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Mandarinen und Clementinen werden mit verschiedenen Pestiziden behandelt. Eine K-Tipp-Analyse zeigt aber: Die Chemikalien gelangen nicht bis ins Fruchtfleisch.
Über fünf Kilogramm Mandarinen und Clementinen: so viel isst jede Schweizerin und jeder Schweizer pro Jahr von diesen vitaminreichen Früchten. Doch ist das auch wirklich gesund? «Mandarinen: Gift-Cocktail in den Zitrusfrüchten» warnte letztes Jahr der «Kassensturz». Ähnlich alarmierend der Tenor in der deutschen Zeitschrift «Öko-Test»: Sie riet vom Genuss konventionell angebauter Clementinen und Mandarinen grundsätzlich ab. Laboranalysen hätten gezeigt, dass die meisten Mandarinen – mit Ausnahme von Bio-Früchten – ein ganzes Sammelsurium an verschiedenen Chemikalien enthielten.
Ob Kassensturz, «Öko-Test» oder Kantonschemiker: Bei diesen Untersuchungen wurde jeweils die ganze Frucht analysiert – das heisst Fruchtfleisch inklusive Schale. So sehen es die in der Schweiz und in der EU geltenden Normen vor.
Bei Zitrusfrüchten wie Orangen und Zitronen, bei denen man die Schalen auch fürs Backen oder für Cocktails verwendet, mag das sinnvoll sein – bei Mandarinen und Clementinen hingegen weniger. Der K-Tipp hat deshalb von einem spezialisierten Labor nur das Fruchtfleisch testen lassen. Um der Realität möglichst nahe zu kommen, kam das Fruchtfleisch vor der Analyse beim Schälen via Hände mit der Schale in Berührung.
Nur in zwei Produkten Spuren gefunden
Die Testergebnisse: In 18 von 20 Proben liessen sich kein Pestizide nachweisen. Bei den Clementinen von Jelmoli in Zürich fand das Labor 0,02 mg/kg Ortho-Phenylphenol. Das Schalenbehandlungsmittel soll Pilzbefall verhindern. Gemäss Lebensmittelverordnung sind 12 mg/kg erlaubt, allerdings inklusive Schale.
Nur Spuren dessselben Behandlungsmittels fanden sich bei den Clementinen vom Pam in Basel. Man habe schon vor der Information durch den K-Tipp auf einen europäischen Lieferanten gewechselt, betont Nadine Spillmann von Jelmoli.
Die vom K-Tipp gewählte Analysemethode belegt unzweifelhaft: Die Schale fungiert quasi als Barriere. Wer auf Nummer sicher gehen will, wäscht nach dem Schälen die Hände. Oder aber er wählt Mandarinen aus Bio-Anbau: Sie sollten frei von giftigen Substanzen sein, wie Stichproben von «Öko-Test» und Kantonslabor Zürich gezeigt haben.
Von zwei bis elf Franken pro Kilo
Grosse Preisunterschiede: Ende Oktober hat der K-Tipp in Basel, Bern und Zürich bei Grossverteilern, Discountern und Gemüsehändlern Mandarinen und Clementinen eingekauft.
Am billigsten waren sie mit zwei Franken pro Kilo bei Aldi. Bei Spar gab es sie zum Aktionspreis von Fr. 2.30, zehn Rappen mehr kosteten die Mandarinen bei Bläsiring Feinkost in Basel sowie beim Landi Dorflädeli in Belp BE. Fr. 2.90 pro Kilo zahlte man für die orangen Früchte bei Denner, Pam (Basel) und Manor. Bei Migros und Coop kosteten Mandarinen Fr. 3.40, Clemetinen waren 20 Rappen teurer. Beim «Gmües Chrätli» (Loeb) in Bern kosteten die Clementinen Fr. 5.80, auf dem Berner Markt waren sie bei Heinz Lerch für Fr. 5.80 im Angebot.
Bio-Clementinen gab es bei der Migros für Fr. 7.80, im Bio-Paradiesli Zürich für 11 Franken pro Kilo.
10. November 2008 | Stephan Dietrich
