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Artikel | K-Geld 04/2008

Geld sparen mit einer Wärmepumpe

Wegen des hohen Ölpreises werden Wärmepumpen preislich immer attraktiver: Die jährlich anfallenden Heizkosten liegen deutlich tiefer als bei den Ölheizungen.


Das Öl ist sehr teuer geworden. Das spüren nicht nur Autofahrer, sondern auch Hauseigentümer. Wer jetzt eine alte Ölheizung ersetzen muss, sollte sich deshalb den Umstieg auf ein anderes Heizsystem überlegen. Und wer ein neues Haus baut, hat nun ebenfalls eine attraktive Variante zum Öl.

Nikodem Wallimann aus Alpnach Dorf OW hat bereits umgestellt. Bis vor zwei Jahren heizte der ehemalige Landwirt, der heute als Chauffeur arbeitet, sein Haus mit Holz. Denn er ist schon lange überzeugt: «Öl ist viel zu wertvoll, um es zu verbrennen.» Der Wald steht zudem gleich nebenan. Dort schlug er das Holz selbst und spaltete es zu den Grössen, die in seine Holzheizung passten.

Diese Plackerei ist nun vorbei. Die Wärme kommt nun nicht mehr aus dem Wald, sondern aus dem Boden. Nur einen Tag brauchte die Bohrmaschine, um die Erdsonde im schieferfelsigen Hang zu versenken. Je nach Beschaffenheit des Bodens dauert das sonst zwei bis drei Tage.


Eine Pumpe so gross wie ein Kühlschrank

Aus einer Tiefe von 142 Metern gelangt nun die Wärme durch zwei Rohre aus dem Erdinneren ins Haus von Wallimann. Diese führen direkt zur Wärmepumpe, die im Waschraum steht und etwa so gross ist wie ein Kühlschrank.

Die mit Strom betriebene Erdsonden-Pumpe produziert nun die Wärme für die Radiatoren und das Warmwasser. Und das äusserst effizient. Die Wärmepumpe gibt etwa drei Mal mehr Energie ab, als sie in Form von elektrischem Strom verbraucht. Das macht den Betrieb von Wärmepumpen mit Erdsonden so günstig im Vergleich zu anderen Heizsystemen.

«Etwa 1000 Franken kostet mich der Strom für die Anlage pro Jahr», freut sich Wallimann. Und: «Ich habe absolut nichts mehr damit zu tun, die Anlage läuft von selbst.»

Obwohl Ölheizungen heute viel effizienter arbeiten als vor 20 Jahren, überlegen sich zurzeit viele Hauseigentümer, ob sie beim Heizöl bleiben sollen. Eigentlich spricht dafür nur noch der im Vergleich tiefe Anschaffungspreis für den Ölofen. Ganz anders sieht nämlich die Vollkostenrechnung aus (siehe Tabelle im pdf-Artikel).

Wegen der hohen Heizöl-Preise ist der Betrieb der Ölheizung – im Vergleich zu den Alternativen – deutlich am teuersten. In Neubauten werden deshalb heute schon vorwiegend Wärmepumpen eingebaut – allerdings mehrheitlich Luft-Wasser-Systeme statt Erdsonden.

Luft-Wasser-Wärmepumpen entnehmen die Energie aus der Luft in der Umgebung, bringen sie durch den Wärmepumpenkreislauf auf höhere Temperaturen und übertragen sie auf das Heizsystem. Das funktioniert selbst bei Minustemperaturen – dann freilich etwas weniger effizient. In kälteren Wintern braucht es deshalb mehr Strom, und das wirkt sich auf die Betriebskosten aus. Die Anschaffung ist aber günstiger als bei einer Erdsonden-Wärmepumpe.

Bei den anfallenden Jahreskosten besteht dann aber fast kein Unterschied mehr zwischen einer Erdsonden-Wärmepumpe und der Luft-Wasser-Variante (siehe Tabelle). Bei dieser Berechnung sind auch die jährlichen Kapitalkosten mitgerechnet, wobei die Anfangsinvestition auf mehrere Jahre verteilt wird.


80 Prozent erneuerbare Energie

Die Argumente zugunsten der höheren Investition für die Erdsonde sind deshalb in erster Linie von ökologischer Natur. Denn der Anteil erneuerbarer Energie beträgt bei Erdsonden-Lösungen  zwischen 70 und 80 Prozent. Bei Luft-Wasser-Wärmepumpen liegt dieser Anteil ungefähr 10 Prozentpunkte tiefer.

Wärmepumpen könnten sich aus finanziellen Gründen also zum Standard-Heizsystem entwickeln. Es  gibt jedoch Alternativen, die noch umweltfreundlicher sind – aber auch teurer.

Zum Beispiel eine Holzfeuerung mit Pellets, die aus Sägemehl, Hobel- und Sägespänen hergestellt sind. Aus Sicht des Klimaschutzes ist das die beste Lösung: Denn Holz wächst nach und ist CO2-neutral. Kommen die Pellets aus der Region, fällt die Ökobilanz noch besser aus.

Was aber bei all diesen Überlegungen nicht in Vergessenheit geraten darf: Energie-Effizienz ist das eine, Energie sparen das andere. Wichtig ist also auch eine gute Isolation.

Experten gehen davon aus, dass über schlecht isolierte Dächer, Fassaden und Fenster mehr als 50 Prozent der Energie verloren geht. Deshalb setzen viele Energieberater zuerst bei der Dämmung an. Denn ein undichtes Haus verschwendet Energie. Ganz egal ob diese mit Erdwärme, Holz oder Öl produziert wird. Je weniger Energie die ganze Heizerei verbraucht, umso unabhängiger ist man von Preisschwankungen. Selbst die Ölheizung sollte man deshalb nicht voreilig abschreiben.

Denn auch die Strompreise werden sich in Zukunft nach oben bewegen. Entsprechend steigen dann auch die Betriebskosten für Wärmepumpen. Und in einem nach Minergie-Standard gebauten Haus mit modernem Ölbrenner reichen bereits ein paar Hundert Liter Heiz-öl aus, um das ganze Haus zu heizen und Warmwasser zu erzeugen.

Wer Glück hat, ist an ein Erdgas-Netz angeschlossen. Denn Gasheizungen stellen in gut isolierten Häusern eine durchaus sinnvolle Alternative dar. Und sie sind platzsparend dazu, da sie keinen Tank brauchen. Noch mehr Unabhängigkeit bieten Sonnenkollektoren als Unterstützung der Heizung oder zur Produktion von Warmwasser.

Sonnenkollektoren könnte sich auch Nikodem Wallimann auf dem Dach seines Hauses vorstellen. Umweltbelastung und Energiekosten sinken dadurch in jedem Fall. Die Stromrechnung würde entlastet. Die Investition verteuert aber zurzeit noch jedes Heizsystem. Gut sind Solarpanels  vorläufig also für das ökologische Gewissen.

Aber: Steigende Energiepreise verbessern die Rentabilität von Solaranlagen laufend, da die Wärme der Sonne kostenlos bleiben wird.


Nützliche Internetlinks

 

25. August 2008 | David Eppenberger


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