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Direkt beim Bauern einkaufen kann man auf unzähligen Höfen. Die Auswahl ist zwar sehr unterschiedlich – und auch die Preise variieren stark.
Von den 60 000 Bauernbetrieben in der Schweiz verkaufen etwa 12 000 direkt ab Hof. Die K-Tipp-Stichprobe zeigt jedoch, dass das Angebot der einzelnen Höfe oft sehr schmal ist.
Im Fall von Christoph Koch in Gossau SG trifft das nicht zu. In seinem «Hofstadl» bietet er rund 200 Artikel an. Was Koch nicht selber produziert, kauft er bei regionalen Anbietern dazu. In der Preispolitik orientiert er sich an der Spar-Filiale in seinem Wohnort.
Mit Migros und Coop kann er sich alleweil messen, fällt doch der Zwischenhandel weg. Das trifft auch auf die anderen geprüften Hofläden zu. Vier der sechs getesteten Produkte sind im Durchschnitt günstiger als bei der Migros, verglichen mit Coop sind es gar fünf von sechs. Ein grosser Unterschied zeigte sich bei den Äpfeln, die bei Migros und Coop durchschnittlich rund einen Drittel mehr kosten als direkt ab Hof.
Aber die Preise in den Hofläden variieren stark. So kostet der Kopfsalat beim günstigsten Anbieter in Hinwil ZH (siehe Kasten im pdf-Artikel) lediglich Fr. 1.–. Das Doppelte verlangen dagegen zwei Hofläden im Kanton Aargau. Auch beim Bund Radieschen ist der Unterschied frappant: Fr. 1.20 verlangt der günstigste Anbieter, Fr. 2.– kosten sie beim teuersten Bauern.
Einen grossen Hofladen betreibt auch Christof Johner in Kerzers FR. 56 Produkte stellt er auf seinem Landwirtschaftsbetrieb selber her. Während der warmen Jahreszeit ist das Geschäft sogar an Sonntagen geöffnet.
In Johners Betrieb bedienen sich die Kunden selbst. Entsprechend zählt der Freiburger auf die Ehrlichkeit der Käufer. Da haperts mitunter. Besonders ärgerlich: Kunden, die mit selber kopierten Banknoten «zahlen».
Gemüsebauer Johner fährt auch auf den Markt. Dabei verkauft er die Ware nur unwesentlich teurer als ab Hof. So verlangte er in der ersten Juniwoche für einen Bund Radieschen auf dem Markt Fr. 1.50 – nur 30 Rappen mehr als im Hofladen.
Mit diesem Preis liegt Christof Johner über einen Drittel unter dem Durchschnittspreis, den der K-Tipp bei den Marktfahrern auf dem Bürkli- und dem Helvetiaplatz in der Stadt Zürich erhoben hat. Johner sagt dazu: «Je weiter weg von den Grosszentren ein Markt liegt, desto günstiger ist er in der Regel.»
Auffällig: Als der K-Tipp die Stadtzürcher Märkte besuchte, fanden sich unter den Anbietern auch Landwirte, die aus den Kantonen Luzern und Thurgau angereist kamen. Entsprechend hoch waren dann auch zum Teil die Preise. So verlangte Bauer Buchter aus Rheinklingen TG für 500 Gramm Erdbeeren stolze 6 Franken.
Weitere Hofläden
16. Juni 2008 | Thomas Heer
