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Artikel | K-Tipp 13/2008

Jagd nach dem besten Zimmerpreis

Bei der Hotelsuche übers Internet können Meta-Suchmaschinen praktisch sein. Doch sie haben oft Mühe, das günstigste Angebot zu finden.


Niemand zahlt für eine Übernachtung gerne mehr als nötig. Allerdings kann es recht mühsam sein, für ein bestimmtes Hotel den günstigsten Zimmerpreis aufzuspüren.

Diesen gibt es nämlich nicht unbedingt im Hotel selber. Er kann genauso gut auf einem der mittlerweile unzähligen Internet-Hotelportale wie Venere.com, Hotel.de und Hrs.com zu finden sein.

Die Preisvielfalt, mit der identische Angebote über Portale verkauft werden, ist beeindruckend (siehe auch K-Tipp 15/05). Beeindruckend ist auch der Zeitaufwand, um bei der Zimmersuche Dutzende Online- Hotelportale einzeln abzuklappern.

Mit sogenannten Meta-Suchmaschinen geht das wesentlich schneller: Man gibt zum Beispiel Stadt, Hotelname, Aufenthaltsdatum und Zimmerkategorie ein. Und schon durchforstet die Suchmaschine zahlreiche Hotelportale, um Sekunden später die Liste der von ihr entdeckten Angebote zu präsentieren. Wer auf eines dieser Angebote klickt, wird sofort zum entsprechenden Hotelportal weitergeleitet und kann buchen.


Meta-Suchmaschinen: Keine war top

Das klingt bestechend. Fragt sich nur, wie gut die Meta-Suchmaschinen das jeweils günstigste Angebot aufstöbern können. Um das herauszufinden, hat der K-Tipp Ende Juni eine Stichprobe durchgeführt und sich bei acht Hotels nach dem Zimmerpreis für ein konkretes Datum erkundigt. Gleichzeitig klärte er ab, zu welchen Preisen diese Zimmer bei 24 Online-Hotelportalen hätten gebucht werden können. Darauf gestützt schickte er die Meta-Suchmaschinen Checkfelix.at, Hotelscombined.com, Kayak.com und Vibeagent.com auf den Prüfstand: Würden sie für jedes Hotel das Topangebot aufspüren können?

Resultat: Keiner der vier Meta-Suchmaschinen gelang das. Am besten schnitt Hotelscombined.com ab, die für fünf der acht Häuser die beste Offerte fand. Checkfelix.at und Vibeagent.com schafften das immerhin für drei Hotels, Kayak.com gar nie (siehe Tabelle im pdf-Artikel).

Betrachtet man die Ergebnisse pro Hotel, fällt auf: Einzig beim «Bristol» in Avignon (F) und beim «Daniel» in Graz (A) hat mehr als eine Meta-Suchmaschine das günstigste Angebot entdeckt. Bei den «Roundhouse Suites» in Boston (USA) blieben alle erfolglos.

Kommt hinzu, dass die angezeigten Preise mit Vorsicht zu geniessen sind. Die Meta-Suchmaschinen bilden nur ab, was die von ihnen durchkämmten Hotelportale als Zimmerpreis angeben. Und der ist nicht immer vollständig, weil gewisse Portale Kostenfaktoren wie allfällige Buchungsgebühren und lokale Taxen nicht in den Preis integrieren, sondern nur am Rande erwähnen.

Unter dem Strich wird klar: Wer sich auf der Jagd nach dem «best price» nur auf Meta-Suchmaschinen stützt, riskiert teuer zu nächtigen.


Tipp: Auch im Hotel direkt nachfragen

Hotelzimmer gibts auf Internet-Portalen teils zum Schnäppchenpreis. Nicht selten aber lohnt es sich, direkt im Hotel zu buchen. Das zeigen in der Stichprobe die Beispiele «Roundhouse Suites» in Boston, Steigenberger Hotel in Gstaad und Hotel Einstein in St. Gallen.

Dabei kommt es vor, dass bei Buchung via Hotel-Website ein anderer Preis erhältlich ist als bei Reservation per E-Mail oder Telefon: Die Zimmer im «Steigenberger» und im «Einstein» kosteten online gebucht über 50 Franken weniger.

Auf Buchungen per Internet, die 35 oder mehr Tage vor Anreise erfolgten, offeriere man 15 Prozent Ermässigung, erklärt «Steigenberger»- Direktor Günter Weilguni. Der Rabatt sei jedoch mit gewissen Restriktionen verbunden.

Und im «Einstein» heisst es, zwar variiere der Zimmerpreis grundsätzlich je nach Auslastung, doch via Hotel-Website könnten Gäste stets zum günstigsten Preis buchen.

17. August 2008 | Gery Schwager


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