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Die Firma Vita Confort versucht, an der Haustür überteuerte Geräte zur Schmerzlinderung zu verkaufen. Nun enthüllen Ex-Mitarbeiter die Verkaufstricks.
Bis zu acht Aussendienstler putzten bis vor kurzem für die Wollerauer Firma Vita Confort Solutions AG Klinken und versuchten, an der Haustüre 5900 Franken teure Magnetfeldtherapie-Geräte loszubringen (siehe saldo 10/08).
Der Apparat kann laut Experten allenfalls in Einzelfällen Schmerzen lindern. Doch Vita-Vertreter nahmen es mit der Wahrheit nicht genau und priesen ihr Produkt mit illegalen Heilversprechen an. «Mit Hilfe unseres Magnetfeldtherapie-Gerätes können Sie in zwei Wochen wieder tanzen», versprach etwa der Vita-Confort-Verkaufsleiter der 83-jährigen Rosette Liechti aus Bern, die seit einer Hüftoperation bei jedem Schritt Schmerzen hat. Der Verkaufsleiter bestritt diese Aussage gegenüber saldo.
Ehemalige Mitarbeiter bestätigen unlautere Verkaufsgespräche
Nun widerspricht ihm ein Ex-Kollege, der ihn bei mehreren Kundenbesuchen begleitete: «Er versprach Kunden stets, dass sie bald nach der Therapie wieder tanzen können, sich 20 Jahre jünger fühlen oder schmerzlos sein werden», sagt Ex-Aussendienstler Kurt Kammermann aus Allschwil BL.
Zudem habe der Verkaufsleiter ihn und andere Vita-Aussendienstler angewiesen, «bei Besuchen stets zu sagen, dass die Geräte heilen. Sonst kaufen die Leute das nicht.» Auch andere Vertreter bewarben die Geräte bei Verkaufsgesprächen mit Heilversprechen, bestätigt denn ein weiterer Ex-Aussendienstler.
«Unsere Firma hat nie solche Heilversprechen abgegeben», entgegnet Roland de Vallier von Vita Confort: «Unser Arbeitsvertrag verbietet das dem Verkäufer. Auch bekamen wir nie entsprechende Reklamationen von Kunden.»
Vertreterbesuche trotz Ablehnung am Telefon
Offen bleibt, ob Vita Confort bei der Kundengewinnung nach wie vor auf eine Überrumpelungstaktik setzt. Gegenüber Mitarbeitern behauptete die Firma, Hausbesuche stets nur nach vorherigem Anruf des firmeneigenen Callcenters und einer Zusage des Interessenten durchzuführen.
Die Realität sieht anders aus: «Bei neun von zehn Besuchen erklärten die Leute bereits an der Tür, dass sie am Telefon einen Vertreterbesuch abgelehnt hatten», sagt Ex-Vita-Mitarbeiter Kammermann. Diese hohe Quote belegen rund 100 Besuchsprotokolle Kammermanns, die saldo vorliegen.
Auch ein anderer Ex-Vertreter bestätigt, dass «es viele forcierte Termine gibt». Vita Confort wollte hierzu gegenüber saldo keine Stellung nehmen.
08. September 2008 | Eric Breitinger
