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Artikel | K-Tipp 10/2008

Flach-Fernseher: Das grosse Bildrauschen

Unscharfe Konturen, verwischte Bewegungen und unnatürliche Farben: Das kann vorkommen, wenn moderne Flachbildschirme mit normalem Kabelsignal gefüttert werden.

Böse Überraschung nach dem Fernsehkauf: Wer den allerneusten «Flachen» nach dem Auspacken ans analoge TV-Kabel anschliesst, riskiert, dass er nur wenig von der Sendung sieht – wegen der vielen Bildfehler. Dies hat ein K-Tipp-«Sehtest» in einem grossen TV-Geschäft gezeigt. Je fünf Experten und Laien beurteilten, wie gut 15 Geräte in den Standardeinstellungen mit dem konventionellen Kabelfernsehen klarkommen (siehe Tabelle im pdf-Artikel).

Gesamturteil der Jury: Nur der Panasonic TX-37LZD85F und der Philips PFL 7642D sind in der Lage, das vergleichsweise schlechte Kabelsignal in gute Bilder umzusetzen. Zwölf weitere Fernsehgeräte liefern lediglich ein befriedigendes, ein Gerät zeigt sogar ein unbefriedigendes Bild. «Sehr gut» schnitt kein Gerät ab.


Aus einem Pixel werden fünf

Grund für das eher schlechte Abschneiden der meisten Fernseher: Neue Flachbildschirme verfügen über eine sehr hohe Bildauflösung. Das Fernsehsignal ist aber seit über 40 Jahren gleich. So müssen die Fernseher das gesendete Bild künstlich aufblasen. Denn das normale Kabelsignal hat eine umgerechnete Auflösung von 576 x 720 Pixel – die TV-Geräte aber bis zu 1080 x 1920 Pixel (Full HD). Beim Vergrössern des Bildes sind also hauptsächlich die Rechenqualitäten der Fernseher gefordert. Denn das Gerät muss aus einem gesendeten Pixel bis zu fünf auf den Bildschirm zaubern.

Gut schneiden der Panasonic TX-37LZD85F und der Philips PFL 7642D vor allem deshalb ab, weil beide ein scharfes und klares Bild liefern.


Schnelle Bewegung – unscharfe Bilder

Marcel Anderhub, Video-Experte beim TV Productioncenter Zürich AG, empfiehlt denn auch diese Geräte wegen der guten Bildqualität zum Kauf. Er fügt aber an: «Wenn man die Fernseher auch richtig einstellen würde – das wären noch einmal riesige Unterschiede» (siehe Kauftipps unten).

Und Ruedi Iten, Technischer Leiter der On Line Video 46 AG, bescheinigt dem Panasonic-Fernsehgerät sogar einen «idealen Kontrast». Der flache 37-Zöller führt die Rangliste bei Schärfe, Kontrast und Bildrauschen an.
Am meisten Mühe hatten die geprüften TV-Greäte mit schnellen Bewegungen: So wirken die Bilder gerade beim Fussball unscharf, weil die Geräte mit den Berechnungen nicht nachkommen. Das Resultat: Das Bild des Spielers verwischt beim Spurt aufs Tor – oder der Ball zieht einen unnatürlichen grauen Schweif hinter sich her.

Nicht überzeugen konnte neben dem günstigsten 42-Zoll-Gerät Fairtec FTS- 42-FHD auch eines der teuersten Geräte im Test: Der Samsung LE46A656 erhielt die schlechteste Note im Kriterium «Bildrauschen» – vor allem wegen starken Flimmerns in gleichmässigen Flächen. Schlussnote: knapp genügend. Oliver Müller, Chefausbilder Film bei der SAE Zürich, bringt es auf den Punkt: «Die Darstellung von Filmen ist schlicht und einfach schrecklich.»

Fairtec-Herstellerin Fust schreibt: «Das getestete Gerät ist ein Auslaufmodell.»

Interessant ist, dass die fünf Experten im Gegensatz zu den Laien auch den Sony KDL-40V300 und den Philips 42PFL7962D als «ungenügend» bewerteten.

Hauptkritikpunkte: ein unscharfes Bild bei Bewegungen und auffällige Bildstörungen. Zum Philips-Gerät bemerkt Anderhub enttäuscht: «Die Bildqualität ist wirklich sehr schlecht. Da macht Fernsehen keine Freude mehr.»


TV-Geräte im Labortest

Das Magazin «Konsument» hat 33 TV-Geräte getestet: Schlecht ist keines, super auch keines.

Drei Geräte erhielten ein «gut» (alles Listenpreise):

  • Panasonic TX37LZD70F (rund Fr. 2500.–)
  • Loewe Xelos A32 (Fr. 4000.–)
  • Pioneer PDP-4280XA (Fr. 3500.–)

Auch im Test der deutschen «Stiftung Warentest» mit 23 Geräten erzielen der Panasonic und der Loewe gute Noten.

Ebenfalls «gut»:

  • Sony KDL32P3020 Fr. 1500.–)

Quellen: «Konsument», Mai 2008, ca. Euro 6.50 inkl Porto, zu bestellen unter Tel. 0043 158 87 74.

«Test», Mai 2008, für Fr. 8.– am Kiosk.


Kauftipps: TV-Geräte übers normale Kabel ausprobieren

Zuwarten: Flachbildschirme können einem guten Röhrengerät bei der Bildqualität noch immer nicht das Wasser reichen. Deshalb sollten Sie mit einem Kauf noch zuwarten – zumal die Preise nach der Fussball-Europameisterschaft sinken dürften.

Vorsicht vor «falschen» Bildern:
Stellen Sie sicher, dass die Fernseher im aden über die normalen Kabelsignale laufen. Häufig spielen die Verkäufer hochwertige HD-Sendungen oder Blu-ray-Filme vor. Diese verschleiern die Leistungen der Geräte im täglichen Gebrauch.

Sich Zeit nehmen: Die Bildqualität lässt sich über die Menü-Einstellungen massiv verbessern (Anleitung: siehe K-Tipp 8/08). Nehmen Sie eine eigene DVD in den Laden mit und lassen Sie sie sich vorführen.

Preise vergleichen: Die Preisunterschiede bei Fachgeschäften, Discountern und Internet sind sehr gross. Das hat ein aktueller Preisvergleich von comparis.ch ergeben. Über die Hälfte der Geräte in einem der grossen Discounter waren mindestens einen Drittel teurer als in einem Onlineshop.

Die richtige Grösse: Wenn Sie hauptsächlich Kabelfernsehen schauen, gilt die Faustregel:
Betrachtungsabstand = sechsmal die Bildhöhe.
Bei HD-Sendungen ist der ideale Abstand für den Zuschauer dreimal die Bildhöhe. Grund: Die höhere Auflösung.

19. Mai 2008 | Christian Birmele


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Flach-Fernseher: Das grosse Bildrauschen
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Kommentare (2)

 
  • Christian Birmele, Redaktor K-Tipp | 13.06.2008, 15:43

    Ein durchaus realistischer Test

    Das vergleichsweise schlechte Kabelfernsehen (PAL) ist nach wie vor
    Standard in den Schweizer Haushalten -> Vergleiche Werbewoche
    29.05.2008: «Von total 2,9 Millionen TV-Haushalte in der Schweiz
    sind 50\'000 in der Lage HDTV zu empfangen.» Deshalb macht es
    auch durchaus Sinn, die Bildqualität der Fernseher mit
    gewöhnlichem Kabelfernsehen zu testen.

    Ihrer Argumentation kann ich deshalb nicht folgend. Sie plädieren
    ja dafür, Funktionen zu testen, die 2\'850\'000 Haushalte nicht
    gebrauchen. Genau aus diesem Grund finde ich persönlich die Test
    in den einschlägigen Zeitschrift sehr unrealistisch.

    Zu den gezeigten Bildern im Laden: Es geht nur darum, dem Konsumenten
    zu zeigen, dass er den Fernseher nach seinen Bedürfnissen
    aussuchen muss. Und da die Meisten noch kein HDTV haben, flimmert nach
    wie vor das griesige PAL über den Schirm. Wenn sich also der
    Kunde anhand eines Bluray-Filmes zum Fernsehkauf überreden
    lässt, wird er zu Hause beim Auspacken unweigerlich
    enttäuscht sein.

    Zum Schluss: So lange die grossen TV-Stationen die Schweiz
    standardmässig nicht mit HD-Fernsehen versorgen, lohnt es sich
    nicht HDMI, 1080p, etc. zu testen, weil der Grossteil der
    Bevölkerung nichts davon hat. Alles andere wäre
    Effekthascherei.
  • Saamy48 | 01.06.2008, 11:49

    TV Test der maximal lächerlichen Art!!!

    Mit ein bisschen Verspätung bin ich doch auf diesen Artikel aus
    Ktipp Nr. 10 gestossen und habe gedacht eventuell einen Funken
    nützliche Information daraus nehmen zu können. Doch schon
    beim ersten Satz kam ich ins Stutzen: Neue, HD-fähige TV\'s und
    ich lese im ersten Satz davon, allen ernstes diese via analoges
    Koax-Kabel anzuschliessen und dann zu testen. Selbstverständlich
    ist es erlaubt dies zu tun, nur darf man nicht vergessen wofür
    diese Geräte eigentlich gebaut sind, nämlich Videosignal in
    höherer Qualität wiederzugeben. In einem Test sollte doch
    eigentlich der dem Gerät angedachte Zweck am meisten ins Gewicht
    fallen sonst macht der Test keinen Sinn. Weitere Möglichkeiten
    müssen zwar auch berücksichtigt werden, aber sicher nicht
    als einzigen Parameter in einem Test verwendet werden, zu dem auf der
    Titelseite steht \"So erkennen Sie gute Qualität\". Das
    muss doch einem jeden klar sein, dass mit dem vorsintflutlichen (40
    Jahre alt und heute noch aktiv, wirds wohl nicht so sein...), leider
    immer noch gebräuchlichen analogen Kabel nicht mehr allzu viel zu
    holen ist.

    Man könnte Vergleiche anstellen zu ähnlich sinnvollen Tests
    wie zum Beispiel ein neu gekauftes Surround System, das mit analogem
    FM Radio gefüttert und dann getestet wird und man über den
    schlechten Klang enttäuscht ist oder man verschiedene
    Supersportwagen darauf testet, welcher denn für den
    wöchentlichen Grosseinkauf am geeignetsten ist.
    Nun aber genug der Abschweifung, wieder zurück zum eigentlichen
    Test.
    Es ist selbstverständlich richtig, dass bei der Fülle an
    Angeboten im Sektor der HD-Bildschirme Laien in der Regel (ich bin
    selbst auch nicht in dieser Branche tätig) den Durchblick nicht
    ganz haben. In einschlägigen Fachmagazinen, die sich mit Bild-
    und Tontechnik auseinander setzen, werden die Geräte aber
    über ihre ganzen Möglichkeiten getestet und jeder hat die
    Möglichkeit diese zu lesen, sie sind meist nicht
    übermässig anspruchsvoll zu lesen und meist sin die 10-15
    darin investierte Franken nicht ganz falsch verwendet. Da wird HD-Bild
    via HDMI, der mittlerweile Standard ist, über das
    Komponentensignal und schliesslich auch niedrigere Auflösungen
    wie Scart, S-Video, Composite oder das analoge TV-Kabel getestet. So
    kann man sich auch einen anständigen Gesamtüberblick
    über die Geräte verschaffen, was ich in Ihrem Test nicht im
    Geringsten kann.
    Zum Thema analoges TV-Kabel, wo kommt das überhaupt noch zum
    Einsatz? In der, wie mir scheint zeitlich weit hinterherhinkenden
    Kabel-TV Technik, während analoges Signal bei Satellit schon seit
    10 Jahren zumindest verpönt und inzwischen schon lange
    abgeschaltet ist.
    Der getestete Parameter entspricht also überhaupt nicht dem Stand
    der Technik und wird den Geräten niemals gerecht.
    Es ist für ein solches Gerät ziemlich schwierig mit einem
    schlechten Signal, das eigentlich nur einen Fünftel der
    Bildfläche decken würde, ein Vollbildsignal zu produzieren.
    Erstens muss zuerst das analoge Signal digitalisiert und dann
    hochskaliert werden und dann kommt noch die bei LCD TV\'s meist
    relativ hohe Reaktionszeit von meist über 10ms noch dazu, die als
    problematisch bekannt ist. Bei schnellen Kameraschwenks und schnell
    fliegenden Objekten wie geschossenen Fussbällen kommte es halt
    dann dazu dass ein Objekt für das Gerät plötzlich
    über den halben Bildschirm lokalisiert ist. Ist ärgerlich,
    aber kann nur mit teuren Bildwandlern abgeschwächt werden, die
    nicht in jedem Gerät gleichwertig sind, auch abhängig davon
    wieviel Wert der Hersteller dem analogen Signal überhaupt noch
    einräumt. Ich nehme an, dass gerade Samsung mit ihrem im Test
    enttäuschenden Gerät den Fokus klar auf digital gelegt haben
    und ihnen die analoge Signalverarbeitung nicht besonders am Herzen
    liegt. Was aber das Gerät insgesamt nicht(!) schlechter macht,
    nur in diesem kleinen Anwendungsbereich. Darum habe ich in Ihrem Test
    nicht verstanden wie Sie den Begriff der \"guten
    Qualität\" verstanden wissen wollen.
    Gerade den Punkt im Extrakasten \"Vorsicht vor falschen
    Bildern\" habe ich überhaupt nicht verstanden. Das hat doch
    überhaupt keinen Zweck, HD TV\'s über analoges Kabelsignal
    laufen zu lassen, weil es einfach nur scheusslich aussieht und darum
    niemand die TV\'s anschauen würde aus der kurzen Distanz, aus der
    man sie beim Händler meist betrachten muss. Die HD-Videos sind
    dafür absolut richtig, die Geräte sind dafür
    konstruiert, aber dass dies mit analogem Kabelsignal nichts gemeinsam
    hat sollte dem Käufer eigentlich einleuchten und auch der
    Verkäufer sollte bei der Beratung dies erwähnen oder zu
    Demozwecken auch schlechtere Bilder zeigen. Die HD-Videos sind keine
    \"falschen\" Bilder, sie haben einfach keine Relation mit
    analogem TV.

    Nun möchte ich aber nach der üblen Tirade noch einen positiv
    aufgefallenen Punkt erwähnen. Zum Beispiel dass Sie erwähnt
    haben, dass mit den einstellbaren Bildparametern noch viel aus den
    Geräten herauszuholen ist und die Werkseinstellung meist
    verändert werden muss.
    Ansonsten war ich von Ihrem Test masslos enttäuscht und empfehle
    zunächst mach Fachlektüre und echte Testbedingungen, wo auch
    die Technik auf ihre Leistungsfähigkeit geprüft wird nicht
    nur so wischi-waschi mässig.
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