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Hersteller werben für die Vorzüge von Geschirr-Tabs. Doch sie sind teuer und für viele Spülprogramme ungeeignet.
Zehn Jahre lang hatte der Geschirrspüler seinen Dienst verrichtet, dann flossen während des Waschgangs plötzlich Wasser und Schaum in die Küche. Die Analyse des Servicemonteurs war einfach: «Kombi-Tabs haben den Geschirrspüler beschädigt.» Die saldo-Leserin benutzte jahrelang jene Tabs, die Reinigungsmittel, Salzersatz und Glanzspüler enthalten.
Moderne Maschinen brauchen weniger Wasser, die Tabs seien zu gross, sagte der Monteur. «Tabs brauchen länger als Pulver, bis sie sich auflösen», bestätigt Hansjörg Rohr, Leiter Anwendungstechnik beim Maschinenhersteller V-Zug. Für Normalprogramme seien Tabs nützlich, betont René Schaffner, Product Manager Geschirrspüler bei Electrolux. Für Intensiv- oder Kurzprogramme sowie Schonprogramme mit niedrigeren Temperaturen würden sie sich nicht eignen.
Die Tabs lösen sich vielfach nicht vollständig auf. Dies führt zu Ablagerungen auf dem Geschirr (siehe Test saldo 3/08) und kann die Maschine verstopfen sowie später Schaumbildung und Überschwemmungen verursachen. Die Leserin musste einen neuen Geschirrspüler kaufen. Der Monteur riet ihr, herkömmliches Pulver, Regeneriersalz und Glanzspüler zu verwenden.
Klarer Preisvorteil: Pulver kostet halb so viel wie Tabs
«Pulver lässt sich je nach Verschmutzung dosieren», sagt Rohr. Schaffner warnt vor einer Überdosierung: Ist das Geschirr normal verschmutzt, reichen 20 Gramm, bei starkem Schmutz maximal 30 Gramm.
Trotz der Nachteile werben die Hersteller für ihre Tabs. «Sie sind reine Geldmache», ist der Servicemonteur überzeugt. Tatsächlich: Für das herkömmliche Pulver spricht der Preis. Wer im Schnitt 20 Gramm einsetzt, zahlt pro Spülgang die Hälfte. Dies gilt ebenso für die Migros-Produkte Handymatic und M-Budget wie für die Coop-Eigenmarke Foxomat und die Markenprodukte von Sun und Calgonit.
Die Preise für Glanzspüler und Regeneriersalz fallen kaum ins Gewicht. Denn das Regeneriersalz fällt mit Kombi-Tabs nur weg, wenn das Wasser weicher ist als 35 französische Härtegrade, wie Rohr erklärt. Die lokale Wasserhärte erfährt man bei der Wohngemeinde. Rohr rät zudem, immer Glanzspüler zu benutzen: «Da er die Wasseroberfläche entspannt, läuft das Wasser schneller ab und das Geschirr trocknet schneller.» Deshalb bleiben weniger Mineralien haften und es bilden sich kaum Trocknungsflecken.
18. Oktober 2008 | Petra Stöhr
