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Artikel | saldo 02/2009

Diabetiker: Zuckerverbot ist veraltet

Spezielle Diabetikerprodukte sind unnötig und vielfach sogar schädlich. Der Grund: Sie enthalten zwar weniger Zucker, dafür häufig sehr viele Fette. Und diese sind für Diabetiker ein Risiko.

In der Schweiz leiden rund 300 000 Personen an Diabetes. Zuckerkrankheit nennt man diese Krankheit bis heute landläufig. Um unnötigen Zuckerkonsum zu vermeiden, weichen viele Betroffene deshalb auf spezielle Diabetiker-Produkte aus. Diese zeichnen sich dadurch aus, dass sie anstelle von normalem Haushaltszucker (Saccharose) Austauschstoffe enthalten, etwa künstliche Süssstoffe oder andere Zuckerarten wie Fruchtzucker (Fructose).


Wichtig ist nicht nur weniger Zucker, sondern auch weniger Fett

Doch der Nutzen dieser Produkte ist umstritten: «Sie sind nach neuen medizinischen Erkenntnissen nicht nur unnötig. Sie können den Patienten unter Umständen sogar schaden», sagt zum Beispiel Hans Georg Joost, Direktor des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung und Mitglied der Deutschen Diabetes-Gesellschaft.

Heute weiss man, dass Diabetes nicht nur eine Zuckerkrankheit ist. Auch Fett- und Eiweissstoffwechsel sind gestört. Betroffene müssen nicht nur auf ihre Zuckeraufnahme achten, sondern auch den Fettkonsum reduzieren. Doch die meisten Diabetiker-Lebensmittel sind süsse Produkte. Guetzli, Puddings und Schokoladen für Diabetiker enthalten ebenfalls viele Fette.

Das deutsche Bundesinstitut für Risikoforschung sagt deshalb: «Werbende Empfehlungen für Diabetiker-Produkte sollten ersatzlos gestrichen werden.» Die Aufschrift «für Diabetiker geeignet» verleite zur Meinung, man könne diese Produkte unbedacht zu sich nehmen. Tatsächlich behindern sie aber die Umstellung der bisherigen Ernährungsgewohnheiten.

Die wichtigsten Regeln für Diabetiker lauten: Gewichtsreduktion, vollwertige Ernährung (bis zu 50 Gramm Zucker pro Tag erlaubt) und Bewegung. Aber Vorsicht bei gesüssten Getränken und Säften, weil der Zucker in ihnen vom Körper schneller aufgenommen wird als über das Essen.


Coop verzichtet auf Aufschrift «für Diabetiker geeignet»

Die Lebensmittelindustrie dagegen möchte nicht auf das erträgliche Geschäft mit der Spezialnahrung verzichten. Diabetiker-Produkte kosten häufig deutlich mehr als vergleichbare herkömmliche. Beispiele: Migros Butterbiscuits Petit Beurre für Diabetiker kosten Fr. 1.48 pro 100 Gramm, die normalen Butterbiscuits nur 65 Rappen. Eine Stella Milchschokolade für Diabetiker kostet im Coop Fr. 1.95, eine normale Q-&-P-Milchschokolade nur 80 Rappen.

Laut Sprecherin Denise Stadler hat Coop zumindest bei den Eigenprodukten die Aufschrift «für Diabetiker geeignet» durch eine gut leserliche und leicht verständliche Nährwertangabe ersetzt.

02. Februar 2009 | Irène Mayr, Redaktion K-Tipp/saldo


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Lebensmittel
Coop-Kunden sollen nicht mehr erfahren, aus welchem Land Importprodukte kommen. «Hergestellt in der EU» genüge. Was halten Sie davon?
Das Herkunftsland muss weiterhin deklariert werden.
Nur das Herkunftsland reicht nicht. Es sollte noch viel detaillierter deklariert werden.
Kein Problem. Ich achte sowieso nicht drauf.
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