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Wer sich von Bank-now online einen Kredit offerieren lässt, erhält statt der gesetzlich vorgeschriebenen Angabe zu den Gesamtkosten nur einen – unsinnigen – Jahresdurchschnitt.
Einen Konsumkredit über 15 000 Franken, rückzahlbar über 48 Monate: Das wünschte sich ein K-Geld-Leser aus Gais AR von der Bank-now. Der Online-Rechner der Credit-Suisse-Tochter veranschlagte die «Gesamtzinskosten p. a.» mit Fr. 770.40 bis 1007.40, je nach Bonität des Schuldners. «Extrem günstig», fand der Leser, denn die Gesamtzinskosten anderer Anbieter lagen mehr als dreimal so hoch.
Doch der Interessent hatte sich zu früh gefreut: das kleine «p. a.» bedeutet «per annum», der lateinische Ausdruck für jährlich: Die tatsächlichen Gesamtzinskosten betragen bei der Bank-now vielmehr 3081.60 bis 4029.60 Franken.
Damit sind sie deutlich höher als beispielsweise bei Money-net (Berner Kantonalbank), wo derselbe Kredit insgesamt nur 2484 Franken kosten würde.
«Die Angaben widersprechen den Vorschriften»
«Die Angaben der Bank-now widersprechen den gesetzlichen Vorschriften und sind unsinnig», sagt Johannes Singer vom Zürcher Amt für Wirtschaft und Arbeit. Tatsächlich verlangt das Gesetz, dass die Gesamtkosten des Kredits über die volle Laufzeit auszuweisen sind.
Und die von Bank-now ausgewiesenen Jahreskosten vermitteln erst noch ein falsches Bild. Denn die Zinskosten verändern sich laufend: Zu Beginn der Laufzeit sind sie sehr viel höher als gegen Ende. Die monatlichen Abzahlungsraten bleiben zwar immer gleich hoch, der Zinsanteil geht aber laufend zurück, weil der Kredit durch die regelmässige Abzahlung zunehmend kleiner wird.
Dass ihre Darstellung nicht korrekt ist, weiss auch die Bank-now: «Wir haben uns entschieden, zukünftig auch beim Internet-Ratenrechner die Darstellung der Gesamtzinskosten zu verwenden», erklärt Bernhard Schmid von der Medienstelle.
25. August 2008 | Fredy Hämmerli