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Mit einem Gentest sollen Männer und Frauen herausfinden, wer zu ihnen passt. Doch ein Experte sagt zum teuren Angebot, es fehle die wissenschaftliche Basis.
Mit dem Slogan «Liebe ist kein Zufall» wirbt die Zürcher Firma Gene-Partner für ihren Gentest. Auf ihrer Homepage spricht sie Singles an, die von der Partnersuche im Internet enttäuscht sind: «Allzu oft ist ein persönliches Treffen enttäuschend, weil es einfach nicht ‹funkt›.»
Den Grund sieht die Firma in den Genen – genauer gesagt in den HLA-Genen, die das Immunsystem beeinflussen. Nur Menschen mit unterschiedlichen HLA-Genen hätten «die besten Chancen auf eine erfolgreiche Partnerschaft». Für 199 Dollar kann man sich bei Gene-Partner testen lassen.
Doch die Firma selbst macht keine Partnervorschläge. Man erhält nur eine «Gene-Partner ID» für den Zugriff aufs Testergebnis. Will man wissen, ob jemand genetisch als Partner in Frage kommt, muss der den Test ebenfalls gemacht haben.
Hansjakob Müller, Professor für medizinische Genetik an der Universität Basel, hält den Test aus fachlicher Sicht für «nicht seriös». Unterschiedliche HLA-Gene könnten zwar einem Paar möglicherweise Vorteile bringen – etwa eine leicht bessere Überlebens-Chance für einen Embryo im Mutterleib. «Aber im Vergleich zu anderen Faktoren wie zum Beispiel der Blutgruppe ist der Einfluss der HLA-Gene derart klein, dass dies in der Praxis keine Rolle spielt.» Müllers Fazit ist klar: «Das ist Geldmacherei.»
Gene-Partner behauptet weiterhin, «biologische Kompatibilität» sei ein wichtiger Aspekt einer erfolgreichen Partnerschaft. Mit dem Test könne man «bei der Online-Partnersuche jene Personen bestimmen, die auch biologisch gut passen».
Zudem verweist die Zürcher Firma auf eine US-Studie mit 48 Paaren: Demnach empfanden Paare ihr Sexualleben als besser und gingen weniger oft fremd, wenn sie unterschiedliche HLA-Gene hatten.
Eine einzelne Studie sei noch lange kein Beweis, kritisiert Hansjakob Müller: «Man müsste mehrere voneinander unabhängige Studien durchführen, um den behaupteten Zusammenhang wirklich zu
belegen.»
08. September 2008 | che
