überlastet schnell Finger, Hand und Arm – mit schmerzhaften Folgen: Sehnenscheidenentzündung und andere Bewegungsschmerzen können chronisch werden. Ursache sind oft zu kleine Mäuse, die zu einer unnatürlichen Haltung zwingen. Zur Prävention gibt es unzählige Mausmodelle. Beispiele:

  • Wissenschaftler an den medizinischen Universitäten von Rotterdam und Maastricht haben eine Maus mit dem Namen «HandshoeMouse» (www.handshoemouse.com) entwickelt. Diese sorgt dafür, dass Hand und Finger entspannt auf der Maus ruhen, wenn nicht geklickt oder geschoben wird. Die Handschuhmaus gibt es in drei Grössen.
  • Erholsam sind auch «vertikale Mäuse». Die Hand befindet sich beim Bedienen solcher Mäuse in einer Art Karate-Stellung, was ein Verdrehen des Gelenkes verhindert. Prominenter Hersteller dieses Maustyps, den es auch als Linkshänder-Version gibt, ist Evoluent (www.verticalmouse.de).
  • Erleichterung kann auch die Verwendung eines Trackballs statt einer Maus bringen. Dabei wird mit den Fingerspitzen eine gelagerte Kugel bewegt, der Handballen bleibt dabei stationär. Die Hersteller Kensington und Logitech bieten verschiedene Trackball-Modelle an.
  • Bei der Anir-Maus, die von 3M als Ergonomic-Mouse vertrieben wird, hält man eine Art Stab und schiebt diesen über das Pult.
  • Wer gar keine Maus will, kann natürlich auch ein Zeichenpad im A5-Format verwenden. Dann steuert man den Mauszeiger auf dem Bildschirm, indem man einen Stift über einen digitalen Skizzenblock bewegt.



Tastatur: Geschwungen und geknickt


Kaum neue Entwicklungen hat es in den letzten Jahren bei den ergonomischen Tastaturen gegeben. Keyboards mit einer gespreizten Tastenanordnung sollen eine lockere Handhaltung ermöglichen. Zusätzlich werden die Tasten auf einer wellenförmigen Oberfläche angelegt, was ebenfalls Verkrampfungen verhindern soll.

  • Logitech verkauft ihr «Wellness für die Hände» als «Desktop Wave Pro».
  • Microsoft hat die Wirksamkeit seiner Ergonomie-Tastatur «Natural Ergonomic Desktop 7000» sogar wissenschaftlich untersuchen lassen.

In der Praxis sind aber viele Tastaturen mit ihrem Nummernblock und den Sonderfunktionstasten so breit, dass die Maus weit rechts auf dem Pult zu liegen kommt, was zu Verkrampfungen führen kann. Dieses Problem lösen schmalere Tastaturen ohne Nummernblock. Solche Modelle gibt es beispielsweise von Fujitsu Siemens und Cherry.


Klick-Geschwindigkeit anpassen

Oft bringen schon gelgefüllte Auflegepolster für Hand und Arm die nötige Entlastung. In der Praxis hilft aber nur Ausprobieren.

  • In Spezialgeschäften wie Me-First in Zürich (www.me-first.ch) kann man verschiedene ergonomische Geräte ausprobieren.
  • Daneben gibt es auch Software-Tricks für schonendes Arbeiten. Sinnvoll ist, in Windows die Geschwindigkeit des Maus-Doppelklicks zu verlangsamen und so einen entspannteren Rhythmus zu finden: >Systemsteuerung >Maus >Tasten
  • Das englische Gratis-Programm Workrave (www.workrave.org) sorgt dafür, dass auf dem Bildschirm regelmässig Anweisungen für Pausen und Übungen erscheinen.



Suva-Tipps für Bildschirmarbeit

  • Bildschirm anpassen: Auflösung, Helligkeit und Kontrast einstellen. Bildschirmoberkante 5 bis 10 Zentimeter unter Augenhöhe, gerade Blickrichtung, keine Störung durch Aussenlicht.
  • Richtige Tischhöhe: Arme sollten ohne hochgezogene Schulter flach auf dem Tisch aufliegen.
  • Stuhl: Richtig einstellen – entspannt sitzen.
  • Mehr Bewegung: Nach Möglichkeit zwischendurch im Stehen arbeiten oder statt auf einem Stuhl auf dem Sitzball. Mindestens alle zwei Stunden Pausen von 15 bis 20 Minuten: entspannen, dehnen, lockern.

Die vollständige Broschüre gibts bei der Suva unter Tel. 0848 82 08 20 oder im Internet zum Herunterladen unter www.suva.ch/waswo/44034.


07. Februar 2009 | Kurt Haupt


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