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Ein Wellness-Bad hatte für Anja Meier ernste Folgen: Verbrennungen ersten bis zweiten Grades. Badbetreiber Swiss Holiday Park weist jede Schuld von sich.
Anja Meier aus Untersiggenthal AG wollte sich etwas Gutes tun und nahm im Swiss Holiday Park in Morschach SZ ein Moorbad. Dieses soll entspannen und das Immunsystem stärken. Der Instruktor teilte ihr mit, das Bad sei sehr intensiv, nach einiger Zeit würde die Haut zu kribbeln beginnen. «Nach dem 20-minütigen Bad war mein ganzer Körper rot», erzählt sie. Dies sei normal und würde nach ein paar Stunden verschwinden, versicherte der Instruktor. Am Abend waren einige Stellen noch immer feuerrot – überall da, wo der Körper mit der Wanne Kontakt hatte.
Trotz Rötungen: Sauna empfohlen
Anja Meier zeigte die Rötungen dem Personal. Erneut hiess es, das sei normal. Sie könne bedenkenlos die Sauna und die bereits gebuchte Seifenbürstenmassage geniessen. Am nächsten Tag waren die Hautstellen dunkelrot und heiss. Nochmals zeigte Meier ihre Verletzungen dem Personal. Die Mitarbeiterin der Wellness-Abteilung gab ihr lediglich ein Gratismuster einer kühlenden Hautcreme.
Die Schmerzen wurden in den folgenden Tagen stärker. Meier war wieder daheim und rief im Swiss Holiday Park an. Wahrscheinlich habe sie einen Kaliummangel, hiess es am Telefon. Später riet man ihr zu einem Allergietest, sie sei wohl auf die verwendeten ätherischen Öle allergisch.
Die Hautärztin diagnostizierte schliesslich Verbrennungen ersten bis zweiten Grades. Sie bestätigte, dass die Reaktionen nichts mit einer Allergie zu tun haben. Anja Meier konfrontierte Swiss Holiday Park in einem Brief mit dieser Diagnose und verlangte eine Erklärung. Die Betreiber bedauern den Vorfall zwar, wollen die Verantwortung aber nicht übernehmen: «Wir sind uns keiner Schuld bewusst», teilte der Ferien- und Freizeitpark der Geschädigten in einem Antwortschreiben mit.
Meier musste das Bad trotzdem bezahlen
Weiter hielt Geschäftsleiter Walter Trösch im Schreiben fest, das Moorbad werde in einer ungeheizten Badewanne durchgeführt, die Wassertemperatur, rund 35 Grad, würde mittels Thermometer kontrolliert, und es sei bisher zu keinen vergleichbaren Fällen mit Verletzungen gekommen. «Wir haben seither 104 Moorbäder verkauft, alle ohne Zwischenfall.»
Anja Meier wollte sich mit dieser Antwort nicht zufriedengeben. Sie verlangte eine Entschädigung von 250 Franken und 1000 Franken Genugtuung. Der Ferienpark ging jedoch nicht darauf ein. Nicht einmal die 48 Franken für die Moorbad-Behandlung wurden Meier erlassen.
Moorbäder: Nichts für jedermann
Bei einem Moorbad wird dem warmen Badewasser Torf beigefügt. Die schlammige Masse soll entspannen, das Immunsystem stärken, Gelenkschmerzen lindern und Entzündungen hemmen. Dem Badetorf wird bei Frauen auch eine fruchtbarkeitsfördernde Wirkung nachgesagt. Aber Achtung: Das Bad im zähen Schlamm regt den Kreislauf stark an. Bei Herzschwäche, starken Krampfadern und entzündlichen Krankheiten dürfen Moorbäder aus ärztlicher Sicht nicht angewandt werden. Auch bei Schwangerschaft nicht.
17. August 2008 | Isabelle Meier
