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Festgelder bieten bei hoher Sicherheit eine gute Rendite. Doch aufgepasst: Die Zinsen klaffen weit auseinander.
Hohe Verluste haben den Anlegern gezeigt: Die Börse ist keine Einbahnstrasse. Nun haben viele genug: Sie sind weg von den Aktienmärkten und haben ihr Geld – oder was davon übrig geblieben ist – in Sicherheit gebracht.
Viele haben es vorübergehend einfach auf dem Sparkonto parkiert oder in Kassenobligationen angelegt (siehe K-Geld 3/2008). Doch oft wäre ein Festgeldkonto die bessere Lösung, weil es bedeutend höhere Zinsen bringt als das Sparkonto, aber weniger lang bindet als eine Kassenobligation.
Mindesteinlage: Nur bei UBS und Bank Coop tief
Die üblichen Laufzeiten für Festgelder liegen zwischen einem und zwölf Monaten. Während dieser Zeit ist ein Rückzug nicht möglich, dafür hat man den vereinbarten Zins auf sicher.
Wer sein Geld dennoch vorzeitig zurückzieht, wird mit einem Strafzins belastet: Im Extremfall frisst er praktisch den gesamten vereinbarten Zins weg. Der Hauptnachteil des Festgeldes liegt allerdings in der hohen Eintrittsschwelle: Die meisten Banken verlangen eine Mindesteinlage von 100000 Franken. Nur Bank Coop und die UBS begnügen sich mit der Hälfte. Und die Raiffeisenbank zeigt sich bei einem Anruf flexibel: 80000 Franken würden auch genügen, meinte der Kundenberater der Raiffeisenbank Thalwil ZH, als K-Geld nach den Konditionen fragte.
Überhaupt scheint der Verhandlungsspielraum zumindest bei dieser Raiffeisenbank gross zu sein. Offiziell, so der kundenfreundliche Berater, liege der aktuelle Zins für ein Festgeld über eine Million Franken für ein Jahr bei 2,58 Prozent. Er könne aber 2,7 Prozent bieten, ja sogar 2,75 – aber da müsse er sich noch kurz bei seinem Chef vergewissern.
Auch die UBS ist bei grossen Beträgen entgegenkommend: Der Zins für eine Million in Festgeld sei «kundenabhängig», liege aber im Bereich von 3 Prozent. Das ist deutlich mehr, als die meisten andern Banken bieten – und ein Zeichen dafür, dass die angeschlagene UBS zurzeit alles unternimmt, um bestehende Kunden zu halten und neue zu gewinnen. Ähnlich hoch liegen nur Bank Coop und die WIR-Bank, die in diesem Segment regelmässig Spitzenzinsen bieten.
Neuling aus Island offeriert Superzins
Lediglich der Neuling auf dem Finanzplatz Schweiz, die isländische Bank Kaupthing, bietet mit 3,5 Prozent noch mehr. Dieser stolze Zins gilt auch für kleinere Beträge, die Kunden Kaupthing für ein ganzes Jahr anvertrauen. Bei einer Festgeldzeit von sechs Monaten sind es immer noch 3,25 Prozent – deutlich mehr als bei allen andern Banken.
Ausgesprochen mickrig hingegen war das Angebot der Berner Kantonalbank: Für 100000 Franken auf drei Monate bot sie 1,7 Prozent bzw. 2,14 Prozent für eine Million auf zwölf Monate (Stichtag 4. August).
Grund: Die Berner wie auch andere Kantonalbanken schwimmen derzeit in Kundengeldern, die angesichts der Finanzmarktkrise im sicheren Hafen der Staatsbanken gelandet sind. Da ist der Anreiz gering, mit guten Zinsen noch mehr Gelder anzulocken. Denn für sie gibt es gegenwärtig auch für Banken nur beschränkt gewinnträchtige Anlagemöglichkeiten.
Neu: Ab sofort listet K-Geld in jeder Ausgabe die jeweils aktuellen Festgeld-Zinssätze auf, siehe diesen Artikel.
25. August 2008 | Fredy Hämmerli
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