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Artikel | saldo 13/2008

Gegen Dornwarzen gibt es kein Patentrezept

Abschaben, Lasern, Vereisen, Versengen: Schulmediziner bekämpfen Dornwarzen mit allen Mitteln – mitmässigem Erfolg. Betroffene müssen oft viele Methoden ausprobieren und brauchen Geduld.


Schon seit 14 Jahren versucht Barbara Laurie, zwei Warzen loszuwerden. Sie haben sich am Fuss festgekrallt und trotzen jeder Behandlung. «Es ist einfach unfassbar», klagt Laurie.

Zuerst probierte es der Hausarzt mit Pflastern, die Salicylsäure enthielten. Sie sollten die Warzen auflösen – aber sie blieben wirkungslos.  Danach ging die Sängerin zum Hautarzt. Er vereiste die Warzen mit Stickstoff und trug sie mit dem Skalpell ab – eine schmerzhafte Behandlung. «Aber die Warzen blieben», berichtet Laurie. Sie versuchte es mit einem Vereisungsspray aus der Apotheke. Auch dies half nichts, und Laurie gab die Behandlung schliesslich auf.


Warzen können jedem Mittel trotzen – oder plötzlich verschwinden

Bei einem Aufenthalt in Schottland fand die gebürtige Schottin ein Gel, das sehr viel Salicylsäure enthielt. Das Gel wirkte immerhin ein bisschen, wie Laurie berichtet: «Die Warzen wurden etwas kleiner.» Sie kombinierte das schottische Gel mit dem Spray aus der Apotheke. Doch die Warzen überlebten.

Die Leidensgeschichte von Barbara Laurie ist typisch für Patienten mit Dornwarzen. Oftmals siegen die Warzen – oder sie verschwinden irgendwann nach Jahren, so, wie sie gekommen sind.


Viren dringen in die Haut und lassen Warzen wuchern

Es gibt auch kein Mittel, das allen Patienten gleichermassen hilft. Betroffene müssen oft vieles ausprobieren. Der Grund: Es sind Papilloma-Viren, die Dornwarzen verursachen. Und gegen Viren gibt es keine effizienten Medikamente wie zum Beispiel Antibiotika gegen Bakterien.

Papilloma-Viren sind übertragbar. Sie können durch kleinste Verletzungen in die Haut eindringen und verursachen Wucherungen in der Hornhaut. Weil die Hornhaut kaum durchblutet ist, kann das Immunsystem die Viren schlecht erkennen. Siegfried Borelli, Oberarzt am Dermatologischen Ambulatorium des Zürcher Triemlispitals, sagt: «Menschen mit Durchblutungsstörungen oder Immunschwäche haben häufiger Dornwarzen als andere.»

Die Schulmedizin versucht mit allen Mitteln, Warzen für immer zum Verschwinden zu bringen: mit Abschaben, Einweichen, Vereisen, Versengen, Lasern, Ausdrücken – alles mit mässigem Erfolg. Einen Beleg für die Wirksamkeit gibt es nur bei der Behandlung mit Salicylsäure. «Alles andere ist Erfahrungsmedizin», sagt Facharzt Borelli.

Kein Wunder, greifen viele Patienten zur Selbstbehandlung: Tinkturen von Thuja oder Schöllkraut, Schüsslersalze oder Teebaumöl sind nur einige der vielen Hausmittel (siehe unten).


Mit Homöopathie das Immunsystem stärken, statt Warze entfernen

Einen anderen Weg geht die Homöopathie: Sie lässt die Dornwarzen stehen. Die Naturheilpraktikerin und Homöopathin Colette Raemy aus Löhningen SH sagt: «Aus der Sicht der Homöopathie richtet man mehr Schaden an, wenn man die Warzen entfernt.»

Homöopathen setzen nicht lokal bei der Warze an, sondern beim ganzen Menschen. Raemy: «All seine Beschwerden, Probleme, Sorgen und Ängste sind wichtig für die Wahl des richtigen Heilmittels.» Ziel sei es, die Konstitution und das Immunsystem zu stärken.

Die Methode hat immer wieder Erfolg – obwohl es für die Wirksamkeit der Homöopathie keinen wissenschaftlichen Nachweis gibt. Das können auch Schulmediziner bestätigen. Christian Hoessly, Facharzt für Allgemeinmedizin aus Schaffhausen: «Die Behandlung hat den Vorteil, dass sie die gesamte Körperabwehr unterstützt. Zudem ist sie nicht schmerzhaft. Das kann gerade bei Kindern wichtig sein.»


Das können Sie gegen Warzen tun

  • Tragen Sie Badeschuhe in Hallenbädern, Freibädern, Hotelzimmern und Saunen.
  • Desinfizieren Sie die Füsse nach dem Besuch des Hallenbades oder anderen Nassbereichen.
  • Trocknen Sie die Haut nach dem Schwimmen oder Baden gut ab, vor allem zwischen den Zehen. Warzenviren bevorzugen eine feuchte Umgebung, zudem ist die aufgeweichte Haut durchlässiger für Viren.
  • Oft verschwinden Warzen nach einer gewissen Zeit von selber. Deshalb gilt die Faustregel: Greifen Sie zuerst zu schonenden Methoden.
  • Kleben Sie ein Pflaster mit Salicylsäure auf die Warze oder tragen Sie eine Schöllkraut-Tinktur auf. Versuchen Sie es auch mit einer Thuja-Tinktur. Diese Substanzen wirkend ätzend.
  • Schützen Sie die umliegende Haut mit einem Pflaster oder Vaseline.
  • Nehmen Sie mehrmals in der Woche ein Fussbad, um die Haut aufzuweichen.
  • Versuchen Sie es mit dem Schüssler-Salz Calcium fluoratum D12, zusätzlich Schüssler-Salbe Nr. 4.
  • Wenn alles nichts nützt: Gehen Sie zum Hausarzt oder suchen Sie einen anerkannten Homöopathen auf.
  • Schneiden Sie nicht an Warzen herum. Es kann zu einer Neuinfektion kommen.

 

25. August 2008 | Regula Schneider


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