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Artikel | K-Tipp 01/2009

Erfundene Ferienwohnung

Vorsicht beim Buchen einer Ferienwohnung übers Internet: Betrüger vermieten Unterkünfte, die es gar nicht gibt.

Das Panagou-Ferienhaus in Ischgl (A) ist eine Augenweide: Whirlpool, Fitnessraum, grosszügige Küche, Wohnzimmer mit offenem Cheminée. Dies versprechen Inserate auf Internetportalen wie tourist-online.de und traum-ferienwohnungen.de.

Das Haus hat gemäss Beschrieb drei Ferienwohnungen, die bis zu 18 Personen Platz bieten – genau das Richtige für Rahel H. aus Zürich. Sie kontaktiert den Vermieter, Theodoros Panagou in Bad Emstal (D), und reserviert für total zwölf Personen zwei Wohnungen von 27. Dez. bis 3. Januar. Kostenpunkt: 3450 Euro inkl. Skipässen, Endreinigung und Kaution. Panagou erklärt den günstigen Preis als Einführungsangebot, schickt seine Kontodaten und bittet, den Betrag im Voraus zu zahlen.

Rahel H. ist grundsätzlich einverstanden. Da es sich aber um einen hohen Betrag handelt, fragt sie Panagou, ob er ihr eine Bestätigung schicken könne, dass das Ferienhaus ihm gehört. Panagou meldet sich nie wieder und nimmt keine Anrufe entgegen.

Fakt ist: Das Panagou-Ferienhaus in Ischgl ist die Erfindung eines Betrügers. Die Bilder in den Inseraten wurden zusammengeklaut: Die prachtvolle Ischgler Winterlandschaft z. B. stammt von der Homepage der Bergbahnen Zermatt. «Ein so grosses Ferienhaus mit Whirlpool und Fitnessraum gibt es nirgendwo in Ischgl», sagt Sieglinde Rudigier vom Tourismusverband Paznaun-Ischgl.

Obgleich in Deutschland bereits mehrere solche Betrugsfälle bekannt sind, weisen die Betreiber der Internetportale jede Schuld von sich: «Die Vermieter sind für den Inhalt ihrer Anzeigen selber verantwortlich.» Immerhin: Nach der Anfrage aus Zürich entfernten sie die Inserate fürs Panagou-Ferienhaus.


Abklären, ob die Adresse existiert

Bei Online-Buchungen ist zu beachten:

  • Vorab beim örtlichen Tourismusverein oder bei der Gemeinde klären, ob es die Adresse des angebotenen Ferienhauses und den Vermieter tatsächlich gibt.
  • Möglichst keine Vorauszahlung leisten.
  • Besondere Vorsicht gilt bei Online-Portalen, bei denen jeder sein Feriendomizil selber platzieren kann: Der Vermieter sollte seine Adresse sowie E-Mail und Telefonnummer, nicht nur die Handy-Nummer angeben.

13. Januar 2009 | Darko Cetojevic, Redaktion K-Tipp


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