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Artikel | K-Geld 06/2008

Verbrauchen – aber intelligent

AHV und Pensionskasse reichen den meisten Rentnern für den Lebensunterhalt nicht. Sie müssen deshalb ihr Vermögen anknabbern. Die Banken bieten dazu Entnahmepläne an. Das kann man selber günstiger regeln.

Der Fall ist häufig: Um das Leben im Alter im gewohnten Stil weiter zu bestreiten, braucht es nebst AHV und Pensionskasse noch einen weiteren monatlichen Zustupf. Oft ist das kein Problem, denn für ihre private Vorsorge haben viele angehende Rentner jahrelang gespart.

Doch selbst eine halbe Million Franken reicht nicht ewig: Bei 30 000 Franken jährlichem Verbrauch reicht diese Summe gerade mal 16 Jahre und 7 Monate. Wird diese halbe Million laufend mit einem Prozent verzinst, sind es auch bloss 18 Jahre und 3 Monate.

Doch 18 Jahre nach der Pensionierung ist das Leben noch lange nicht zu Ende. Um dieses «Langlebigkeitsrisiko» aufzufangen, verkaufen die Banken Entnahmepläne: Der Rentner übergibt sein Vorsorgekapital der Bank, die es in Anlagefonds investiert. Durch Teilverkäufe finanziert die Bank daraus regelmässige Rentenzahlungen an ihren Kunden, also beispielsweise 2500 Franken monatlich.


Drei gewichtige Nachteile bei Entnahmeplänen

Da Fonds langfristig besser rentieren als das Sparkonto, reicht die oben erwähnte halbe Million so auch länger: Bei beispielsweise durchschnittlich 3 Prozent Zins sind es 23 Jahre und 3 Monate. Die Höhe der Auszahlung kann dabei frei gewählt und auch jederzeit kostenlos geändert werden.

Doch die Sache hat mehrere Haken:

  • Langfristig besser rentierende Fonds haben einen hohen Aktienanteil. Da die Bank aber regelmässig Fondsverkäufe tätigen muss, um die «Rente» zu bezahlen, muss sie auch in schlechten Börsenzeiten verkaufen. Dann ist der Erlös geringer als erwartet. Dasselbe gilt bei Anlagen in Strategiefonds.
  • Die Auswahl beschränkt sich oft auf wenige hauseigene Fonds. So muss man sich bei einzelnen Kantonalbanken auf einen von sechs vorgegebenen Strategiefonds mit unterschiedlichem Risikoprofil festlegen. Eine Kombination ist nicht möglich.
  • Bei den meisten Banken sind Kommissionen auf den durchschnittlichen Depotwert fällig, die bis zu einem halben Prozent jährlich ausmachen können. Auch die Fondskosten fallen ins Gewicht.


Diese Nachteile lassen sich leicht und kostengünstig eliminieren, indem man sein Geld selber auf verschiedene Töpfe aufteilt:

  • Der erste Topf wird mit Bargeld gefüllt und ist für den Verbrauch in den kommenden drei Jahren vorgesehen. Im obigen Beispiel (zur Verfügung steht eine halbe Million Franken) wären das rund 100 000 Franken, die in Spar- und Anlagekonti, Geldmarktfonds oder kurz laufende Kassenobligationen gehen.
  • Der zweite Topf steht für festverzinsliche Anlagen wie Anleihen und länger laufende Kassenobligationen sowie für konservative Immobilienfonds bereit. Sie werden im vierten bis zehnten Jahr nach der Pensionierung verkauft bzw. bei näher rückendem Termin in den Topf eins umgeschichtet. Im Beispiel wird er mit rund 200 000 Franken dotiert.
  • Der dritte Topf enthält börsengehandelte Indexfonds (ETFs) auf die wichtigsten Leitbörsen oder Themenfonds wie beispielsweise auf nachhaltig operierende Unternehmen und Branchen. Er dient der Finanzierung ab dem Jahr elf nach der Pensionierung, wobei vorzeitige Gewinnmitnahmen bei sehr gutem Börsengang natürlich jederzeit möglich bleiben. Auch dieser Topf wird im obigen Beispiel mit 200 000 Franken ausgestattet.


Geringere Risiken und flexiblere Finanzierung

So bleiben die Rentner flexibel, das Risiko ist minimiert und die Gebühren machen nur einen Bruchteil eines normalen Fondsentnahmeplans aus.

Und wenn man sich das nicht selbst zutraut: Jede Bank kann ein solches Paket zusammenstellen. Man muss ihr nur die entsprechende Weisung erteilen – aber die entsprechenden Gebühren zahlen.

08. Dezember 2008 | Fredy Hämmerli


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