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Die Internet-Partnerbörse Parship verspricht, den idealen Partner zu finden – durch einen Psychotest. Eine Stichprobe zeigt: Der Test hat Mängel.
Bei Internet-Partnervermittlungen müssen Singles oftmals einen Psychotest ausfüllen. Aufgrund der Ergebnisse macht das Institut Partnervorschläge. Je mehr Punkte, desto besser sollen die Singles zusammenpassen. Bereits im Mai kam ein Experte im Gesundheitstipp zum Schluss: Diese Psychotests taugen wenig. Der Parship-Psychotest erhielt die Note «genügend» (siehe Ausgabe 5/08).
Jetzt zeigt die deutsche Frauenzeitschrift «Brigitte»: Eine grosse Übereinstimmung ist für eine glückliche Partnerschaft gar nicht zwingend. «Brigitte» liess sechs Paare, die seit Jahren zusammen sind, den Parship-Psychotest ausfüllen. Sie hatten sich nicht im Internet kennengelernt, sondern im Zug oder in einer Bar. Alle sechs Paare erhielten überraschend wenig Matching-Punkte. Das Paar mit dem besten Resultat kam gerade mal auf 66 von 100 Punkten. Drei Paare hätten sich bei Parship wohl gar nicht kennen- gelernt: Sie erzielten weniger als 54 Punkte. Bei so wenig Übereinstimmung schlägt die Firma den Singles keine Partnerschaft mehr vor.
Der Zürcher Psychoanalytiker und Paartherapeut Markus Fäh erklärt das schlechte Abschneiden der Paare wie folgt: «Der Psychotest erfasst nicht die ganze Tiefe einer Persönlichkeit, sondern nur Teilaspekte.» Zwei Menschen können laut Fäh in bestimmten, durch den Test nicht abgedeckten Bereichen perfekt harmonieren. «In anderen, getesteten Bereichen harmonieren sie hingegen nicht – sodass wenig Matching-Punkte zustande kommen.»
Die Parship-Sprecherin Tanja Knott sagt, der Psychotest sei für Singles entwickelt worden, nicht für Paare: «Menschen, die in einer festen Beziehung leben, haben beim Ausfüllen des Tests ihren Partner im Kopf.» So entstehe ein verzerrtes, nicht aussagekräftiges Testresultat.
02. November 2008 | ag
