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Seit kurzem spannt die Migros mit Diätguru Michel Montignac zusammen. Doch Fachleute kritisieren Montignacs Methode heftig.
Die Migros verspricht in Inseraten «Genuss ganz ohne Verzicht». Grund für die Werbeoffensive: Einige Fertigprodukte wie Rüeblisalat, Tomatensaucen und Rindfleisch Stroganoff tragen neu das Logo «Empfohlen durch Michel Montignac».
Montignac ist Erfinder einer Abspeck-Methode. Sie beurteilt Lebensmittel nach ihrem glykämischen Index. Je tiefer dieser Index, desto langsamer steigt der Blutzuckerspiegel an. Und dies, so Montignac, helfe beim Abnehmen.
Doch Montignac lässt eine tägliche Menge von 2200 Kilokalorien zu – zu viel, um abzuspecken. Im Gesundheitstipp-Ratgeber «95 Diäten im Test» schneidet die Montignac-Methode schlecht ab: «Zur Nachahmung nicht empfohlen.»
Auch Patricia Teuscher, Ernährungsberaterin am Berner Inselspital, kritisiert die Montignac-Methode: «Sie kann dazu führen, dass man weniger Kohlehydrate und dafür mehr Eiweiss und Fett isst. Das ist nicht empfehlenswert.»
Das Logo auf den Migros-Produkten bringe den Konsumenten nichts, so Patricia Teuscher. Es sei ein reines «Werbe-Argument», das allenfalls dazu dient, das Gewissen der Käufer zu beruhigen: «Man kauft ein Fertigprodukt, hat aber das Gefühl, sich etwas Gutes zu tun. Aber nur wegen diesem Logo wird ein Produkt nicht gesünder.»
Gegenüber dem Gesundheitstipp verteidigt die Migros die Montignac-Methode: Sie sei «eine ausgewogene Ernährungsform mit dem Ziel, das eigene Wohlbefinden zu steigern». Die Migros-Produkte mit dem Montignac-Logo enthielten «ausschliesslich Zutaten mit niedrigem oder sehr niedrigem glykämischen Index.»
02. Dezember 2008 | che
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