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Artikel | Gesundheits-Tipp 06/2008

Dickmacher in den Wellness-Getränken

Sie scheinen gesund und leicht zu sein: die neuen Mineralwässer mit Frucht- und Kräuteraromen. Doch in vielen der Getränke hats grosse Mengen des Dickmachers Fructose.


Wer etwas auf seine Gesundheit hält, löscht an heissen Sommertagen den Durst mit einem Wellnesswasser. In den Läden finden sich immer mehr dieser Modegetränke. In lieblichen Pastellfarben und mit einem Schuss Fruchtaroma oder Kräuteressenz versprechen sie einen «gesunden Mehrwert», wie zum Beispiel in der Werbung von Rhäzünser plus. Oder «Wellness für zu Hause», wie bei Valser viva.

Als gesund preisen die Hersteller oft auch den Fruchtzucker an, mit dem die Getränke gesüsst sind. Er werde «vom Organismus leichter verarbeitet», schreibt Migros über sein Nendaz-Getränk. Doch der Körper kann nur kleine Dosen verarbeiten – wie sie in Früchten vorkommen. In grösseren Mengen ist Fructose alles andere als gesund. Das haben verschiedene Studien gezeigt. Die Ergebnisse:

  • Fruchtzucker macht weniger satt und schneller dick als Kristallzucker
  • macht den Körper vermutlich unempfindlicher auf Insulin
  • fördert so das Risiko für Diabetes
  • erhöht das schlechte Cholesterin
  • erhöht den Harnsäurespiegel und fördert so Gicht.


Die Mediziner wissen zwar noch nicht, wie viel Fructose der Körper verkraften kann. Trotzdem rät Stoffwechselexperte Kaspar Berneis vom Zürcher Uni-Spital, auf Produkte mit viel zugesetzter Fructose zu verzichten. Bloss: Für Konsumenten ist meist nicht ersichtlich, wie hoch der Fructosegehalt eines Getränks ist. Deshalb liess der Gesundheitstipp 16 aromatisierte Mineralwässer im Labor testen (siehe Tabelle im pdf-Artikel).

Das Resultat: Die Hälfte enthielt beträchtliche Mengen Fructose. Am schlechtesten schnitt «Himml» von der Mineralquelle Gontenbad ab – 1 Liter enthielt 46 Gramm Fructose. Diese Menge entspricht mehr als elf Stück Würfelzucker. Auch in den Produkten von Valser, Rhäzünser und Eptinger steckt mit rund 40 Gramm sehr viel Fructose. Gesundheitstipp-Ernährungsfachfrau Carine Buhmann: «Wer Getränke mit so viel Fructose als gesund verkauft, führt die Konsumenten in die Irre. Solche Produkte sind wenig empfehlenswert.»


Aproz-Getränke schnitten am besten ab

Das beste Resultat erzielten die Aproz-Getränke von Migros mit weniger als 10 Gramm Fructose pro Liter. Im Mittelfeld liegen die Wässer von Carpe Diem, Volvic und San Benedetto. Sie enthalten bis zu 20 Gramm Fructose. «Flauder» und «Wonder» der Mineralquelle Gontenbad und das Produkt von Adelbodner schnitten ähnlich ab.

Diese drei Wässer enthalten aber zusätzlich künstliche Süssstoffe. Neben Acesulfam-K setzen die Hersteller auch zum Teil umstrittene Stoffe wie Aspartam, Saccharin und Natriumcyclamat ein. Im «Active O2 Orange Lemon» hats sogar alle vier Süssstoffe auf einmal. Herstellerin Adelholzener Alpenquellen räumt ein, dass die Süssstoffe «kontrovers diskutiert» würden. Die Firma will ab 2009 kein Aspartam mehr verwenden.


«Das beste Getränk bleibt – Wasser»

Die Mineralquelle Gontenbad erklärt, dass sie ihre Getränke mit Fructose süsse, damit sie «nicht so viele künstliche Süssstoffe» zugeben müsste. Die Auswirkung der Fructose sei zudem «immer eine Frage der Dosis». Darauf verweisen auch die anderen Hersteller.
Migros und Eptinger vergleichen ihre Produkte mit Süssgetränken wie zum Beispiel Cola und Fanta. Im Vergleich dazu seien die Aromawässer weniger gesüsst. Migros verweist im Weiteren darauf, dass auch andere Zuckerarten problematisch seien. Eptinger schreibt, dass sie «aus heutiger Sicht» auf der Etikette explizit auf den Fructosegehalt hinweisen würde. Doch liesse sich eine neue Etikettierung nicht so schnell umsetzen.

Rhäzünser hingegen besteht darauf, dass Fructose «eine ernährungsphysiologisch wertvolle Süssung» sei. Und nach Ansicht von Valser gibt es noch «keine abschliessenden wissenschaftlichen Studien», die die ungesunden Folgen von Fructose bestätigen würden.
Fachleute raten davon ab, Getränke mit viel Zucker zu trinken. Für David Fäh, Präventivmediziner an der Universität Zürich, ist jedenfalls klar: «Das beste Getränk bleibt – Wasser.»

09. Juni 2008 | Sonja Marti


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Coop-Kunden sollen nicht mehr erfahren, aus welchem Land Importprodukte kommen. «Hergestellt in der EU» genüge. Was halten Sie davon?
Das Herkunftsland muss weiterhin deklariert werden.
Nur das Herkunftsland reicht nicht. Es sollte noch viel detaillierter deklariert werden.
Kein Problem. Ich achte sowieso nicht drauf.
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