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Artikel | K-Geld 01/2009

Schöne Worte, hässliche Verluste

Ein Ehepaar verlor mit dem Raiffeisen Pension Portfolio viel Geld. Obwohl die Bank «grösstmögliche Sicherheit» und den «Kapitalerhalt» in Aussicht stellte.

Die Verdienstchancen herausstreichen, das Risiko herunterspielen – dieses Vorgehen der Banken ist bekannt. Auch die Raiffeisenbanken sind davor nicht gefeit. Das hat ein Ehepaar aus einem Bündner Bergdorf erlebt.

Es vertraute der Raiffeisenbank Surselva in Ilanz GR 203 100 Franken an. Auf dem Höhepunkt der Börsenkrise verlor das Paar die Nerven, verkaufte die Anlage wieder und erhielt nur noch 170800 Franken. So kam es zu einem Verlust von rund 32000 Franken.

Gemäss Werbeunterlagen und Verkaufsprospekten hätte ein solcher Verlust gar nicht eintreten dürfen. Denn das Ehepaar kaufte ein Pension Portfolio, das sich vor allem an Rentnerinnen und Rentner richtet. Und so funktioniert es: Die Bank nimmt das Geld entgegen, legt es an und zahlt dem Anleger regelmässig eine bestimmte Summe aus – bis das Geld komplett aufgebraucht ist. Das Ehepaar aus dem Bündnerland wünschte eine künftige Auszahlung von 1000 Franken pro Monat.


«Wir wollten mit Pension Portfolio Sicherheit»

In der Mitgliederzeitung von Raiffeisen wurde das Produkt in den höchsten Tönen gelobt. Da war von «attraktiven Renditechancen» die Rede, und das Portfolio biete ein «hohes Mass an Sicherheit».

Zudem komme bei diesem Produkt die «Multi-Asset-Class»-Anlagestrategie zur Anwendung, die «auch in schwierigen Marktphasen den Erhalt des Kapitals und positive Renditen ermöglichen» solle.

Mehr noch: In ihrem Kundenmagazin empfahl Raiffeisen angehenden Pensionierten auch, die eine Hälfte des Pensionskassenguthabens als sichere Rente zu beziehen, die andere Hälfte in das Pension Portfolio einzuzahlen. So erweckte Raiffeisen den Eindruck, der Ertrag aus dem Portfolio sei ähnlich stabil wie die garantierte und feste Auszahlung der Pensionskassen-Rente. All dies überzeugte auch das Bündner Paar. «Wir wollten Sicherheit.»

Es kam anders. Seit der Lancierung im Juli 2007 verlor das Portfolio wegen der Finanzkrise rund 20 Prozent an Wert. Der Grund liegt vor allem darin, dass die Anlagestrategie nicht so auf Sicherheit angelegt ist, wie es die Beteuerungen von Raiffeisen nahelegen würden. Denn 15 Prozent des Geldes stecken in Aktien, weitere 20 in einem hochriskanten und gebührenintensiven Dach-Hedge-Fund.

Dazu kamen hohe Kosten. Gleich zu Beginn gingen auf einen Schlag 3000 Franken für Gebühren, Fonds- und Abwicklungskosten weg. Dazu verlangt Raiffeisen eine jährliche Gebühr von 1 Prozent auf die gesamte Anlagesumme.


Raiffeisen: «Risiko liegt beim Auftraggeber»

Hat also Raiffeisen einem risikoscheuen älteren Paar auf aggressive Weise ein ungeeignetes und riskantes Produkt ohne genügende Risikoaufklärung verkauft? Diesen Vorwurf weist Raiffeisen zurück. Die Aussagen in den Verkaufsunterlagen und Produktbeschreibungen dürften «nicht fokussiert» betrachtet werden. Zudem sei dort auch von Wertschwankungsreserven die Rede. Es hätten intensive Kundengespräche stattgefunden. Man habe den Kunden die langfristige Funktionsweise der Anlage aufgezeigt und sie «umfassend und bedürfnisgerecht» aufgeklärt. Das Geschäft sei korrekt abgewickelt worden, die Kundenberaterin habe sich viel Zeit genommen.

Eine schriftliche und klare Risikoaufklärung findet sich erst am Schluss des dreiseitigen Auftragsformulars, das die Kunden unterschrieben haben. Dort steht: «Kurse können sowohl steigen als auch fallen.» Und: «Das Risiko von Wertschwankungen der getätigten Anlage liegt vollumfänglich beim Auftraggeber.»

Damit dürfte die Bank juristisch aus dem Schneider sein. Sie sieht denn auch keinen Anlass, den Kunden den entstandenen Schaden zu ersetzen. Zudem habe man ihnen mehrfach vom Verkauf der Anlage zum jetzigen Zeitpunkt abgeraten. Das Ehepaar aus dem Bündnerland zieht daraus ein klares Fazit: «Für uns sind Aktien gestorben.»

02. Februar 2009 | Ernst Meierhofer, Redaktion K-Tipp


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Kommentare (1)

 
  • RobinHood | 05.02.2009, 19:12

    Kurse können steigen als auch fallen - der Gewinn den Banken, den Verlust dem Anleger

    Die korrupten Richter, die kriminelle Justiz der Schweiz sind die
    Marionetten der Finanzmacht, der Banken. Sie, das kann jedermann in
    einem dicken Buch, welches an der Uni St.Gallen zur Bildung von
    Ökonomen angewandt wird und von Professorinnen und den
    männlichen Spezies dieser Sozialisatoren verfasst wurde
    nachlesen, die Banken haben die Willensbildung in der Hand und stopfen
    diese jedem Bundes-, National- und Städerat klar und deutlich,
    für jedermann erkennbar in den so Geld hungrigen Rachen. Wer
    bestimmt den Preis eines Eigenheimes? Falsch, nicht der Architekt und
    auch nicht der Hausbesitzer selbst. Ja, richtig die Banken bestimmen
    über sein oder nicht sein.
    Wer bestimmt den Wert einer Aktie, eines Fonds, von Grund und Boden,
    der Edelmetalle, der Rohstoffe, der Baubewilligungen, der
    Universitäten, der Spitäler, der Krankenkassen, der
    Versicherungen, der Luft, des Wassers, des Stroms usw.? Der Markt, die
    Börse, Angebot und Nachfrage?
    Nein, falsch, es sind erneut und schon immer, seit deren Bestehen die
    Banken,Entschuldigung die Damen und Herren hinter den Banken
    selbstverständlich gewesen und sind es heute immer noch, welche
    über Gedeih und Verderb Gewinn oder Verlust entscheiden
    dürfen. Wie lange noch? Wann ist es genug und wer hat hier das
    sagen? Das Volk, denn ohne Volk ist eine Bank ein leeres Gebäude.
    Ohne obligatorische Abzocke wie Pensionskassen-, Krankenkassen-,
    AHV-/IV-, Unfalversicherungsprämien und deren Einvernahme,
    Aufbewahrung und Verspekulierung sind die Banken "niemand".
    Weshalb also noch Milliarden von sauer verdientem Geld denen, welche
    das System voll im Griff haben nachschiessen?
    Weil die Schweizer Regierung, die Justiz und deren Kumpane, die
    Polizei und nicht zu vergessen die FINMA (Finanzmarktaufsicht
    ehemalige bis vor kurzem noch EBK oder Eidg. Bankenkommission
    heissende Kontrollstelle der Banken gegen die Allgemeinheit eben zu
    Gunsten dieser Finanzinstitute arbeiten und nicht zum Wohle der
    Allgemenheit, des Volkes. Übrigens, die Mitarbeiter der FINMA und
    so höhrigen Kumpels der kriminellen Organisation werden von den
    Banken bezahlt (via EFD, BR Merz weiss es!) und das Volk weiss es
    nicht und vermutet es nicht. Trotzdem ist es so, nachzulesen in einer
    Ausgabe des Tagesanzeigers!
    Der Boss befiehlt oder?
    Hören Sie entlich auf zu träumen, bekennen Sie sich zur
    Wahrheit und unternehmen Sie etwas, nur ein kleines Etwas dagegen.
    Sehen Sie sich unter www.ahv-ch.info das Video an - bitte anschnallen
    und zwar für 2 Stunden und 40 Min. alsdann auf dem Computer die
    pdf-Dateien einsehen, abspeichern, ausdrucken, alles erlaubt, sogar
    weitergeben ist o.k. Diese Beweise sind objektiv und für
    jedermann verständlich. Jeder sieht sofort den Wahrheitsgehalt
    der oben gschriebenen Zeilen.RobinHood dankt Ihnen sogar dafür,
    für Ihr Bemühen.
    Wer hat es verstanden? Wer schreibt dem Hauptzeugen in der Strafsache
    gegen die korrupten, kriminellen Behördenmiglieder, Politiker,
    die oberkriminelle Justiz und die Verantwortlichen der AHV, des
    Ausgleichsfonds der AHV?
    Nur Mut, RobinHood ist ja auch dabei und hilft Euch!!
Lebensmittel
Coop-Kunden sollen nicht mehr erfahren, aus welchem Land Importprodukte kommen. «Hergestellt in der EU» genüge. Was halten Sie davon?
Das Herkunftsland muss weiterhin deklariert werden.
Nur das Herkunftsland reicht nicht. Es sollte noch viel detaillierter deklariert werden.
Kein Problem. Ich achte sowieso nicht drauf.
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