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Den passenden Partner finden dank Persönlichkeitstest: Das versprechen Internet-Partnervermittlungen. Doch nicht alle Tests sind gut, kritisiert der Psychologe Markus Fäh.
Zwei Monate lang war der 32-jährige Alexander Franc aus Zürich Mitglied bei einer Online-Partnerbörse. Für die Suche nach einer passenden Partnerin wendete er viel Zeit auf: «Ich schrieb 250 Mails und hatte Dates mit zehn Frauen.» Doch sein Glück fand er auf diese Weise nicht: «Der grosse Aufwand lohnte sich nicht», sagt er.
Rund 70 Online-Partnerbörsen gibt es in der Schweiz. Bei den meisten müssen sich die Partner selber darstellen. Die drei grossen Partnervermittlungen Be2, Elitepartner und Parship setzen auf einen Psychotest, um die Erfolgschancen der Suchenden zu erhöhen.
Persönlichkeitstests: Nützlich für die Vor-Auswahl
Aufgrund des ausgefüllten Psychotests erstellt der Computer ein Persönlichkeitsprofil, das er mit den Profilen der anderen Teilnehmer vergleicht. Danach präsentiert er eine Anzahl möglicher Partner oder Partnerinnen.
Der Zürcher Psychoanalytiker und Paartherapeut Markus Fäh hat für den Gesundheitstipp die Persönlichkeitstests von Be2, Elitepartner und Parship geprüft. Sein Fazit: «Die Tests können nicht halten, was die Anbieter versprechen. Ob zwei Menschen zusammenpassen, lässt sich nicht mit einem Test herausfinden. Es ist nicht garantiert, dass es beim Date funkt.» Denn bei der Partnerwahl spiele das Unterbewusstsein stark mit.
Dennoch können die Persönlichkeitstests laut Fäh einen gewissen Nutzen haben: «Sie erlauben eine Vorselektion der Mitglieder. Man erhöht damit die Chancen, dass ein Partner zu einem passt.» Dieser Nutzen hänge aber von der Qualität des Tests ab. Und da hat der Experte grosse Unterschiede festgestellt: Nur den Persönlichkeitstest von Elitepartner hat er mit einer guten Note bewertet (siehe Tabelle im pdf-Artikel).
Fäh lobte die Testgrundlage: Für bestimmte Eigenschaften wie Konfliktfähigkeit oder Einfühlungsvermögen achtet Elitepartner auf grösstmögliche Übereinstimmung. Für andere Eigenschaften – etwa das Bedürfnis nach Nähe oder Distanz – sei es hingegen besser, wenn die Partner in einem gewissen Abstand zueinander stehen.
Be2-Test: Klischeehaft und zu wenig Kriterien
Dem Test der Partnervermittlung Be2 hat Fäh eine ungenügende Note gegeben. Einige Fragen seien sehr klischeehaft formuliert und schränkten die Teilnehmer zu stark ein – auch wenn man sich zum Beispiel entscheiden müsse, ob man mit dem Partner lieber «Pferde stehlen» oder ob man für ihn ein «Rettungsboot» sein möchte. Und das Profil enthalte zu wenig Kriterien – nämlich nur sieben Gegensatzpaare wie «Distanz versus Nähe» oder «Introversion versus Extroversion».
Dazu sagt die Partnervermittlung Be2: «Mit unseren leicht verständlichen Fragen erhalten wir alle wichtigen Informationen. Die Auswahl an möglichen Antworten ist bewusst begrenzt gehalten, um ein schnelles Beantworten der Fragen zu ermöglichen.» Die sieben Gegensatzpaare könnten, so Be2, die wichtigsten Merkmale einer Persönlichkeit widerspiegeln.
Auch die 51-jährige Lotti Irniger (Name geändert) füllte einen Psychotest aus, als sie sich bei Parship anmeldete. Doch sie war enttäuscht: «90 Prozent der Männer, die Parship vorgeschlagen hat, passten nicht zu mir», sagt sie. «Ich trat nur mit vier Männern in Kontakt.» Mit keinem von ihnen konnte sie sich eine Partnerschaft vorstellen. Der Psychotest habe ihr nicht geholfen: «Damit kann man nur grobe Aussagen über einen Menschen machen.» Lotti Irniger lebt immer noch als Single.
Nicole Schiller, Psychologin und Coach bei Parship, sagt: «Schade, dass Lotti Irniger diese Erfahrung gemacht hat. Mindestens 38 Prozent unserer Mitglieder finden bei Parship einen passenden Partner.»
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12. Mai 2008 | Andreas Gossweiler
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