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Von Microsoft Office bis Photoshop: Per E-Mail wird immer wieder Software zu Tiefstpreisen angeboten. Doch oft stecken Betrüger dahinter. Man kann aber auch sicher und einfach zu Software-Schnäppchen kommen.
Die Werbe-E-Mails sind meist so marktschreierisch wie ihr Deutsch schlecht. Da gibt es Bildbearbeitungssoftware von Adobe genauso zum Schnäppchenpreis wie das neuste Windows Vista.
Die Mails locken immer auf eine Website. Dort soll man seine Kreditkartennummer eintippen, um dann die Software direkt via Internet auf den Computer laden zu können. Oft handelt es sich um plumpe Betrugsversuche.
Schlimmstenfalls werden Gelder von der Kreditkarte abgebucht, ohne dass man je Software erhält. Oder die besuchte Internetseite installiert einen Computerschädling, der versucht, Passwörter auszuspähen.
Vorsicht vor falschen Seriennummern!
Andere Betrüger verkaufen dem Kunden für teures Geld Demoversionen, die nach einer bestimmten Zeit den Dienst einstellen und die man andernorts gratis erhalten hätte. Auf den ersten Blick mehr Glück hat, wer für sein Geld eine sogenannte «gekrackte» Version von Office, Vista oder Photoshop erhält. Bei diesen Versionen wurden Kopiersperre und Registrierzwang entfernt, oder sie werden mit gefälschten Seriennummern freigeschaltet.
Aber auch diese Produkte machen nicht lange glücklich. Die Softwarehersteller finden im Laufe der Zeit die gefälschten Seriennummern meist heraus. Beim nächsten Update, das über das Internet eingespielt wird, werden diese Produkte dann gesperrt. Eine solche Programmsperre schnappte kürzlich bei Tausenden von Computern mit Windows XP zu. Deren Seriennummern waren gestohlen. Dummerweise wurden solche illegalen Lizenzen von Windows XP teils sogar von PC-Händlern in der Schweiz auf Rechnern vorinstalliert und teuer verkauft.
Gezielt nach OEM-Versionen suchen
Man kann aber sicher und einfach zu einem Software-Schnäppchen kommen. Dazu kann man eine sogenannte OEM-Version kaufen. Solche Versionen werden durch den Computerhersteller auf dem PC vorinstalliert und mit diesem verkauft.
Im Laden kostet beispielsweise ein neues Vista Home Premium rund 290 Franken. Als OEM-Version wird das gleiche Vista unter dem Kürzel DSP in Internetshops bereits für 130 Franken angeboten. Teure und billige Vista-Versionen sind identisch.
Schwieriger ists beim Paket Microsoft Office. Für rund 180 Franken erhält man mit der Home-Version zwar Word und Excel günstig, allerdings fehlt der Terminmanager Outlook. Die Profi-Version mit Outlook kostet gegen Fr. 600.–. Wer das Profi-Paket günstiger erwerben will, kann eine spezielle Demo-version (Office-Ready) durch den Händler vorinstallieren lassen. Dann kann er diese Demoversion später durch eine sogenannte MLK-Lizenz für Fr. 370.– freischalten.
Tipp: Zuerst das kostenlose OpenOffice mit ähnlichen Funktionen testen.
Wer nicht sicher ist, ob er das neuste Programm wirklich braucht, sollte zuerst eine kostenlose Demoversion installieren. Eine 60-Tage-Demoversion von Office 2007 ist unter http://snurl.com/kt0810a erhältlich. Sämtliche Versionen von Vista lassen sich bis zu 90 Tage mit einer «Anytime Upgrade DVD» testen, die oft mit neuen PCs mitgeliefert wird.
Vorsicht bei Occasionskäufen!
Bei Ebay und Ricardo sind zwar immer wieder günstige und auch legale Lizenzen älterer Programme (Windows XP, Office 2003) zu finden. Der Käufer kann aber im Voraus kaum kontrollieren, ob die Lizenznummer auch wirklich legal ist. Man riskiert also, dass sich eine solche Software gar nicht installieren lässt oder die Lizenznummer später durch den Hersteller gesperrt wird.
Deshalb sollte man bei Occasionskäufen eine Original-CD mit Lizenzkleber oder mindestens einen Original-Kaufbeleg verlangen.
13. Oktober 2008 | Kurt Haupt
