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Viele Betriebe haben eine mangelhafte Rechtsschutz-Versicherung – ausgerechnet Streitigkeiten mit Kunden und Lieferanten sind oft nicht gedeckt.
Es geschieht jeden Tag: Unzählige Firmen und Gewerbetreibende erhalten Angebote für teure Einträge in nutzlose Register. Wer nicht aufpasst und unterschreibt, geht damit einen Vertrag ein. Die Registerhaie schrecken sogar vor Lügen nicht zurück, um Unterschriften von ihren Opfern zu erschleichen.
Auch Bea Bühler (Name geändert), Inhaberin einer kleinen Firma im Raum Bern, fiel auf ein solches Schwindelangebot herein und unterschrieb den Fax, der ihr zugestellt wurde. Gerne hätte sie sich dann mit Unterstützung ihrer Betriebsrechtsschutz-Versicherung gegen die Mahnungen und Betreibungsandrohungen gewehrt. Sie blitzte mit ihrem Antrag um Unterstützung jedoch ab. Die DAS schrieb ihr, versichert seien im Wesentlichen lediglich «Streitigkeiten aus Versicherungsrecht, Miet- oder Pachtrecht und Arbeitsrecht».
Rechtsschutz: Keine Partner für alle Fälle
Das heisst: Ausgerechnet Rechtsprobleme mit Kunden und Lieferanten sind in der Police der Kleinfirma nicht gedeckt. «Das ist etwa so stossend, wie wenn bei der Autoversicherung ausgerechnet Fahrten an den Arbeitsplatz nicht gedeckt wären», empört sich Bea Bühler. «Diese Versicherung ist ein Witz.»
Samuel Daeppen von der DAS räumt die Deckungslücke ein. Die DAS plane eine erweiterte Deckung, die auch Streitigkeiten aus dem Geschäftsverkehr einschliessen werde. Das koste dann aber statt der Minimalprämie von derzeit 380 Franken über 1000 Franken.
Das Beispiel zeigt: Nicht nur beim Rechtsschutz für Private, sondern auch bei der Variante für Betriebe sind die Versicherungen nicht Partner für alle Fälle:
Bei der Assista TCS zum Beispiel sind Kaufverträge von Unternehmen versichert – aber nur, falls die Firma Maschinen und Mobiliar kauft. Die Fortuna bietet eine abgespeckte Grunddeckung. Der geschilderte Fall von Registerhai-Opfer Bea Bühler wäre hier nur bei einer erweiterten Deckung vollumfänglich versichert. Das Gleiche gilt für Orion und CAP. Oft ist allerdings in der «Sparvariante» wenigstens eine einfache Rechtsberatung enthalten.
Auch die Winterthur-Arag würde der Fall nur mit einer zusätzlichen Deckung für Vertragsrecht übernehmen. Diese kostet allerdings 700 bis 1400 Franken mehr pro Jahr.
Anders die Protekta: Hier ist der «Inseratvertrag» bereits in der Grunddeckung inbegriffen. Diese würde dann auch bei Streitigkeiten mit Registerhaien einspringen.
Coop Rechtsschutz und Zürich-Versicherung haben keinen speziellen Rechtsschutz für Betriebe im Angebot, Helvetia und Nationale kommen im Herbst mit einem neuen Produkt.
Tipp für Betriebe, die eine Rechtsschutz-Versicherung abschliessen wollen: Prüfen Sie genau, welche Bereiche Sie abgedeckt haben möchten, und lassen Sie sich dann eine massgeschneiderte Lösung offerieren. Denken Sie aber auch daran: Auf Versicherungen, die wichtige Rechtsgebiete nicht abdecken, kann man getrost verzichten.
25. August 2008 | Ernst Meierhofer
