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Seit der BSE-Krise ist Tiermehl aus dem Futter von Nutztieren verbannt. Jetzt wollen Produzenten das Verbot aufheben. Coop und Bio-Suisse sind dagegen.
An der Krankheit starben in England 84 Menschen, drei weitere in Frankreich und in Irland. Wahrscheinlichste Ursache der neuartigen Variante der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit: mit BSE verseuchtes Rindfleisch, übertragen durch Tiermehl. Die BSE-Seuche wurde erst gestoppt, als die Behörden verboten, Nutztieren Tiermehl aus Schlachtabfällen zu verfüttern. Viele Experten waren sich einig: Tiermehl gehört nicht mehr ins Tierfutter.
Jetzt wollen Schweizer Geflügel- und Schweineproduzenten ihren Tieren das Mehl wieder verfüttern, wie bereits verschiedene Medien berichteten. Grund: Schlachtabfälle zu verbrennen sei eine Verschwendung, so der Bauernverband. Für Schweine und Hühner seien Schlachtabfälle eine wertvolle Eiweissquelle. Stattdessen müssten die Produzenten Soja aus Übersee kaufen. Das sei ethisch verwerflich und teuer. Allerdings sollten nur Hühner und Schweine Tiermehl erhalten, nicht aber Wiederkäuer wie Rinder, Schafe und Ziegen. Denn das sind reine Vegetarier.
Auch Anet Spengler vom Forschungsinstitut für biologischen Landbau (Fibl) könnte sich vorstellen, das Verbot aufzuheben: «Hühner und Schweine fressen naturgemäss auch Fleisch. Es wäre also durchaus artgerecht.» Allerdings sollten Bio-Betriebe nur Schlachtabfälle von Bio-Tieren verwenden.
Ungehalten auf den Vorstoss der Fleischproduzenten reagiert Coop. Sprecherin Susanne Erdös: «Coop will von Tiermehl in der Nutztierfütterung absolut nichts mehr wissen.» Auch Bio-Suisse ist dagegen, «da die Akzeptanz in der Bevölkerung nicht gegeben ist.»
12. Mai 2008 | gb
