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Im Schlafzimmer sollte man sich rundum wohl fühlen. Haus & Garten sagt, worauf es beim Einrichten und bei der Wahl der Schlafunterlage ankommt.
Rund ein Drittel des Lebens verbringt man im Bett: Es lohnt sich deshalb, das Schlafzimmer sorgfältig und liebevoll einzurichten. Alles im Raum soll der Erholung und dem Wohlbefinden dienen: das Bett, die Möbel und Bilder sowie das Raumklima.
Der Raum sollte freundlich, hell und geräumig sein. Ideal sind Fenster gegen Osten: Das einfallende Tageslicht hilft, am Morgen eher wach zu werden.
Ein grosser Spiegel an der Wand lässt das Zimmer grösser und heller erscheinen. Dabei sollte man aber darauf achten, dass die Morgensonne nicht direkt hineinscheint und blendet.
Bilder hängt man so auf, dass sie vom Bett aus gut zu sehen sind, ohne dass man den Hals zu verrenken braucht.
Zu viele Möbel wirken bedrückend im Schlafzimmer. Lassen Sie nur das im Raum stehen, was mit Schlafen, Entspannen und Aufstehen zu tun hat. Ideal ist, wenn der Kleiderschrank in einem anderen Zimmer Platz findet. Wenn das nicht möglich ist, wählt man einen, der wenig auffällt oder sich in die Wand integrieren lässt.
Nicht ins Schlafzimmer gehören Gegenstände, die Arbeit signalisieren: zum Beispiel der Schreibtisch, das Bügelbrett und der Computer. Auch ein Fernseher hat im Schlafzimmer nichts zu suchen. Er ist ein schlechter Schlafbegleiter. Das gilt auch für Telefon und Handy.
Das Zimmer lässt sich nachts mit Rollos oder Jalousien abdunkeln. Auf schwere Vorhänge sollten Sie besser verzichten. Sie wirken eher düster. Zudem sind Vorhänge Staubfänger.
Farbig gestrichene Wände können einiges zur beruhigenden und behaglichen Atmo-sphäre im Schlafzimmer beitragen. Wählen Sie einfach jene Farbe, die auf Sie angenehm und beruhigend.
Früher galt die Devise: Je kälter das Schlafzimmer, desto besser der Schlaf. Heute empfehlen Fachleute, die Temperatur im Schlafzimmer so einzustellen, dass man sich wohl fühlt und weder friert noch schwitzt. Für die meisten Menschen liegt dieser «Wohlfühlwert» bei rund 18 Grad Celsius. Die Luftfeuchtigkeit sollte 30 bis 50 Prozent betragen. Zugluft gilt es zu vermeiden. Stellen Sie das Bett nicht zu nahe ans Fenster oder an die Tür. Auch kalte Aussenwände sind nicht geeignet.
Das Bett: Genügend Bewegungsfreiheit
Jeder Mensch braucht sein passendes Bett, entsprechend seiner Körpergrösse, dem Gewicht und den Schlafgewohnheiten. Deshalb sollte man Bettgestell, Matratze und Unterfederung, aber auch Kissen und Decke sehr sorgfältig auswählen.
In einem guten Bett liegt der Körper in einer natürlichen Position, und man kann sich frei bewegen. Für die Bewegungsfreiheit ist die Grösse des Bettes wichtig. Fachleute empfehlen mindestens 20 cm länger als die Körpergrösse. Ein Einzelbett sollte mindestens 100 cm breit sein, ein Doppelbett mindestens 180 cm, um genügend Schlafkomfort zu bieten.
Es ist zudem besser, wenn jeder Partner einen eigenen Rost und eine eigene Matratze hat, die zu seinem Gewicht und seiner Grösse passen. Vor allem ältere Menschen sollten darauf achten, dass das Bett nicht zu niedrig ist. Aufstehen und Zubettgehen fallen leichter, wenn es rund 50 cm hoch ist.
Vor dem Kauf eines Bettes sollte man zunächst folgende Punkte klären:
Die Unterlage: Weder zu hart noch zu weich
Kernstück des Bettes sind die Matratze und die sogenannte Unterfederung, zum Beispiel ein Lattenrost. Beides muss zusammenpassen und sich ergänzen, um den Körper richtig zu stützen. Ideal ist deshalb, wenn man beides gleichzeitig kauft. Dann kann man sie zusammen ausprobieren.
Die Matratze darf weder zu hart noch zu weich sein. Fachleute empfehlen heute mittelharte Matratzen, vor allem für Menschen mit Bandscheiben-Problemen. Allerdings kann man sich dabei nicht allein auf die Kennzeichnung im Geschäft verlassen. Schwere Personen brauchen härtere Matratzen als leichtgewichtige, um richtig zu liegen.
Wichtig: Die Matratze sollte im Bereich von Schulter und Hüfte etwas einsinken, in der Taille hingegen stützen. So bildet die Wirbelsäule beim seitlich Liegen eine gerade Linie (siehe Grafik im pdf-Artikel). Wenn man auf dem Rücken liegt, unterstützt die Matratze die natürliche Doppel-S-Form der Wirbelsäule. Zu weich ist eine Matratze, wenn der Rücken durchhängt. Zu hart ist sie, wenn man auf dem Rücken oder seitlich liegt und bei der Taille die flache Hand problemlos durchschieben kann.
Es gibt eine ganze Reihe von verschiedenen Matratzentypen. Meistens enthalten sie einen Kern aus einem bestimmten Material und mehrere Auflageschichten. Fragen Sie den Verkäufer im Geschäft, welche Schicht wofür gut ist. Viele Schichten sind aber noch lange kein Hinweis auf eine gute Qualität der Matratze. Die häufigsten Matratzen-Typen sind:
Federkern
Die Matratze enthält ein Gerippe aus Stahlfedern, das von mehreren Polsterschichten umgeben ist. Je mehr Federn eine Matratze enthält, desto besser ist die Qualität. Es gibt verschiedene Typen von Federkernen. Am besten ist der Taschenfederkern. Hier ist jede Feder in ein Baumwollsäckchen eingenäht und mit den anderen lose verbunden. Deshalb geben nur diejenigen Federn nach, die belastet werden. Diese sogenannte Punktelastizität verbessert den Liegekomfort.
Als Polsterung zwischen Federkern und Bezug dienen meist Rosshaarauflagen, Latex- oder Schaumstoffmatten sowie Fasergemischmatten. Letztere bestehen bei Billigmatratzen oft aus Textilabfällen. Bei billigen Produkten beginnen die Federn zudem schnell zu «eiern».
Eigenschaften: Meist eher hart, elastisch (bei Taschenfederkern punktelastisch), schnelle Aufnahme und Abgabe von Feuchtigkeit und Wärme.
Eignung: In der Mitte verstärkte Modelle für grosse, schwere Menschen; mit Kokos- oder Rosshaarauflage für schwitzende Schwergewichte.
Schaumstoff
Die Matratze besteht aus aufgeschäumtem Polyurethan. Man sollte darauf achten, dass der Schaumstoff ein hohes Raumgewicht hat. Dadurch ist er elastischer, haltbarer und tragfähiger. Abgekürzt wird das Raumgewicht auf der Etikette mit RG. Es sollte mindestens 30 betragen, besser 40 bis 50. Das Raumgewicht hat keinen Einfluss auf die Härte der Matratze, obwohl dies manchmal von Händlern behauptet wird. Der Schaumstoff ist meist mit Luftkänalen durchsetzt. Das ist gut für den Feuchtigkeits- und Wärmeaustausch. Über dem Schaumfstoff liegen verschiedene Polsterschichten.
Eigenschaften: Gute Körperunterstützung, punktelastisch, atmungsaktiv, schlechte Feuchtigkeitsaufnahme, eher preisgünstig.
Eignung: Für Leicht- und Normalgewichtige, Seitenschläfer, bei Rückenproblemen, ohne Rosshaar und Schurwolle auch für Allergiker.
Latex
Die Matratze besteht aus natürlichem Kautschuk oder aus Synthetik-Latex, der aus Rohöl hergestellt wird. Produkte, die als Naturlatex angeboten werden, enthalten meist zwischen 30 bis 80 Prozent des Naturprodukts. Es gibt zwei verschiedene Formen von Latexmatratzen: Beim Stiftlatex weist der Block auf beiden Seiten dünne röhrenförmige Hohlräume auf. Beim Kavernenlatex sind die Hohlräume wesentlich grösser. Durch unterschiedlich angeordnete Hohlräume wird die Matratze in härtere und weichere Zonen unterteilt.
Eigenschaften: Gute Körperunterstützung, sehr elastisch, punktelastisch, guter Wärmetransport, schlechte Feuchtigkeitsaufnahme, schwer.
Eignung: Für Leicht- und Normalgewichtige, Seitenschläfer, bei Rückenproblemen, ohne Rosshaar und Schurwolle auch für Allergiker. Latex-Allergiker sollten sie aus Sicherheitsgründen meiden, obwohl normalerweise kein direkter Kontakt mit dem Latex stattfindet.
Kokos
Die Matratze besteht aus Kokosfasern. Diese sind leicht und nehmen die Feuchtigkeit gut auf. Ihnen fehlt aber die Elastizität. Deshalb werden oft Mischungen von Kokosfasern und Latex angeboten. Das macht die Matratze elastischer.
Eigenschaften: Eher hart und wenig elastisch, sehr guter Feuchtigkeits- und Wärmetransport.
Eignung: Für Schwergewichte, Rücken- und Bauchschläfer, für Tierhaar-Allergiker, latexierter Kokos für Kinder.
Rosshaar
Der Klassiker unter den Matratzenfüllungen ist nur begrenzt elastisch, sodass sich schnell Mulden bilden. Man muss die Matratze deshalb regelmässig wenden. Rosshaar ist teuer, da der Rohstoff begrenzt ist. Matratzen mit der Bezeichnung Rosshaar und Schweifhaar enthalten meist auch Rinderhaare – im Gegensatz zu Rossschweifhaar, das nur vom Pferd stammt. Ideal ist Rosshaar als dünne Auflageschicht, weil es so gut Wärme transportiert und dadurch kühlt.
Eigenschaften: Guter Feuchtigkeitstransport und Wärmeisolation, luftdurchlässig, wärmend
Eignung: Bei hohem Wärmebedürfnis.
Kapok
Die Matratze besteht aus den Pflanzenfasern des Kapok-Baums. Man nennt die Fasern auch Pflanzendaunen. Sie sind sehr leicht und ergeben eine feste, aber elastische Matratze. Die Körperunterstützung ist aber nicht für jeden ausreichend.
Eigenschaften: Fest und punktelastisch, sehr gute Aufnahme und guter Transport von Feuchtigkeit, wärmeisolierend, antibakteriell.
Eignung: Bei hohem Wärmebedürfnis, für Allergiker.
Roggen- oder Haferstroh
Solche Matratzen werden heute oft nur auf Bestellung von kleineren Herstellern angefertigt. Das Stroh in der Matratze wird meist in mehreren Lagen verarbeitet, die jeweils mit Jute umhüllt sind. Die Matratze sollte man regelmässig wenden und lüften. Denn bei Feuchtigkeit kann sich Schimmel bilden.
Eigenschaften: Hart, wenig elastisch, gut wärmend, gute Luftdurchlässigkeit
Eignung: Für Rücken- und Bauchschläfer, für Schwergewichte.
Die Unterfederung sorgt zusammen mit der Matratze für die richtige Körperunterstützung im Schlaf. Sie soll gleichzeitig fest und elastisch sein und Luft und Feuchtigkeit durchlassen. Eine gute und günstige Unterfederung ist der einfache Lattenrost. Er besteht aus zirka 20 elastischen Federholzleisten, die fest in einen Rahmen montiert sind. Darauf liegen alle Matratzen gut.
Komfortabler liegt man auf Lattenrosten mit flexibler Lagerung. Die Latten sind hier fest, liegen aber auf beweglichen Trägerelementen. Dadurch können sich die Latten besonders gut den Körperbewegungen und der Belastung anpassen. Beim Kauf sollte man darauf achten, dass man Latten und Träger einzeln ersetzen kann. Für einen solchen Lattenrost eignen sich eher elastische Matratzen, zum Beispiel aus Latex und Schaumstoff. Sie übertragen die Bewegungen besser.
Lärm reduzieren
Die klassische Störquelle im Schlafzimmer: Autolärm, das Schnarchen des Partners oder Flugzeuge, die übers Haus donnern. Ob ein Geräusch als störend empfunden wird, hängt nicht unbedingt von der Lautstärke ab, sondern vor allem von der subjektiven Bewertung.
Bei weniger lauten Geräuschen hilft manchmal Autosuggestion. Man sagt sich zum Beispiel immer wieder: «Die Geräusche sind nichts Schlimmes. Sie dauern nicht ewig. Sie sind weit weg. Sie haben nicht mit mir zu tun. Ich bin in meinem Bett sicher und geborgen.»
Eine andere Möglichkeit: Man überdeckt die störenden Geräusche durch ein anderes, zum Beispiel einen summenden Ventilator oder einen plätschernden Zimmerbrunnen.
An lauten Lärm gewöhnt man sich nicht. Trotzdem kann man einiges dagegen tun:
Elektrosmog eindämmen
Elektrosmog beeinflusst das vegetative Nervensystem und kann unter anderem zu Schlafstörungen, Kopfschmerzen und Nervosität führen. Deshalb lohnt es sich, die mögliche Störquelle mit ein paar einfachen Mitteln zu reduzieren:
Wer der Elektrosmog-Belastung in seinem Schlafzimmer genau auf den Grund gehen will, sollte sich an einen ausgewiesenen Fachmann wenden. Eine Messung kostet rund 500 bis 1000 Franken. Vorsicht: Wenn Firmen Messungen zu Tiefstpreisen anbieten, wollen sie oft nur teure Abschirmprodukte mit fraglichem Nutzen verkaufen, wie zum Beispiel Magnetfeldmatten.
Buchtipp
Gesundheitstipp-Ratgeber «Erholsam und gesund schlafen». Auf 144 Seiten die besten Rezepte für einen guten Schlaf. Fr. 25.– (für Nichtabonnenten Fr. 30.–). Sie können das Buch unter Tel. 044 253 90 70 oder www.gesundheitstipp.ch bestellen.
18. August 2008 | SONJA MARTI
