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Soll man sich die angesammelten Pensionskassengelder auszahlen lassen oder eher eine lebenslange Rente beziehen? Der K-Tipp zeigt die Vor- und Nachteile auf.
Der Bezug einer Rente hat einen gewichtigen Vorteil: Das Geld wird sicher bis ans Lebensende bezahlt. Und wer verheiratet ist, kann damit noch seine Partnerin absichern. Die hinterbliebene Person erhält laut Gesetz im Minimum eine Witwenrente von 60 Prozent, sofern die Person mindestens 45 Jahre alt ist und mindestens 5 Jahre verheiratet war.
Der grosse Nachteil einer Rente: Die Höhe ist nicht fixiert. Längst nicht in allen Pensionskassen wird die Teuerung ausgeglichen. Denn sie sind gesetzlich nicht verpflichtet, Altersrenten der Teuerung anzupassen. Das hat negative Folgen für die Rentner, wie die bisherigen Erfahrungen seit Einführung des Pensionskassenobligatoriums zeigen: Den Kassen ist ihre gute finanzielle Polsterung wichtiger als das Auskommen der Rentner.
Umwandlungssatz sinkt laufend
Auch bei der Berechnung der Rentenhöhe im Zeitpunkt der Pensionierung gehen die Pensionskassen auf sicher – zulasten der Rentner: Der sogenannte Umwandlungssatz, der aus einem bestimmten Kapital eine Rente berechnet, sinkt laufend. So resultieren laufend tiefere Renten, gemessen am gleichen Alterskapital. Trotzdem: Für gesunde Pensionierte mit einer überdurchschnittliche Lebenserwartung ist eine Rente nicht nur einfacher und sicherer, sondern auch finanziell lukrativer.
Benachteiligt sind die Bezüger von Renten bei den Steuern: Sie müssen die Beträge aus der Pensionskasse jedes Jahr vollumfänglich als Einkommen versteuern.
Richtige Strategie nötig für Kapitalbezug
Aus den Nachteilen der Renten ergeben sich die Vorteile eines Kapitalbezugs: Der laufend tiefere Umwandlungssatz spielt keine Rolle, weil das Kapital nie in eine Rente umgerechnet, sondern ausbezahlt wird. Aber: Wer sein Kapital bezieht, trägt das ganze Anlagerisiko selber. Die Höhe seines Lebensstandards hängt auch von den Vermögenserträgen ab, wie Zinsen, Dividenden und Kursgewinnen von Wertschriften.
In der heutigen Finanzkrise scheuen wohl viele Pensionierte davor zurück, das Risiko eines Kapitalbezuges zu tragen. Thomas Metzger vom VZ Vermögenszentrum meint jedoch: «Der Entscheid für oder gegen einen Kapitalbezug sollte auch heute unabhängig von der aktuellen Lage an den Börsen und Kapitalmärkten gefällt werden.» Viel wichtiger sei es, dass jemand über eine klare Anlagestrategie verfüge. «Für jede Anlagestrategie sollte aber eine Zweitmeinung eingeholt werden», rät Metzger.
Die Zinserträge reichen in den wenigsten Haushalten, um die Lebenskosten zu decken. Deshalb werden Pensionierte auch laufend auf einen Teil des Kapitals zurückgreifen. Wenn nach dem Tod noch etwas zurückbleibt, ist das Geld nicht verloren. Es gehört den Erben.
Das Steueramt bevorteilt jene, die das Kapital anstelle einer Rente beziehen. Das Geld wird bei der Auszahlung zu einem tiefen Satz besteuert und nachher nur noch mit der geringen Vermögenssteuer belastet. Metzger bestätigt: «In der Regel fährt man beim Kapitalbezug steuerlich deutlich besser – vor allem dann, wenn die Steuerprogression relativ hoch ist.»
Lukrative Kombilösung
Wer sich schwer damit tut, sich für Renten- oder Kapitalbezug zu entscheiden, kann auch einen Mittelweg wählen. Laut Gesetz müssen die Pensionskassen auf Antrag eines Pensionierten im Minimum 25 Prozent der gesparten Gelder als Kapital auszahlen.
So muss man nicht von einer knappen Rente allein leben – und hat trotzdem eine Absicherung bis zum Tod. Bei den meisten Pensionskassen haben die Versicherten die Wahl, wie viel ihres Guthabens ausbezahlt und wie viel in eine Rente umgerechnet wird. Auch Ehepaare können das Risiko aufteilen: Der eine Teil bezieht die Rente, der andere das Kapital. Diese Lösung ist flexibel und kann am lukrativsten sein.
27. Oktober 2008 | Christian Luciani
