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Zusatzversicherungen für die halbprivate oder private Spitalabteilung sind teuer. Viel günstiger sind Flex-Versicherungen.
Maja Müller (Name geändert) war nach der Geburt ihres ersten Kindes enttäuscht von der allgemeinen Abteilung im Spital Zollikerberg ZH. Mit zwei Müttern und drei schreienden Babys in ein enges Spitalzimmer eingepfercht, erfuhr sie, was ihr die günstige Grundversicherung bietet: wenig Privatsphäre, kaum individuelle Betreuung, täglich wechselnde und unerfahrene Ärzte.
Müller fragte sich, wie sie mehr Komfort, Betreuung und Privatsphäre erhalten könnte. Die Antwort lag auf der Hand: mit einer Halbprivat- oder Privat-Spitalzusatzversicherung.
Ein Blick auf deren Kosten hat ihre Erwartungen allerdings gedämpft. Die teuerste Privatversicherung, jene von Sanitas, würde sie pro Jahr auf rund 2786 Franken zu stehen kommen (siehe Tabelle im pdf-Artikel). Das billigste Angebot, jenes von Concordia, kostet noch immer 1886 Franken.
Die Mehrkosten für den Patienten sind beschränkt
Auf der Suche nach Alternativen stiess Müller auf sogenannte Flex-Spitalzusatzversicherungen. Sie bieten sich besonders für Personen an, die nicht immer halbprivat oder privat liegen möchten, sich dies aber offenhalten wollen. Die Vorteile sind: freie Wahl der Spitalabteilung und des Arztes vor einem Spitaleintritt zu einer tiefen Prämie. In der allgemeinen Abteilung entstehen keine Zusatzkosten.
Wählt der Versicherungsnehmer die Halbprivat- oder Privatabteilung mit mehr Komfort, entstehen begrenzte Mehrkosten (siehe Tabelle im pdf-Artikel). Maja Müller müsste zum Beispiel bei der Concordia nur 360 Franken pro Jahr für eine Flex-Lösung bezahlen – bei einer Kostenbeteiligung von maximal 2000 Franken pro Jahr in der Halbprivat- und 4000 Franken in der Privat-abteilung.
Stefan Thurnherr, Geschäftsführer der VZ Insurance Services AG, sagt: «Flex-Produkte sind attraktive Modelle mit moderaten Prämien und abschätzbaren Selbstbeteiligungen.» Dabei müssen neben dem Preis aber auch allfällige Einschränkungen der Spitalwahl beachtet werden.
Ausserdem ist die Rückkehr in ein Modell ohne Selbstbehalt bei einigen Anbietern nur bei guter Gesundheit möglich. Vor Abschluss einer Flex-Versicherung empfiehlt sich zudem die Prüfung der allgemeinen Geschäftsbedingungen. Leistungsbeschränkungen verstecken sich in der Regel nicht in den Werbebroschüren, sondern im Kleingedruckten.
26. Mai 2008 | Bernhard Bircher-Suits
