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saldo feiert Jubiläum. Ein kleines Fazit von 10 Jahren Konsumentenjournalismus.
Am 20. Januar 1999 ist saldo erstmals erschienen. Das neue Konsumentenmagazin kam gut an: Nach nur fünf Monaten hatten bereits 67 000 Personen ein Abonnement gelöst.
Seither wurden 200 Ausgaben mit rund 8000 Seiten und 400 Tests veröffentlicht – inseratefrei und unabhängig. Hat die Arbeit der Redaktion etwas bewirkt? Ein kleines Fazit.
Die Stammkundschaft
Über den Cisalpino berichtete saldo in den letzten zehn Jahren immer wieder. Anfang 2000 lautete ein Titel: «Die Panne fährt mit.» Und einige Zeit später: «Nahtloser Übergang von den Kinderkrankheiten zu den Altersbeschwerden.» Genützt hat alles nichts.
Dasselbe gilt für eine Reihe anderer Themen. Ein paar Beispiele: mangelnde Preisanschriften bei Dienstleistungen, soziale Missstände in der Produktion, undurchsichtige Tarife bei Airlines, hohe Kosten für Bankdienstleistungen, kundenfeindliche AGBs bei Telecomanbietern oder die starken Preisanstiege bei obligatorischen Versicherungen bei gleichzeitiger Senkung der Leistungen.
Weitere treue Begleiter in den letzten zehn Jahren waren: die Registerhaie mit ihren perfiden Geschäftstricks, der überforderte Kundendienst von Cablecom oder die forschen Methoden der Gebühreneintreiberin Billag.
Die erledigten Fälle
Andere Konsumenten-Ärgernisse kann man glücklicherweise unter «erledigte Fälle» abbuchen. Die problematischen Gifte bei Kinderspielzeug sind stark zurückgegangen, ungültige Leasingverträge sind weitgehend verschwunden, die Zusammensetzung von Kosmetika ist weniger gesundheitsschädigend geworden – das zeigen unsere Tests.
Die Neuerscheinungen
Andere Ärgernisse sind dazugekommen: zum Beispiel aufdringliche Callcenter-Verkäufer und schamlose Internetbetrüger. Sorgen bereiten den Lesern die Handystrahlung oder der stetige Abbau beim Datenschutz.
Seriös und faktentreu
Ab und zu wird saldo verklagt. Bisher ohne Kostenfolge. Zwei Prozesse wurden von der Gegenpartei bis vors Bundesgericht gezogen – erfolglos. Im einen Fall klagte ein Produzent aus dem Prättigau, der eine Handcreme verkaufte, die zu viele Schadstoffe enthielt. Das zweite war eine Klage der Erdölvereinigung gegen eine Werbekritik von saldo. Auch diese wurde von Lausanne als zulässig beurteilt.
Nützliche Information, Faktentreue und fairer journalistischer Stil: Das ist auch für die nächsten 10 Jahre der Massstab.
19. Januar 2009